Die Rhein-Neckar Löwen feiern einen 32:26-Auswärtssieg beim TVB Stuttgart. In der Porsche-Arena überragt Schlussmann David Späth mit 19 Paraden.
Die Erinnerung an das Hinspiel ist eine gute! In Mannheim fackelten die Löwen ein Torfeuerwerk gegen den TVB Stuttgart ab. 38 Tore erzielten die Badener in eigener Halle. Eine Zahl, an der die Gelbhemden in Stuttgart gerne wieder kratzen und wenn alles passt, dann gerne noch ein paar weniger Gegentore als im Hinspiel zulassen würden. Denn immerhin 34 Mal klingelte es in der SAP Arena auch auf Löwen-Seite. Mit diesem ambitionierten Ziel geht die Mannschaft von Trainer Maik Machulla in die Partie.
Zu Beginn des Duells im Schwabenland stehen David Späth im Tor sowie Haukur Thrastarson, Dani Baijens und Lukas Sandell im Rückraum auf der Platte – soweit keine Veränderungen zum Heimspiel-Erfolg gegen die MT Melsungen. Auf der Außenposition variiert der Coach Machulla dafür auf der rechten Seite: Gino Steenaerts beginnt anstelle von Patrick Groetzki. Links geht Tim Nothdurft auf Torjagd. Das Kreisspiel deckt wie gewohnt Jannik Kohlbacher ab.
TVB Stuttgart variabel – knapper Löwen-Rückstand zur Halbzeit
Die Löwen beginnen die Partie beim Landeskonkurrenten mit Ballbesitz, können die erste Spielszene aber nicht mit einem Treffer abschließen. Auf der Gegenseite findet Kai Häfner hingegen die Lücke und erzielt das erste Tor in der Begegnung. Auch die zweite Bude geht auf das Konto des Heimteams, doch dann legen die Löwen los. Nach einem Zuspiel von Dani Baijens versenkt Lukas Sandell das Leder in den Maschen.
Damit ist der Startschuss gefallen und die Gelbhemden-Maschinerie kommt ins Rollen. Während die Abwehr hinten die Stuttgarter bei zwei Toren hält, legen Haukur Thrastarson und Tim Nothdurft drei Treffer nach und bringen die Badener in der siebten Spielminute erstmals in Führung. David Späth zeigt währenddessen eine Siebenmeter-Parade gegen Kai Häfner und hilft der Mannschaft damit, den Vorsprung auszubauen.
Doch die Mannschaft von Trainer Misha Kaufmann, der in der Porsche-Arena mit seinem variablen Angriffsspiel mit vier Rückraumspielern die Löwen-Abwehr fordert, lässt sich nicht abschütteln. Die zwischenzeitliche Drei-Tore-Führung des Machulla-Teams schmilzt zusammen – unter anderem wegen Lenny Rubin. Der Schweizer Nationalspieler erzielt im ersten Durchgang vier Tore und erreicht damit die 1000‑Tore-Marke in der DAIKIN Handball-Bundesliga.
Trotz einer starken Eins-gegen-eins-Parade von David Späth gegen Kasper Lien trifft Torben Matzken in der 28. Spielminute zum 13:13‑Ausgleich. Auch der letzte Treffer in Halbzeit eins gelingt den Stuttgartern. Der TVB geht in der Schlussminute durch einen Strahl von Max Häfner nach der Führung in den Anfangsminuten wieder in Front – und damit mit einem knappen 14:13-Vorsprung in die Halbzeitpause.
Überragender Späth führt Löwen zum Auswärtssieg in Stuttgart
In der zweiten Hälfte macht von Beginn an vor allem einer auf sich aufmerksam: Keeper David Späth. Der Schlussmann zeigt eine starke Parade gegen Jakob Nigg und macht direkt klar: An mir müsst ihr jetzt erstmal vorbei kommen. Während des zweiten Durchgangs entschärft der Torwart drei weitere Siebenmeter und steht nach 60 Spielminuten bei 19! Paraden – nicht wenige davon gegen freie Stuttgarter. Als i-Tüpfelchen gelingt ihm kurz vor Schluss sogar der 30. Löwen-Treffer ins verlassene Stuttgarter Tor.
Die Paraden-Serie ihres Rückhalts nutzen die Badener, um sich in der 43. Spielminute nach dem knappen Rückstand zur Halbzeit erstmals wieder einen Drei-Tore-Vorsprung zu erspielen. Von da an läuft es für die Gelbhemden fast wie am Schnürchen. Sie erhöhen die Führung kontinuierlich bis zu einem Sieben-Tore-Vorsprung in der vorletzten Spielminute. Bester Torschütze ist wie im Hinspiel gegen Stuttgart Haukur Thrastarson mit zehn Buden.
Am Ende der Partie steht ein 32:26-Auswärtssieg für die Mannschaft von Trainer Maik Machulla, die den Punkte-Doppelpack mit nach Hause nimmt. Nach dem Landesduell freut sich David Späth über seine Glanzleistung, vor allem aber über den Teamerfolg der Löwen: „Das tut sehr gut. Die letzten Spiele liefen für mich nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Das hat mich beschäftigt. Umso schöner ist es, diese Phase mit so einer Leistung zu beenden und der Mannschaft zu helfen. Das Allerwichtigste ist, dass wir diese schwere Auswärtsaufgabe bei einem unbequemen Gegner gemeistert haben und einen Sieg feiern dürfen. Der Teamerfolg steht über allem!“
Mit dem Sieg im Rücken – wieder 32 Toren und diesmal acht Gegentreffern weniger als im Hinspiel – treten die Löwen die Heimreise an und gehen mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause. Das nächste HBL-Match steht für die Badener am 24. Mai an – in der SAP Arena gegen den SC Magdeburg.
Stuttgart: Kornecki (6 Paraden), Pol (2 Paraden) – M. Häfner (5), Serradilla, Kynast, Lien, Snajder (1), Röthlisberger, Schmid (1), Heydecke (2), Matzken (2), Zieker (4), K. Häfner (4/1), Rubin (6), Nigg (1)
Löwen: Jensen, Späth (19/4 Paraden) – Larson, Timmermeister, Nothdurft (6), Plucnar, Sandell (3), Heymann, Steenaerts (1), Móré, Groetzki, Thrastarson (10), Ciudad Benitez, Baijens (2), Aspenbäck (4), Kohlbacher (5)
Trainer: Misha Kaufmann – Maik Machulla
Schiedsrichter: Fabian Friedel – Rick Herrmann
Zuschauer: 5635
Strafminuten: Röthlisberger, Heydecke, Rubin – Plucnar (2x)
