Rhein-Neckar Löwen

Henning Fritz – Weltmeister in der Warteschleife (MM)

Mannheim. Er ist ein deutscher WM-Held, wurde als erster Torhüter überhaupt zum Welthandballer gewählt. Unzählige Titel feierte Henning Fritz in seiner Karriere, mit seinen Paraden und Reflexen gehörte er jahrelang zu den Besten seiner Zunft. Doch mittlerweile ist es stiller geworden um ihn, beim Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen ist er in dieser Saison die Nummer zwei hinter Goran Stojanovic. Daran wird sich auch heute im Heimspiel gegen die HSG Wetzlar (20.15 Uhr) nichts ändern.

Fritz fügt sich in seine Rolle, gibt sich als Motivator und Ratgeber für seine Kollegen. Noch. Denn im Juni endet sein Vertrag, der von den Badenern nicht verlängert wird. „Ich würde gerne bei den Löwen weiterspielen, aber die Situation ist momentan so, dass zur neuen Saison zwei Torhüter da sind“, weiß der 37-Jährige, dass die beiden Plätze zwischen den Pfosten ab Sommer an Stojanovic und Neuzugang Niklas Landin vergeben sind. Immer vorausgesetzt, dass sich aufgrund des Sparkurses nicht doch noch etwas ändert. Fritz bleibt entspannt und arbeitet an seiner Karriere nach der aktiven Laufbahn. Es gebe nichts Konkretes oder Definitives, versichert der Ex-Kieler, der gerne in der Rhein-Neckar-Region bleiben würde: „Meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl, wir haben hier unseren Freundeskreis.“

Zuletzt war immer wieder diskutiert worden, ob der Weltmeister von 2007 nach seiner Karriere eine Aufgabe bei den Löwen übernimmt. Wird das auch so kommen? „Diese Frage kann ich nicht hundertprozentig beanworten, weil ich nicht derjenige bin, der das entscheidet.“ Vor gut einem Jahr gab es Gespräche zwischen dem Klub und Fritz, dem man damals neben seiner Funktion als Spieler auch eine Aufgabe beim Verein angeboten hatte. Diese Doppellösung lehnte der Schlussmann ab, „weil das für mich nicht umsetzbar war. Ich bin Profi und will mich auf das Sportliche konzentrieren. Da ist es schwer, nebenher andere Dinge zu machen. Letztendlich konnten wir uns nicht einigen.“

Die Gespräche sollten in diesem Jahr wieder aufgenommen werden, doch bislang passierte nichts. „Ich würde mich freuen, wenn der Verein auf mich zukommt, das Interesse von meiner Seite ist groß, weiterhin bei den Löwen zu arbeiten. Meine Erfahrungen würde ich gerne im sportlichen Bereich weitergeben. Ich sehe da ebenso einige Möglichkeiten wie auch in der Sponsorenbetreuung.“

Seit 2007 trägt der 1,89-Meter-Mann das gelbe Trikot – und noch sei es zu früh, ein Fazit zu ziehen, meint der 37-Jährige. „Wir haben in diesem Jahr im EHF-Cup ja noch die Chance auf den ersten Titel der Vereinsgeschichte. Der Sieg in diesem Wettbewerb muss mit der Qualität in diesem Kader auch unser Anspruch sein“, sagt Fritz, den die jüngste Siegesserie der Gelbhemden nicht überrascht.

„Es ist in den vergangenen Jahren immer so gewesen, dass wir in der Rückrunde stabiler gespielt haben, weil wir zu Saisonbeginn immer sehr viele Neuzugänge integrieren mussten“, blickt der Schlussmann zurück und schaut zudem in die Zukunft: „Ziel der Löwen kann es nur sein, endlich Kontinuität in den Kader zu bringen. Wenn das gelingt, wird sich der Erfolg einstellen.“

Von Marc Stevermüer