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Bundessportgericht hebt HBL-Bescheid auf – Löwen behalten zwei Punkte gegen Lemgo
Die 2. Kammer des Bundessportgerichts hat den Bescheid der DAIKIN Handball-Bundesliga (HBL) zur Spielwertung der Rhein-Neckar Löwen gegen den TBV Lemgo Lippe aufgehoben.
Das gab die Kammer am 2. April 2026 bekannt. Gegen das Urteil kann innerhalb von zwei Wochen Revision beim Bundessportgericht des Deutschen Handballbundes eingelegt werden.

Ausgangslage: Spiel gegen Lemgo nachträglich umgewertet
Ausgangspunkt des Verfahrens war, dass im Kader der Rhein-Neckar Löwen ein Spieler stand, für den vor dem Spiel keine unterschriebene Anti-Doping-Schiedsvereinbarung bei der HBL vorgelegen haben soll. Seit dem 1. Januar 2026 gilt eine solche Vereinbarung als Voraussetzung für die Teilnahmeberechtigung. Das Spiel vom 20. Februar (22. Spieltag) hatten die Rhein-Neckar Löwen sportlich in einem Heimspektakel in der SAP Arena mit 32:30 gewonnen. Die HBL wertete die Partie im Nachgang mit 0:2 Punkten gegen die Löwen. Dagegen legten die Rhein-Neckar Löwen fristgerecht Einspruch ein.
Bundessportgericht gibt Einspruch der Rhein-Neckar Löwen statt
Die 2. Kammer des Bundessportgerichts gab dem Einspruch der Löwen statt und stellte das sportlich erzielte Ergebnis wieder her. Die Rhein-Neckar Löwen behalten damit die zwei Punkte aus dem Spiel gegen den TBV Lemgo-Lippe.
Begründung: Keine ausreichende Rechtsgrundlage für Spielwertung
Zur Begründung führt die Kammer aus, dass die Spielverlustwertung keine ausreichende Grundlage im Regelwerk hatte. Sanktionen müssten so geregelt sein, dass klar erkennbar ist, welches Verhalten gefordert wird.
Genau das sei hier nicht der Fall. Insbesondere sei nicht eindeutig geregelt, zu welchem Zeitpunkt die Anti-Doping-Schiedsvereinbarung vorliegen muss.
Zudem sei entscheidend, dass der betroffene Spieler zwar im Kader stand, aber nicht eingesetzt wurde. Eine unterschriebene Vereinbarung sei in diesem Fall erst vor einem tatsächlichen Einsatz erforderlich gewesen.
Rhein-Neckar Löwen behalten die Punkte
Mit der Entscheidung bleibt das sportlich erzielte Ergebnis bestehen. Die Rhein-Neckar Löwen behalten die zwei Punkte aus dem Spiel gegen Lemgo.
Löwen-Geschäftsführer Holger Bachert sagt: „Für uns war entscheidend, dass die rechtliche Grundlage sauber geprüft wird. Gleichzeitig geht es uns um Klarheit und eine Weiterentwicklung des Regelwerks, sodass solche Fälle in Zukunft hoffentlich nicht mehr eintreten.“