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· Löwen-News

"Sie hauen in jede Abwehraktion alles rein"

Patrick Groetzki spricht im Interview vor dem Liga-Heimspiel am Sonntag über die Stärken der Gäste aus Leipzig

Patrick Groetzki ballt die Siegerfaust.
Patrick Groetzki ballt die Siegerfaust.
Am Sonntag um 16 Uhr treffen die Rhein-Neckar Löwen in der SAP Arena auf den SC DHfK Leipzig. Einlass ist ab 15 Uhr. Karten für die Partie des 5. Spieltages in der DKB Handball-Bundesliga gibt es noch an allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter der Hotline 0621/1819033 sowie online. Auch eine Tageskasse wird es geben. Wie sich die Mannschaft nach dem Drama gegen Barcelona wieder neu ausrichtet auf einen völlig anderen Gegner, darüber haben wir mit Löwen-Rechtsaußen Patrick Groetzki gesprochen. 

Hi Patrick, lass uns noch einmal kurz auf das Spiel gegen Barcelona schauen. Du hast da einen richtig guten Abend erwischt, alle Deine Würfe aus recht schwierigen Winkeln versenkt…

Patrick Groetzki: Ja, das hat schon Spaß gemacht. Ich finde es immer geil, solche Spiele zu haben. Das gibt einen Extra-Push, wenn man gegen die besten Mannschaften der Welt spielt. Und wenn es gegen ein solches Team dann auch noch richtig gut läuft, ist das umso schöner.

Hast Du auch das Gefühl, dass die Löwen-Truppe zu diesem frühen Zeitpunkt schon richtig gut drin ist in dieser Saison? Ihr habt ja in allen Wettbewerben bisher nur Siege eingefahren…

Es läuft tatsächlich gut an. Wir haben uns schnell gefunden. Gegen Barcelona hat man am Anfang schon gesehen, dass da noch einmal eine andere Qualität auf uns zugekommen ist. Da mussten wir schon einiges neu anpassen im Gegensatz zu den vergangenen Spielen, in denen es vom Start weg relativ leicht von der Hand ging. Umso besser war es zu sehen, dass wir uns auch gegen eine Mannschaft wie Barcelona steigern und die Partie dann über die meiste Zeit hinweg dominieren konnten. Dass wir in allen bisherigen Spielen auch Tiefen hatten, sollte eigentlich nicht passieren. An sich finde ich unsere Form aber schon stark.

Was gefällt Dir beispielsweise besonders gut?

Patrick Groetzki klatscht mit Alex Petersson ab.
Patrick Groetzki klatscht mit Alex Petersson ab.
Ein Faktor ist, wie sich Steffen Fäth und Mads Mensah ergänzen. Gegen Barcelona haben sie zusammen neun Tore erzielt, das ist echt stark. Dasselbe gilt für die Abwehr, die gemessen an der Einspielzeit schon sehr gut funktioniert. Das Zusammenspiel mit Jannik Kohlbacher am Kreis ist womöglich das, was am meisten herausragt.

Jetzt geht es gegen Leipzig. Wie schafft man es als Spieler, sich nach einem solchen Fight wie gegen Barcelona wieder voll auf Fokus zu bringen?

Es tut schon einmal gut, dass wir durch den Mittwoch-Sonntag-Rhythmus einen Tag mehr zum Regenieren haben. Generell gilt aber, dass eine solche Situation vor allem für die erfahrenen Spieler „Business as usual“ ist. Man kostet die Siege zwar aus, bewertet diese aber nicht über und weiß, dass das nächste Spiel wieder genauso wichtig ist – zumindest, wenn man in der Bundesliga ein Wort um die Meisterschaft mitreden will.

Von der Konstellation her ist das ja das exakte Gegenteil zum Barca-Spiel: Gegen den FCB hattet Ihr eine ausgeglichene Bilanz, gegen Leipzig bei sieben Spielen sieben Siege stehen. Macht es das schwerer, sich zu 100 Prozent einzustellen? Oder gehört das eben auch zur erwähnten Routine?

Das gehört dazu, auf jeden Fall. Wir haben alle das große Ziel, in der Bundesliga vorne mitzuspielen. Und jeder weiß, dass dabei jeder Punktverlust sehr viel kosten kann. Aus diesem Grund fällt es uns überhaupt nicht schwer, Leipzig als Gegner ernst zu nehmen. Wir wissen, dass das nicht gerade ein angenehmer Gegner ist. In der Saison 2016/17 standen wir kurz vor einem Punktverlust in unserem Heimspiel, da hat uns ein glücklich abgefälschter Wurf von Andy Schmid gerettet. Auch auswärts haben wir uns schon öfter schwergetan. Wir sind also gewarnt und wissen, wie unangenehm es sein kann, gegen Leipzig zu spielen. Insbesondere, wenn man in den Positionsangriff gegen sie gehen muss. Leichter haben wir uns immer dann getan, wenn wir über die erste und zweite Welle gekommen sind.

Gibt es bei den Leipzigern Jungs, die Du gut kennst, beispielsweise über die Nationalmannschaft?

Patrick Groetzki dreht feiernd ab.
Patrick Groetzki dreht feiernd ab.
Ja, ich habe ein richtig gutes Verhältnis zu Niclas Pieczkowski. Wir verstehen uns gut, gehen zum Beispiel mal einen Kaffee trinken, wenn wir uns bei der Nationalmannschaft treffen.

Generell haben die Leipziger einen sehr ansprechenden Kader – wenn denn mal alle fit wären. Siehst Du das auch so?

Ja, sie sind auf jeden Fall immer für eine Überraschung gut. Der Kader ist auf einem konstant guten Niveau geblieben, auf den Außenpositionen haben sie sich sogar noch einmal verstärkt. Vor allem auf Rechtsaußen haben sie mit Patrick Wiesmach einen sehr interessanten Spieler dazubekommen. Schwer getroffen haben sie zahlreiche Verletzungen, vor allem im Tor und im rechten Rückraum. Das trifft vor allem eine Mannschaft wie Leipzig, die eigentlich sehr gerne und viel wechselt. Zudem hatten sie im Innenblock einiges Verletzungspech sowie mit Melsungen und Magdeburg nicht gerade leichte Spiele zum Auftakt.

Sportlich zeichnen Leipzig körperliche Präsenz und mannschaftliche Geschlossenheit aus. Sind das auch für Dich die Qualitäten, auf die man vorbereitet sein muss?

Klar. Die Leipziger spielen eine sehr offensive und aggressive Abwehr, versuchen möglichst viele Unterbrechungen zu provozieren. Das machen sie übrigens auf allen Positionen. Da gibt es nicht nur eins, zwei Spieler, die dieses Ziel verfolgen. Sie hauen in jede Abwehraktion alles rein. Im Angriff zeichnet sie eine große Geduld aus. Sie lassen den Ball lange laufen und warten auf ihre Chance, was man auch an den relativ wenigen Toren sehen kann, die in Leipzig-Spielen fallen.

So etwas kann einem wehtun – oder man überwindet dies mit den eigenen Stärken…

Das ist ja das Gute: Dass wir die Mittel haben, um nicht auf einen schlechten Tag des Gegners hoffen zu müssen. Ich finde, dass das eine tolle Voraussetzung ist für solche Spiele. Wir können das Selbstvertrauen ausstrahlen, zu wissen, dass es an uns liegt, die Stärken des Gegners nicht zur Geltung kommen zu lassen.

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