Die Rhein-Neckar Löwen sind am Ostersonntag im Feiertags-Einsatz. Mit dem HC Erlangen wartet ein anspruchsvoller Gegner auf die Badener.
27. Spieltag in der DAIKIN HBL: Für die Löwen steht eine Auswärtsfahrt auf dem Programm. Die Mannschaft von Cheftrainer Maik Machulla reist nach Nürnberg, wo sie am Sonntag in der PSD Bank Nürnberg ARENA auf den HC Erlangen trifft – eine Aufgabe, bei der sich die Löwen in der Vergangenheit regelmäßig schwer taten. Anwurf ist am Ostersonntag um 16:30 Uhr, live bei Dyn und im Ticker in der Löwen-App. Vor der Partie ordnet der Coach ein: Warum ist die Auswärtsaufgabe in Erlangen unangenehm? Wie sieht er den Gegner? Und was machen die Löwen bei dieser Erlangen-Fahrt anders als in den vergangenen Jahren?
Maik Machulla über..
..den HC Erlangen: „Es ist ein unangenehmes Auswärtsspiel. Die Erlanger werfen zuhause an Kampf, Aggressivität und Leidenschaft alles in die Waagschale, um die Punkte in eigener Halle zu holen. Sie sind in der Lage, jeder Top-Mannschaft Probleme zu machen. Allerdings haben sie auch immer mal wieder Spiele dabei, wo sie ihren Flow nicht finden. Und genau das versuchen wir natürlich hinzubekommen, dass sie nicht in den Rhythmus kommen. Das ist das Ziel: den Flow verhindern, den Rhythmus brechen. Wir werden versuchen, Viggó Kristjánssons Kreise etwas einzuengen, weil er ein Spieler ist, der über eine individuelle Qualität verfügt, die eine Mannschaft einfach deutlich besser machen kann. Darüber hinaus trifft Marek Nissen, wenn er Platz bekommt, wenn er Raum hat, viele gute Entscheidungen. Er hat sich super entwickelt. Zusammengefasst wartet eine sehr unangenehme Mannschaft auf uns. Deswegen werden wir alles dafür tun, uns bestmöglich vorzubereiten.“
Löwen in Erlangen – „Flow verhindern, Rhythmus brechen“
..konsequente Abwehrarbeit: „Wir verteidigen eigentlich alle Spiele relativ kompromisslos. Wir halten den Gegner in der Regel unter 30 Tore. Wir machen unseren Gegnern das Leben extrem schwer. Wir zwingen sie in schwierige Situationen. Genau das wollen wir gegen Erlangen auch schaffen. Wir müssen eine hohe Präsenz haben. Wir wollen hoch verteidigen, den HCE nicht zu nah ans Tor lassen. Denn dann hat die Mannschaft mit Antonio Metzner, Viggó Kristjánsson und Marek Nissen drei Spieler, die im Eins-gegen-eins top sind, aber auch aus der Distanz werfen können. Im Hinspiel hatten wir Probleme mit Andri Rúnarsson, der den Raum, den wir ihm gegeben haben, optimal genutzt hat. Es wird darum gehen, noch kompakter zu verteidigen und den ersten Zweikampf zu gewinnen.“
..den Unterschied zwischen Tages- und Übernachtungsfahrt: „Wir machen es anders als die letzten Jahre, wo die Fahrt nach Erlangen eine Tagestour war. Wir reisen Samstag an, um dann frisch und voller Energie auf der Platte zu stehen. Die Spieler sind es zwar gewöhnt, am selben Tag zu fahren, aber du trainierst, machst dann kurz Video, isst und sitzt anschließend im Bus. Wir alle wissen, wie man sich fühlt, wenn man drei Stunden Auto gefahren ist und dann aus dem Auto aussteigt. Natürlich muss man sagen, dass es im Bus mehr Beinfreiheit gibt. Trotzdem fühlt sich eine Tagestour bei geplanter Fahrtzeit von 3,5 Stunden für mich nicht richtig an. Ich glaube, dass es generell wichtig ist, vor einem Spiel gemeinsam Zeit zu verbringen, ein Gefühl für die Atmosphäre zu bekommen, dass ein Pflichtspiel ansteht. Trotzdem sehe ich auch den Vorteil einer Tagestour. Zum Beispiel nach Wetzlar sind wir zwei Stunden gefahren, waren dort nochmal spazieren. Das hat gut funktioniert. Die Jungs schlafen zu Hause in ihrem eigenen Bett, haben ihren Rhythmus, das tut ihnen auch gut. Aber wie gesagt: Bei 3,5 Stunden geplanter Busfahrt ist für mich die Grenze einer Tagestour überschritten. Dafür ist das Spiel zu wichtig.“
„Absoluter Teamplayer“ – Machulla zollt Jensen Respekt
..das Potenzial im Angriffsspiel: „Wenn man sich die Spiele aus der Hinrunde anschaut – gerade am Anfang der Saison – ist das nicht mehr mit unserem Spiel jetzt zu vergleichen. Wir haben mittlerweile eine andere Klarheit im Spiel. Wir können inzwischen taktisch schneller auf Veränderungen des Gegners reagieren, brauchen nicht mehr so viel Zeit, um uns darauf einzustellen. Ich versuche vor allem meinen Spielmachern, Dani und Haukur, viel Freiraum zu geben. Wir besprechen im Vorfeld: Was machen wir, wenn der Gegner das macht? Was machen wir, wenn der Gegner in dieser Weise umstellt? Wenn uns der Gegner eine bestimmte Situation wegnimmt, wie reagieren wir darauf? Von außen könnten wir das noch viel mehr steuern, aber es ist auch wichtig, dass die Spieler lernen, darauf selbst den Fokus zu legen: taktisch variabel zu sein, gerade was das Angriffsspiel betrifft. Da können und müssen wir uns noch verbessern.“
..die Top-Leistung von Mike Jensen gegen Wetzlar: „Er hat einen starken Input gegeben. Gegen Wetzlar hat er ein extrem gutes Spiel gemacht. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir Mike haben. Ohne Spielrhythmus solche Leistungen zu bringen, ist extrem stark. Das zeigt auch seine mentale Stärke. Denn er kennt die Rollenaufteilung. David ist unsere Nummer 1 und bekommt die Hauptspielzeit, aber das Wissen, dass Mike so abliefert, wenn er reinkommt, macht es uns natürlich einfacher, auch mal früher zu wechseln, wenn es die Situation fordert. Mike ist ein absoluter Teamplayer. Er unterstützt und hilft David, wenn er gebraucht wird. Das nötigt mir eine Menge Respekt ab.“
