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„Der Tag, an dem viel geklappt hat“ – REWE Final Four wir kommen!

Die Rhein-Neckar Löwen deklassieren im Pokal-Viertelfinale den SC DHfK Leipzig

Die Rhein-Neckar Löwen nehmen auch in diesem Jahr am REWE Pokal-Final-Four-Turnier des Deutschen Handballbundes teil. Mit einer grandiosen Vorstellung und einem selbst in der Höhe verdienten 35:23 (17:8)-Sieg über den SC DHfK Leipzig lösten die Löwen am Dienstagabend das Ticket für die am ersten Mai-Wochenende in Hamburg stattfindende Veranstaltung. Es ist die elfte Teilnahme in der Vereinsgeschichte, und die sicherten sich die Badener mit einer fantastischen Leistung und dem Comeback von Kim Ekdahl du Rietz.

Welch ein Spiel, was für eine Gala-Vorstellung der Rhein-Neckar Löwen. Selbst Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen war von der Handball-Präsentation seiner Schützlinge sichtlich angetan: „Ich bin hochzufrieden mit dem Spiel meiner Jungs. Sie haben gezeigt, dass sie unbedingt nach Hamburg wollten. Die Abwehr und die Totwartleistung waren überragend, da konnten wir unsere Angriffe über die erste und zweite Welle starten. Auch in der zweiten Halbzeit haben wir konzentriert weiter gearbeitet. Es war heute ein Tag, an dem bei uns viel geklappt hat“.

Ein Feuerwerk der Handballkunst und der guten Laune servierten die Rhein-Neckar Löwen den 6657 Zuschauern, darunter rund 350 Fans aus Leipzig, die mit einem Sonderzug nach Mannheim angereist waren und ihre Mannschaft trotz des schon sehr frühen deutlichen Rückstandes lautstark unterstützten. Der Wille der Löwen, zum elften Mal in der Vereinsgeschichte in Hamburg dabei zu zu sein, war ab der ersten Minute bis in die letzte Reihe der SAP-Arena zu spüren. Die Gelbhemden präsentierten sich einmal mehr in einer überragenden Form, sprühten vor Selbstvertrauen und Spielwitz und ließen den Gast aus Leipzig überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Voll motiviert und fokussiert auf dieses K.o.-Spiel brachten die Hausherren mit ihrem Tempospiel quasi mit jedem Angriff den Gast in Verlegenheit. Die SC-Defensive bekam überhaupt keinen Zugriff auf die wieselflinken Angreifer in Gelb, die mit sehenswerten Kombinationen ihre Tore wie im Training erzielten.

Da auch Mikael Appelgren im Löwen-Tor  wieder einen Glanztag erwischt hatte, zeichnete sich sehr bald ab, wer an diesem Abend als Sieger das Feld verlassen würde. Bereits nach zehn Minuten beim 5:2 zeigten die Mannheimer, wer Herr im Hause war. Immer wieder fanden die Anspiele von Löwen-Regisseur Andy Schmid den richtigen Adressaten – so der no-look-Pass beim 8:3 auf Hendrik Pekeler -, denn der SC konnte den Wirkungskreis der Nummer 2 der Löwen nie einschränken. Und wenn der Schweizer die Lücke in der Leipziger Abwehr sah, dann schloss er eben selbst die Aktion erfolgreich ab. Sein Doppelschlag zum 9:4 und 10:4 veranlasste SC-Coach Michael Biegler, bereits nach 18 Minuten die zweite Auszeit zu nehmen, um seine Truppe mit Nachdruck aufzuwecken. Vergebens, denn die Leistung der Sachsen war alles andere als ein ehrgeiziger Pokalfight. Lediglich Leipzigs Philipp Weber stellte die Löwen-Defensive hin und wieder vor Probleme, doch als Alleinunterhalter konnte der zehnfache SC-Torschütze letztlich nichts bewegen. Nach 20 Minuten hatten die Gäste beim 11:5 bereits deutlich das Nachsehen, was von den Rängen mit einer großartigen Atmosphäre unterstützt wurde.

Die Stimmung steigerte sich noch, als  fünf Minuten vor der Pause „Rückkehrer“ Kim Ekdahl du Rietz das Feld betrat und sofort das 14:5 und 15:5 markierte. „Kimi hat sofort so gespielt, als ob er nie weg gewesen wäre“, urteilte der Sportliche Leiter Oliver Roggisch, denn auch im zweiten Durchgang netzte der Schwede noch zweimal in das Leipziger Tor ein. Die Hochstimmung auf den Rängen wurde mit jeden Löwen-Treffer enthusiastischer. „Die Fans haben uns wieder unheimlich stark unterstützt“, meinte später Patrick Groetzki, denn die Gastgeber ließen nicht locker und boten zudem ihrem Anhang noch manches Schmankerl oder Aktionen aus der Trickkiste. Ein Anspiel von Andy Schmid über das ganze Spielfeld zu Linksaußen Jerry Tollbring, der zum 24:11 (40.) vollstreckte, wurde von den Fans mit stehenden Ovationen quittiert. Der Torhunger der Löwen ließ nicht nach. Im Expresstempo wurden die Angriffe vorgetragen, zu schnell für die Leipziger Defensive, die ihre beiden Torhüter Jens Vortmann und Milos Putera sechzig Minuten im Stich ließen.

Über die Stationen 27:15 (Groetzki, 47.), 29:15 (49.) war beim 32:17 (Mensah Larsen, 52.) bereits auf 15 Treffer angestiegen. Selbst als Nikolaj Jacobsen noch Harald Reinkind und Bogdan Radivojevic Einsatzzeiten einräumte, gab es keinen Bruch in den Löwen-Aktionen. Drei Minuten vor dem Ende herrschte Hochstimmung auf den Tribünen, die bis zum 35:23-Endstand anhielt. Für SC-Coach Michael Biegler  war die Vorstellung seiner Mannschaft enttäuscht, „denn es ist nicht ganz so verlaufen, wie wir es geplant hatten. Wir wollten die Rhein-Neckar Löwen durchaus etwas länger ärgern, doch dann nahm nach zehn Minuten schon das Unheil seinen Lauf“. 

Rhein-Neckar Löwen – SC DHfK Leipzig 35:23 (17:8)

Rhein-Neckar Löwen: Appelgren (22 Gegentore/16 Paraden), Palicka bei einem Siebenmeter (1/0); Schmid (8), Sigurdsson (n.e.), Radivojevic (2), Baena, Tollbring (6/2), Mensah Larsen (3), Pekeler (2), Groetzki (2), Reinkind (1), Taleski, Petersson (7), Ekdahl du Rietz (4), Keller.

SC DHfK Leipzig: Vortmann, Putera (21. – 44.); Rojewski (2), Jurdzs, Krzikalla (3), Binder (1), Janke, Pieczkowski (2) Kunkel (2/1), Roschek, Weber (10/3), Rivesjoe (1), Strosack, Remke (2), Meschke, Milosevic.

Trainer: Nikolaj Jacobsen – Michael Biegler

Schiedsrichter: Baumgaret, Wild (Neuried, Offenburg)

Zuschauer:  6657

Zeitstrafen: 2 Min. : 4 Min. (Pekeler – Rojewski, Weber)

Siebenmeter : 3/2 : 5/4 (Schmid scheitert an Vortmann – Kunkel an Appelgren).