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· Spielbericht

Start-Ziel-Sieg gegen den Champions League Sieger

Löwen schlagen Flensburg

Die Rhein-Neckar Löwen haben am Samstagnachmittag die Bundesliga-Begegnung gegen die SG Flensburg-Handewitt mit 23:20 (14:8) gewonnen. Die Badener feierten in der SAP Arena vor 12142 Zuschauern damit den sechsten Heimsieg in der Bundesliga in Serie.

Die Gelbhemden schlossen damit in der Tabelle punktemäßig wieder zum THW Kiel auf, der aufgrund seines 37:18-Kantersieges gegen Balingen-Weilstetten unter der Woche allerdings nun die um 13 Treffer bessere Tordifferenz hat. Die Löwen machten durch den Erfolg allerdings einen großen Schritt in Richtung erneute Qualifikation für die EHF VELUX Champions-League, da die SG Flensburg-Handewitt durch die Niederlage nun schon sechs Punkte hinter dem deutschen Vizemeister liegt. „Der Sieg war sehr wichtig für uns“, sagte Stefan Kneer.

Ausgerechnet das Sorgenkind der Badener, die Abwehr, war dabei gegen die Norddeutschen der Garant zum Sieg. Nur acht Gegentreffer in der ersten Hälfte, nur 20 Gegentreffer in den 60 Spielminuten – Zahlen, die so nicht unbedingt zu erwarten gewesen waren. „Riesen Lob an die Mannschaft. Die ersten 45 Minuten waren überragend in der Abwehr. Zum Schluss hat uns ein bisschen die Kraft gefehlt, da war ich nicht mehr ganz so zufrieden“, sagte Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen.

Die Löwen begannen im Spiel zwei ohne ihren verletzten Abwehrchef Gedeon Guardiola (Schultereckgelenksverletzung) erneut wie schon gegen Bietigheim mit einer 5:1-Deckung, die fast schon wie eine 3-2-1-Deckung aufgestellt war. Und diese entpuppte sich in der Anfangsphase als eine schier unüberwindbare Mauer für die Gäste aus Norddeutschland. Die Badener provozierten mit einer aggressiven, offensiven Deckung viele Ballverluste bei den Flensburgern, die auf fünf Leistungsträger verzichten mussten (Holger Glandorf, Jacob Heinl, Jim Gottriedsson, Thomas Mogensen und Lars Kauffmann). Allerdings versäumten es die Gelbhemden anfangs, dies in Tore umzumünzen, Gensheimer scheiterte per Siebenmeter und auch Patrick Groetzki vergab wie der Löwen-Kapitän jeweils eine Chance per Tempogegenstoß.

Trotzdem gelang es den Löwen, sich nach dem 2:2 (8.) abzusetzen, weil Flensburg nun überhaupt kein Durchkommen mehr durch die Löwen-Deckung fand und die Gastgeber im Angriff ihre anfängliche Nervosität ablegten. Der starke Harald Reinkind (vier Treffer bei vier Versuchen in der ersten Hälfte) und Kim Ekdahl Du Rietz trafen im Wechsel – nach zwölf Minuten führten die Löwen mit 6:2, Flensburgs Coach Lubomir Vranjes, der aufgrund der Verletztenmisere selbst auf dem Spielberichtsbogen stand, während sein eigentlicher Co-Trainer Maik Machulla als Spielermacher Regie führte, musste die erste Auszeit nehmen. „Wir haben mit sehr viel Tempo nach vorne gespielt“, lobte Gensheimer das Spiel seiner Mannschaft.

Und die Verschnaufpause zeigte Wirkung bei den Flensburger Spielern, wenn auch erst mit der Verzögerung einiger Minuten, denn erst einmal erhöhten die Löwen auf 8:3 - für den dritten Treffer benötigte Flensburg übrigens fast 15 Spielminuten. Nun aber verteidigte die Löwen-Deckung nicht mehr so aggressiv wie noch in der Anfangsviertelstunde, die Spielgemeinschaft aus dem Norden fand daher des Öfteren eine Lücke – Situationen, in denen die Abstimmung nicht immer stimmte und sich das Fehlen von Guardiola bemerkbar machte.

Doch nach einer Auszeit von Trainer Nikolaj Jacobsen stabilisierte sich die Löwen-Deckung wieder, die Badener bauten den auf drei Treffer geschmolzenen Vorsprung (9:6/22.) auf sieben Tore aus (14:7/28.) – und leisteten sich in den letzten Minuten vor der Pause sogar noch den „Luxus“ eines verworfenen Siebenmeters von Andy Schmid, einer vergebenen Chance in Überzahl von Du Rietz und einem Gegentreffer in Überzahl, sodass es mit dem Halbzeitstand von 14:8 in die Kabinen ging. „In der ersten Halbzeit hat ziemlich viel gepasst“, freute sich Groetzki. Gäste-Trainer Vranjes anerkannte: „Die Löwen haben das Spiel in der ersten Hälfte überragend dominiert.“

Und diese Löwen legten zu Beginn des zweiten Durchgangs auch nach, führten nach 37 Spielminuten mit 17:9 – da schien die Partie bereits entschieden. Doch anschließend ließen die Gelbhemden im Angriff zu viele Möglichkeiten aus, die Gäste verkürzten auf 18:12 (43.). Glänzten die Löwen im ersten Abschnitt zumindest phasenweise noch spielerisch, war es nun in den letzten 15 Minuten eher ein Kampfspiel, ein Abnutzungskampf. Den Badenern gelangen im Angriff nun nicht mehr die leichten Tore, auch weil sie viel weniger Tempogegenstöße als in der ersten Hälfte laufen konnten und immer wieder an Flensburgs Torwart Mattias Andersson scheiterten. Flensburg hatte im Angriff so seine Probleme, mogelte aber des Öfteren bei angezeigtem Zeitspiel den Ball noch irgendwie in das Löwen-Gehäuse und blieb so einigermaßen in Schlagdistanz zu den Gastgebern. Zehn Minuten vor Schluss verkürzten die Gäste erstmals wieder auf fünf Treffer. „Da haben wir unbewusst etwas das Gas rausgenommen“, sagte Abwehrspezialist Kneer.

Doch richtig eng wurde es für die Badener nicht mehr – dafür waren die ersatzgeschwächten Flensburger einfach nicht stark genug.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel: 

 

Rhein-Neckar Löwen – SG Flensburg-Handewitt 23:20 (14:8)

Rhein-Neckar Löwen: Landin, Rutschmann (n.e.) –  Schmid (2), Gensheimer (6/2), Kneer, Sigurmannsson (n.e.), Myrhol (1), Larsen (1), Reinkind (4), Steinhauser (n.e.), Groetzki (3), Ekdahl du Rietz (4), Petersson (2), Ganshorn (n.e.), Schmidt (n.e.)

SG Flensburg-Handewitt: Andersson, Moeller - Karlsson, Machulla (3), Nenadic (2), Eggert (2/2), Wanne (1), Nicolaisen, Jakobsson, Zachariassen (1), Macke (1), Radivojevic (7), Elahmar (3), Svan, Vranjes (n.e.)

Trainer: Nikolaj Jacobsen – Lubomir Vranjes

Schiedsrichter: Lars Geipel/Marcus Helbig

Zuschauer: 12142

Strafminuten: 0/10

Siebenmeter: 4/2 - 2/2

Zeitstrafen: - Zachariassen (2), Radivojevic (2), Nenadic (2), Jakobssen (2), Karlsson (2)

Rote Karte: -

Spielfilm: 1:1 (5.), 2:2 (8.), 7:2 (14.), 9:6 (22.),14:7 (28.), 14:8 (Hz.), 17:9 (37.), 18:12 (43.), 21:16 (50.), 23:20 (Ende)

Beste Spieler: Landin, Du Rietz, Reinkind – Andersson, Radivojevic.

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