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· Spielbericht

Big Points im hohen Norden

Löwen gewinnen in Flensburg und verteidigen die Tabellenführung

Es war ein erfolgreicher Mittwochabend für die Rhein-Neckar Löwen. Der THW Kiel hatte mit einem Kantersieg gegen den SC Magdeburg vorgelegt, die Löwen haben nachgezogen, und wie! Mit einem 29:26 (13:14) Erfolg beim amtierenden Champions League Sieger SG Flensburg-Handewitt verteidigten die Löwen nicht nur die Tabellenführung, der Auswärtssieg war gleichzeitig die zweite Heimniederlage für die Flensburger in den letzten drei Jahren – die letzte Niederlage kassierte die SG im vergangenen Februar, ebenfalls gegen die Löwen.

„Ich weiß nicht, ob wir heute die bessere Mannschaft waren. Es war ein sehr intensives Spiel, und wir haben eigentlich nur die letzten 20 Minuten so gespielt wie ich mir das vorstelle. Die ersten 40 Minuten fand ich die SG die bessere Mannschaft“, analysierte Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen nach der Partie. Sein Gegenüber Ljubomir Vranjes gratulierte den Gästen. „Wenn man gewinnt ist das am Ende immer verdient, die Löwen haben heute drei Tore mehr als wir geworfen, wir müssen auf uns schauen und unsere Fehler aufarbeiten“, so der Schwede nach einer intensiven Begegnung. "Wir sind unheimlich stolz hier gewonnen zu haben, Flensburg ist wohl eine der schwierigsten Hallen in der Bundesliga. Wir haben uns aber nie aufgegeben und immer wieder an die SG heran gekämpft. Wir haben mit dem Erfolg heute ein wenig die Niederlage gegen den THW wieder wett gemacht", sagte Spielmacher Andy Schmid nach der Partie.

Die Gäste erzielten das erste Tor der Partie durch Kim Ekdahl du Rietz, doch Flensburg drehte durch Tore von Drasko Nenadic und Jacob Heinl umgehend die Führung. Als Uwe Gensheimer wenig später mit seinem Strafwurf an Flensburgs Torhüter Matthias Andersson, dessen Vertragsverlängerung in Flensburg vor dem Spiel verkündet wurde,  scheiterte, erhöhte Flensburgs Spielmacher Thomas Mogensen nach acht Minuten beim 4:2 erstmals auf zwei Treffer Vorsprung, die Jacob Heinl nach einem Ballverlust der Löwen sogar noch auf 5:2 ausbaute. Andy Schmid macht es wenig später besser als Uwe Gensheimer, vom Siebenmeterpunkt verkürzte der Schweizer auf 3:5 aus Sicht der Löwen, zehn Minuten waren bis dahin gespielt. Bereits nach elf Minuten musste Flensburgs Abwehrchef Tobias Karlsson mit der zweiten Zeitstrafe vom Feld, und nach einer weiteren Strafzeit gegen Nenadic vergaben die Löwen anschließend in doppelter Überzahl durch Patrick Groetzki die Chance den Rückstand zu verkürzen.

So erzielte zunächst die SG den nächsten Trefferdurch Anders Eggert, doch nach zwei Toren der Löwen in Folge von Andy Schmid und Alexander Petersson war beim 6:7 aus Sicht der Gäste der Anschluss wieder geschafft, die Partie wieder offen. Die Gastgeber blieben aber in Führung, zunächst Heinl, dann Holger Glandorf besorgten umgehend die schnelle 9:6 Führung, die Lasse Svan nach einem Lattenknaller von Alexander Petersson sogar auf 10:6 ausbaute. Flensburg lag nach knapp zwanzig Minuten erstmals mit vier Toren in Front, Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen bat zur Auszeit und brachte danach mit Mads Mensah eine neue Rückraumkraft. Die kurze Pause schien bei den Löwen ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben, weniger später bot sich beim 9:11 Rückstand den Löwen erneut die Chance zum Anschlusstreffer, doch nach einem Ballverlust von Andy Schmid und einer äußerst umstrittenen Zeitstrafe gegen Mads Mensah erhöhte zunächst Anders Eggert vom Punkt auf 12:9 für die Hausherren. Fünf Minuten vor der Pause führte Flensburg beim 14:10 durch den ersten Tagestreffer von Lars Kaufmann wieder mit vier Toren. Nach einem Fußspiel war anschließend der Arbeitstag von Tobias Karlsson vorzeitig beendet. Der Schwede erhielt in der 26. Minuten seine dritte Zeitstrafe und dementsprechend die rote Karte.

Die folgende Überzahl nutzte Harald Reinkind, der Linkshänder verkürzte per Doppelschlag zum 12:14 aus Sicht des Tabellenführers. Nach der elften Parade von Niklas Landin in der ersten Halbzeit verkürzten die Löwen zwanzig Sekunden vor der Pause durch einen Hammer von Mads Mensah sogar noch zum 14:13 Halbzeitstand für die Gastgeber.

Andy Schmid vergab mit dem ersten Angriff nach der Pause den möglichen Ausgleich, und so war es Flensburg, die durch Holger Glandorf das erste Tor nach der Pause erzielten. Nach vier erfolgreichen Strafwürfen in Folge war es dann soweit, mit seinem fünften Versuch vergab Anders Eggert gegen seinen Landsmann Niklas Landin, im Gegenzug verkürzte Harald Reinkind auf 14:15. Doch wie schon in der ersten Hälfte wollte den Löwen einfach nicht der Ausgleich gelingen, im Gegenteil, Flensburg zog angetrieben durch einen Doppelschlag von Spielmacher Thomas Mogensen wieder auf 17:14 davon, ehe nach einer Zeitstrafe gegen Stefan Kneer und einem anschließend Lattentreffer von Reinkind Lasse Svan beim 18:14 (38.) die SG wieder deutlich in Führung warf. Nikolaj Jacobsen hatte genug gesehen, die Löwen drohten schon früh in der zweiten Hälfte auf die Verliererstrasse abzurutschen, der Däne zog seine zweite Auszeit, ein Weckruf zu einer unglaublichen Schlussphase der Gäste mit einem folgenden 11:3 Torelauf. Doch Flensburg gab seine Führung zunächst noch nicht ab, beim 18:20 hatten die Löwen den Rückstand bereits halbiert, ehe nach der 15. Parade von Niklas Landin die Zeit des Kim Ekdahl du Rietz kam. Drei Tore in Folge erzielte der Schwede, beim 19:20 waren die Löwen wieder an die SG herangerückt Eine Viertelstunde war noch zu spielen, als Andy Schmid einen Ball von Holger Glandorf „klaute“, doch Uwe Gensheimer bekam im Gegenstoss ein Stürmerfoul gepfiffen. Die Löwen hatten sich erneut nach einem deutlichen Rückstand an die Flensburger heran gekämpft, zudem stellte Trainer Jacobsen nun die Abwehr um, und mit der neuen 5:1 Formation der Gäste hatte Flensburg zusehends Probleme. Der Ausgleich wollte den Löwen jedoch erst dreizehn Minuten vor dem Ende durch einen Gegenstoss von Patrick Groetzki gelingen. Flensburgs Trainer Ljubomir Vranjes nahm nun ebenfalls seine zweite Auszeit, das Topspiel war nach langer Flensburger Führung  wieder völlig offen. Uwe Gensheimer brachte dann die Löwen beim 21:20 erstmals seit dem 1:0 wieder in Führung. Kopf an Kopf ging es in die Schlussminuten, angetrieben von einem bärenstarken Niklas Landin gingen die Löwen acht Minuten vor dem Ende mit 26:22 in Führung und bestraften in dieser Phase einen „Blackout“ der Gastgeber mit blitzschnellen Kontertoren. Holger Glandorf gelang mit dem 25:27 zwar nochmals den Rückstand zu verkürzen, doch die Löwen ließen sich den Auswärtserfolg nun nicht mehr nehmen und erzielten durch den überragenden Andy Schmid und Alexander Petersson  zwei weitere Tore – beim 29:25 für die Gäste war die Partie rund zwei Minuten vor dem Ende entschieden. Flensburg gelang nur noch das 26. Tor zum Endstand von 26:29 aus Sicht der Gastgeber.

SG Flensburg-Handewitt – Rhein-Neckar Löwen 29:26 (14:13)

SG Flensburg-Handewitt: Andersson, Moeller (ab 55.); Karlsson, Nenadic (1), Eggert (6/5), Glandorf (5), Mogensen (4), Svan (5), Wanne, Kaufmann (2), Jakobsson, Heinl (3), Zachariassen, Radivojevic

Rhein-Neckar Löwen: Landin, Rutschmann (bei einem Strafwurf); Schmid (9/3), Gensheimer (5), Kneer, Sigurmannsson, Myrhol, Mensah (1), Groetzki (3), Reinkind (3), Guardiola, Petersson (4), Ekdahl du Rietz (4),

Trainer: Ljubomir Vranjes – Nikolaj Jacobsen

Schiedsrichter: Lars Geipel / Marcus Helbig

Strafminuten: Karlsson (6), Nenadic (2), Heinl (2) – Mensah (2), Guardiola (2), Kneer (2), Schmid (2)

Rote Karte: Karlsson (26., dritte Zeitstrafe)

Zeitstrafen: 5 - 4

Zuschauer: 6117

Siebenmeter: 6/5 -  4/3

SG Flensburg-Handewitt: Eggert scheitert an Landin.

Rhein-Neckar Löwen: Gensheimer scheitert an Andersson

Spielfilm: 3:2 (5.), 7:4 (14.), 10:7 (20.), 13:9 (25.), 14:13 (HZ), 18:14 (38.), 20:18 (44.), 20:21 (50.), 22:26 (53.), 26:29 (EN)

Beste Spieler: Svan – Landin, Schmid

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