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· Spielbericht

Zum Jubiläum eine Andy-Schmid-Gala

Kapitän führt die Löwen in seinem 300. Bundesliga-Spiel zu 33:27 über Göppingen

Andy Schmid hatte gut lachen.
Andy Schmid hatte gut lachen.
Angeführt von einem überragenden Andy Schmid in dessen 300. Bundesliga-Spiel haben die Rhein-Neckar Löwen am Donnerstagabend Frisch auf! Göppingen mit 33:27 (15:17) besiegt. Dank einer deutlichen Steigerung in Durchgang zwei bogen die Badener im Derby mit den Schwaben ab der 40. Minute auf die Siegerstraße ein. In dieser Phase waren Matchwinner Schmid und Torwart Mikael Appelgren gemeinsam mit einer grundsoliden 6:0-Abwehr die Erfolgsgaranten bei den Löwen.

Andy Schmid erzielte zwölf Tore, versenkte alle fünf Siebenmeter, bereitete vier Tore vor und leistete sich gerade einmal einen technischen Fehler. Frisch auf!-Trainer Hartmut Mayerhoffer beglückwünschte zu einem „verdienten Sieg“: „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt. Nach der Pause haben wir zu viele technische Fehler gemacht, da hat uns die Ballsicherheit gefehlt.“

Lob für zweite Halbzeit

Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen sagte: „Göppingen hat tatsächlich eine sehr, sehr starke erste Halbzeit gespielt. Wir selbst haben viele technische Fehler gemacht und zu viele leichte Gegentreffer kassiert. Die zweite Hälfte blieb dann ohne technischen Fehler von uns, die Deckung war besser, Appelgren hat dann auch sehr gut gehalten.“ Zu seinem Kapitän sagte der Coach: „Andy hat vor allem in der zweiten Hälfte sehr gut gespielt. In der ersten Halbzeit wollte er noch zu viel, da war es ein bisschen hektisch. Vor allem nach der Pause war Andy dann überragend und hat ein sehr schönes Jubiläum feiern können.“

Niko Jacobsen mit seinem Innenblock.
Niko Jacobsen mit seinem Innenblock.
Den besseren Start haben die Löwen. Mit etwas Glück trifft Mads Mensah durch den Block von Sebastian Heymann zum 1:0. Auf der Gegenseite hält Mikael Appelgren gegen den glücklosen Heymann. Nemanja Zelenovic bricht den Bann für die Göppinger, als er in Minute drei das 1:1 markiert. Jetzt sind beide Mannschaften angekommen und zeigen gleich, was sie so spielerisch auf der Pfanne haben. Gudjon Valur Sigurdsson schließt einen herrlichen Angriff zum 2:1 ab (3.), Andy Schmid bedient Jannik Kohlbacher am Kreis mit einem Zuckerpass (3:2, 5.). Das hat Kollege Ivan Sliskovic gesehen und packt auf Göppinger Seite einen Pass hinter dem Rücken auf Kresimir Kozina aus (3:3, 6.).

Löwen schludern nach starkem Start

So spielerisch wertvoll die Partie beginnt, so schnell verlieren beide Teams im Anschluss den Faden. Fehlpässe auf beiden Seiten führen zu teils wilden Aktionen. Als Göppingen gleich mehrere Bälle infolge verliert, greift Frisch auf!-Coach Hartmut Mayerhoffer zur grünen Auszeit-Karte – da steht es 10:8 für die Löwen. Vor allem die Außen Sigurdsson und Patrick Groetzki spekulieren klug, schnappen sich so nacheinander zwei Bälle und stellen auf 8:7 und 10:8. Mayerhoffers Auszeit wirkt: Ein 3:0-Lauf bringt Göppingen wieder in Front (10:11, 19.).

Steffen Fäth läuft sich fest.
Steffen Fäth läuft sich fest.
Jetzt reagiert Löwen-Coach Jacobsen. Er stellt in der Abwehr auf das bewährte 5:1-Modell um mit Filip Taleski auf der Spitze. Allerdings fruchtet die Maßnahme nur bedingt. Göppingen bleibt konzentriert und behält den Zug zum Tor, lässt sich auch von der zwischenzeitlichen Löwen-Führung beim 13:12 durch Steffen Fäth nicht aus der Ruhe bringen (23.). Der nächste 3:0-Lauf der Schwaben bringt das 13:16 aus Löwen-Sicht. Immerhin schafft Andy Schmid mit einem beherzten Durchbruch, den Rückstand zur Pause auf zwei Treffer zu reduzieren. Dennoch ist klar: Wollen die Löwen im Derby Sieger bleiben, brauchen sie in der Abwehr, vor allem aber im Ballvortrag eine klare Steigerung.

Löwen drehen auf

Die gibt es dann auch. Und wie! Andy Schmid macht das 16:17, holt kurz danach einen Siebenmeter raus und verwandelt diesen zum 18:18 (33.). Die Löwen legen auch in der Abwehr zu, zwingen die Göppinger immer wieder in Notwürfe und riskante Anspiele. Dabei hat Trainer Jacobsen umgestellt, setzt wieder auf die 6:0-Formation – und liegt damit goldrichtig. Wieder Schmid beschließt den 3:0-Lauf mit seinem vierten verwandelten Siebenmeter (19:18, 35.). Die Gäste berappeln sich noch einmal, versuchen, mit Einzelaktionen gegenzuhalten. Kneule trifft zum 19:19, Kozina zum 21:21 (38.).

Löwe Sigurdsson war Teil der Steigerung in Hälfte zwei.
Löwe Sigurdsson war Teil der Steigerung in Hälfte zwei.
Nun bricht die beste Löwen-Phase an – und zugleich die entscheidende des Spiels. Mensah bedient Kohlbacher schulmäßig am Kreis, Schmid bricht einmal mehr die Göppinger Reihen auf, Kneule scheitert an Mikael Appelgren. Nun wird auch der Löwen-Keeper zum Faktor. Seine zehnte Parade in der 44. Minute ist die Vorlage für Andy Schmids zehnten Treffer. Da steht es 25:21 (44.). Dies lassen sich die Löwen nicht mehr nehmen. Schmid legt mit seinem elften Tor das 27:22 nach (46.), Sigurdsson nach Kempa-Zuspiel von Schmid erhöht auf 28:22 (47.).

Als Vladan Lipovina acht Minuten vor Schluss den ersten 8-Tore-Vorsprung markiert, ist die Begegnung entschieden. Jacobsen kann durchwechseln und bringt die Nachwuchskräfte Torwart Can Adanir sowie Kreisläufer Lars Röller ins Spiel. Zusammen mit den Kollegen bringen die beiden Youngster den Sieg nach Hause. Minutenlang feiern die Löwen-Fans ihre Helden, die einmal mehr beweisen, dass sie die Saison erfolgreich beschließen wollen. Die geforderte Steigerung in Durchgang zwei ist immens: 18:10 entscheiden die Badener die zweiten 30 Minuten gegen die Schwaben für sich und bleiben in der Liga auf dem avisierten dritten Platz.

Rhein-Neckar Löwen – Frisch auf! Göppingen 33:27 (15:17)

Löwen: Appelgren, Adanir (ab 58.) – Schmid (12/5), Lipovina (1), Sigurdsson (6), Radivojevic, Abutovic, Mensah (2), Fäth (3), Groetzki (2), Taleski, Guardiola, Kohlbacher (7), Röller

Göppingen: Rebmann, Prost (ab 46.) – Kneule (4), Ritterbach, Heymann (1), Bagersted, Peric, Sliskovic (3), Sörensen, Schiller (5/2), Rentschler (2), Schöngarth (2), Zelenovic (4), Kozina (6)

Trainer: Nikolaj Jacobsen – Hartmut Mayerhoffer

Schiedsrichter: Lars Geipel / Marcus Helbig

Zuschauer: 8015

Strafminuten: Kohlbacher (2), Guardiola (2), Abutovic (4) – Kneule (4), Kozina (4)

Siebenmeter: 5/5 – 2/3

Göppingen: Schiller verwirft Siebenmeter (22.)

Spielfilm: 1:0, 1:1, 4:3, 4:5, 5:7, 8:7, 10:8, 10:11, 11:12, 13:12, 13:16, 15:17 (HZ), 16:17, 16:18, 19:18, 19:19, 21:19, 21:21, 26:21, 26:22, 28:22, 30:23, 31:25, 32:26, 33:27 (EN)

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