Rhein-Neckar Löwen

Spanien und Kroatien komplettieren das Halbfinale

EM 2014, 11. Tag: Gedeon Guardiola trifft am Freitag auf Frankreich, Niklas Landin Jacobsen danach mit Dänemark auf die Kroaten

Mit den letzten sechs Spielen sind am Mittwoch die beiden EM-Hauptrundengruppen in Herning und Aarhus zu Ende gegangen – und Spanien und Kroatien haben sich die letzten beiden Halbfinaltickets gesichert, nachdem sich zuvor schon Dänemark und Frankreich als Gruppensieger für die Vorschlussrunde qualifiziert hatten. Spanien – mit dem Löwen-Kreisläufer Gedeon Guardiola, der drei Tore beisteuerte – gewann in Gruppe I in Herning das entscheidende letzte Spiel am Ende locker und klar mit 33:22 (15:12) gegen Mazedonien. Kroatien setzte sich in einem echten „Finale“ in Gruppe I in Aarhus um das Halbfinalticket mit 31:28 (14:15) gegen die zuvor punktgleichen Polen durch, die nun im bedeutungslosen Spiel um Platz fünf am Freitag auf Island (Dritter in Gruppe I) treffen.
Die übrigen Spiele mit Löwen-Beteiligung hatten eher nebensächlichen Charakter: Niklas Landin Jacobsen wurde beim 32:23 (17:13) im völlig bedeutungslosen  „Freundschaftsspiel“ der Dänen (siebter Sieg im siebten Spiel) gegen Island (stand vorzeitig als Gruppendritter fest) größtenteils geschont, Sergei Gorbok war aus dem russischen Kader wegen einer Rückenverletzung gestrichen worden. Auch ohne ihn feierten die Russen zum Abschluss den ersten Hauptrundensieg mit dem 39:33 (23:17) gegen die von Coach Iouri Chevstzov trainierten Weißrussen. Und Kim Ekdahl du Rietz (zwei Tore) feierte mit Schweden zwar einen 30:28 (14:16)-Erfolg gegen Olympiasieger Frankreich, der damit seine erste Turnierniederlage kassierte, hatte den Halbfinaleinzug aber schon durch die 25:35-Niederlage gegen Polen am Dienstag verspielt und beendete das Turnier auf Rang sieben.
Das erste Halbfinale am Freitag ist um 18.30 Uhr die Partie Frankreich gegen Spanien, danach folgt Dänemark gegen Kroatien um 21 Uhr. Durch das Weiterkommen der Spanier (als amtierender Weltmeister bereits für Katar 2015 qualifiziert) haben die drei übrigen Halbfinalisten bereits ihr Ticket für die Weltmeisterschaft im Wüstenstaat sicher.
Die übrigen neun europäischen Plätze werden in Play-offs im Juni ausgespielt, die Partien – mit deutscher Beteiligung –  werden am Sonntag gegen 13 Uhr in Herning ausgelost. Seit Mittwoch steht auch der erste Topf mit den potenziellen deutschen Gegnern fest.
Topf 1: Island, Polen, Ungarn, Schweden, Mazedonien, Russland, Österreich, Weißrussland, Serbien.
Topf 2: Deutschland, Norwegen, Montenegro, Tschechien, Rumänien, Slowenien, Litauen, Bosnien-Herzegowina, Griechenland.
Ohne ihren verletzten Superstar Kiril Lazarow konnten die Mazedonier den Isländern keine Schützenhilfe gegen Spanien bieten. Trotz starker Gegenwehr waren sie chancenlos gegen eine spanische Mannschaft, die wie beim 28:27 gegen Österreich erneut nicht komplett überzeugen konnten. Gedeon Guardiola war das allerdings egal, was zählte, war der Halbfinaleinzug: „Wir haben vor der Pause wahrlich nicht gut gespielt, aber als sich danach unsere Abwehr steigerte, war es eine klare Sache. Gegen Frankreich haben wir natürlich einen harten Brocken vor der Brust. Wenn wir ins Finale wollen, müssen wir uns erheblich steigern.“
Mit dem 39:33 gegen Weißrussland – dem bislang torreichsten Spiel der EM – sicherten sich die Russen den neunten Platz im Endklassement – vor allem dank der zwölf Tore bei zwölf Versuchen von Dmitry Kovalev.  Und auch Österreich feierte seinen ersten Hauptrundensieg in einem wahren Thriller gegen Ungarn. Nach einem 9:13-Rückstand führten Viktor Szilagyi (Bergischer HC) und Raul Santos (Gummersbach) mit je sechs Treffern die am Ende elftplatzierten Österreicher zu einem 25:24-Erfolg. „Wir haben uns Respekt in ganz Europa erspielt. Die EM war für uns ein Erfolg“, sagte Roland Schlinger (Balingen).

Die Polen lagen in der alles entscheidenden Partie in Aarhus von Beginn an vorne, bauten ihren Vorsprung nach 25 Minuten auf 14:11 aus, aber dann schlugen die Kroaten zurück: Zur Pause betrug der Rückstand nur noch ein Tor (14:15), dann erzielte das Balkan-Team fünf Tore in Folge, um die Partie beim 19:15 zu kippen. Polen wehrte sich nach Kräften, aber spätestens beim 26:30 (58.) war das Team des deutschen Trainers Michael Biegler auf der Verliererstraße, spielt nun gegen Island um Platz fünf, während die Kroaten zum sechsten Mal in Folge seit 2004 in ein EM-Halbfinale einzogen – Gold hat das Team aber noch nie gewonnen.

Die Ergebnisse des elften EM-Tages im Überblick:
Gruppe I in Herning:

Mazedonien – Spanien 22:33 (12:15)
Österreich – Ungarn 25:24 (9:13)
Dänemark – Island 32:23 (17:13)

Gruppe II in Aarhus:

Russland – Weißrussland 39:33 (23:17)
Frankreich – Schweden 28:30 (16:14)
Polen – Kroatien 28:31 (15:14) 

Am Freitag, 24. Januar, geht es wie folgt weiter:
Halbfinals in Herning:

Frankreich – Spanien (18.30 Uhr, ab 18.25 live auf Sport1)
Dänemark – Kroatien (21 Uhr, ab 20.55 Uhr live auf Sport1)

Spiel um Platz 5:

Island – Polen (16 Uhr)
EM-Abschlussklassement Ränge 7 bis 16:
7. Schweden
8. Ungarn
9. Russland
10. Mazedonien
11. Österreich
12. Weißrussland
13. Serbien
14. Norwegen
15. Tschechien
16. Montenegro