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Kampf bis zur letzten Sekunde – Löwen holen erste Punkte 

In der Wuppertaler Unihalle holen sich die Rhein-Neckar Löwen beim 27:26-Sieg gegen den BHC in einem Herzschlagfinale ihre ersten zwei Punkte der Saison. 

„Es wird ein schweres Auswärtsspiel“, sagte Löwen-Trainer Maik Machulla vor der Auswärtspartie beim Bergischen HC. Und so sollte es kommen. Das Match bei den bergischen Löwen, dem dritten Spiel innerhalb von sieben Tagen für die Badener, verlangte beiden Teams alles ab. Nach einer hart umkämpften Begegnung mit Spannung bis zur letzten Sekunde sicherte sich schlussendlich das Machulla-Team die ersten beiden Zähler und durfte jubeln.

Der Cheftrainer setzt in diesem zweiten Auswärtsspiel der Opel HBL auf folgende Akteure in der Starting-Seven: David Späth im Tor, Niclas Mierzwa und Marius Steinhauser auf den Außenpositionen, Dani Baijens, Jacob Lassen sowie Haukur Thrastarson starten im Rückraum und Jannik Kohlbacher steht als Kreisläufer auf der Platte. 

Knappe Halbzeitführung nach schwierigem Start

Die Löwen nutzen ihren Anwurf aus und gehen durch Dani Baijens, der das 1:0 markiert, in Führung. Trotz des gelungenen ersten Angriffs ist es die Heimmannschaft, die in den ersten Minuten besser in die Partie kommt. Durch Paraden von Christopher Rudeck und einfache Tore in der Offensive steht es schnell 5:3. Davon lässt sich die Machulla-Mannschaft aber keineswegs einschüchtern. 

Dani Baijens gegen den BHC.
Dani Baijens zeigt mit sieben Toren beim BHC eine starke Leistung.

In der achten Spielminute läuft Gerdas Babarskas im Tempogegenstoß auf David Späth zu. Der Keeper bleibt lange stehen und reißt die Arme rechtzeitig hoch – Parade! Mit weiteren Saves beflügelt der deutsche Nationalkeeper die Löwen zu einem 5:0‑Lauf. Der heute bestens aufgelegte Dani Baijens ist es, der den Lauf vollendet und mit dem 8:5-Führungstreffer erstmals für einen Drei-Tore-Vorsprung im Spiel sorgt – auch bedingt durch eine hochkonzentrierte Defensiv-Arbeit. 

Die Löwen schaffen es anschließend aber ihrerseits nicht, davonzuziehen. Der BHC wird hinten wieder stabiler und außerdem hält Torwart Christopher Rudeck sein Team mit Paraden im Spiel. Dadurch gelingt es der Heimmannschaft in kurzer Zeit, zum 10:10 auszugleichen. Doch wie es das Spiel so will, sind es in der Folge wieder die Gelbhemden, die mehr Zugriff bekommen. Es braucht nicht lange, da lässt Edwin Aspenbäcks wuchtiger Treffer zum 10:13 die zahlreich mitgereisten Löwen-Fans ein weiteres Mal jubeln. Abschütteln können die Badener die Mannschaft von Arnor Thor Gunnarsson aber auch nicht. Fynn Hangstein nutzt im Sieben-gegen-Sechs Sekunden vor dem Pausenpfiff die Überzahl aus und stellt auf 13:14. Niclas Mierzwas Ball von der Mittellinie wäre danach sogar noch rechtzeitig ins leere Tor geflogen, prallt jedoch gegen die Latte, womit der Halbzeitstand von 13:14 feststeht. 

Auf und Ab zieht sich auch durch Hälfte zwei

Die Löwen kommen torhungrig aus der Kabine. Und auch Späth bekommt hinten immer wieder seine Hände an den Ball. Das Zusammenspiel zwischen Keeper und Abwehr funktioniert. Späths Vorderleute machen einen überragenden Job. In der fünften Minute des zweiten Durchgangs gehen die Löwen durch Haukur Thrastarsons Treffer zum 14:18 scheinbar souverän in Führung. Doch der rote Faden des Spiels zieht sich auch durch die zweite Halbzeit. Die bergischen Löwen lassen erst federn und greifen dann wieder voll an. In der 44. Minute fällt der erneute Ausgleich und nur wenige Momente später krallt sich der BHC das erste Mal seit der elften Minute mit dem 21:20 die Führung. 

Wer glaubt, der erneute Rückstand und die lautstarken Fans in der Unihalle würden die Löwen nun aus dem Konzept bringen, der hat sich geirrt. Tom Bergner greift dem hochspringenden Thrastarsson in den Wurfarm und sieht nach Videobeweis die rote Karte. Der anschließende Siebenmeter von Kentin Mahé sitzt – 22:22. 

David Späth beim BHC
David Späth jubelt gelöst. Die Löwen holen beim BHC ihre ersten zwei Punkte.

Kampf bis zur letzten Sekunde – Löwen holen erste Punkte 

Das Spiel geht nun in die Schlussphase. In der 53. Spielminute hat das Machulla-Team nur noch einen Pass zur Verfügung, welcher auf den extra eingewechselten Robert Timmermeister gespielt wird. Der Löwe steigt hoch und knallt Rudeck den Ball um die Ohren (23:24). Auf der anderen Seite zeichnet sich Späth ein weiteres Mal aus und darf dann verfolgen, wie Mahé per lässigem Siebenmeter in der beginnenden Crunchtime auf 23:26 stellt. 

Doch auch jetzt bleibt es spannend. Der BHC erzielt 15 Sekunden vor dem Ertönen der Schlusssirene den 26:27‑Anschlusstreffer. Der Puls steigt, die Nerven sind bei jedem, dessen Herz blau-gelb schlägt, zum Zerreißen gespannt. Dann die Erlösung: Die Badener spielen ihren letzten Angriff souverän runter und feiern ausgelassen ihre ersten beiden Punkte der Spielzeit 2026/27. Am Freitag (11. September) geht es in der heimischen SAP Arena gegen Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten weiter.

Löwen: Jensen, Späth (12 Paraden) – Timmermeister (1), Nothdurft, Lassen (2), Mierzwa (4), Steenaerts, Steinhauser (1), Seesing, Thrastarson (5), Mahé (3), Ciudad Benitez, Jaganjac, Baijens (7), Aspenbäck (1), Kohlbacher (3)

Bergischer HC: Rudeck (11 Paraden), Oberosler, – Viana, Becher (4), Schöttle, Püttmann, Hangstein (6), Babarskas (2), Kooij, Hilding (1), Babak, Bergner (1), Fuchs (6), Steinhaus (5) Wasielewski (1) 

Trainer: Arnor Thor Gunnarsson – Maik Machulla

Schiedsrichter: Jannik Otto – Raphael Piper

Zuschauer: 2456

Strafminuten: Babarskas, Kooij, Fuchs – Timmermeister (3x), Steinhauser, Seesing 

Rote Karte: Tom Bergner – Robert Timmermeister