Veröffentlichung:

Blick nach Wien, TSV im Kopf (MM)

Löwen morgen gegen Hannover / EHF-Cup-Auslosung

MANNHEIM. Die Gedanken schwirren nur um den nächsten Gegner und nicht um die heutige Auslosung der Viertelfinal-Begegnungen im EHF-Cup. Gudmundur Gudmundsson beschäftigt sich eben mit Dingen, die er selbst beeinflussen kann. Und deswegen nutzte der Trainer des Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen die lange und beschwerliche Reise mit seiner Mannschaft ins ukrainische Zaporozhye dazu, sich ein genaues Bild vom TSV Hannover-Burgdorf zu verschaffen. Gegen die Überraschungsmannschaft dieser Saison stehen die Gelbhemden am Mittwoch (20.15 Uhr/SAP Arena) vor einer unangenehmen Aufgabe.

„Das ist ein absolutes Schlüsselspiel für uns“, weiß der Isländer, dass ein weiterer Punktverlust nach den Niederlagen gegen Hamburg und Flensburg sowie dem Remis in Lemgo die Teilnahme an der Champions League gefährden würde. Noch haben die Badener vier Minuspunkte weniger auf dem Konto als die Rivalen aus Berlin und Hamburg, doch zuletzt schmolz der Vorsprung. Selbst die Hannoveraner, die auf dem sechsten Rang stehen, liegen nur sechs Zähler hinter den zweitplatzierten Löwen.

Großer Respekt

„Dass der TSV so weit oben in der Tabelle steht, ist kein Zufall. Diese Mannschaft ruft seit Saisonbeginn konstant ihre Leistung ab und leistete sich nur ganz wenige Ausrutscher“, hat Gudmundsson großen Respekt vor den Niedersachsen, die auch gegen die Topteams fleißig punkteten. Ein Unentschieden in Hamburg, ein Sieg in Berlin, zwei Punkte gegen Flensburg – diese Bilanz kann sich sehen lassen.

Gudmundsson ist davon überzeugt, dass seine Jungs die jüngsten Reisestrapazen bis zur Partie gegen die „Recken“ verdaut haben. „Das sollten wir in den Griff bekommen, zumal ich in Zaporozhye ja einige Leistungsträger schonen konnte“, sagt der Isländer. Seine Gedanken schwirren nur um Hannover – und doch wird er heute zumindest für einen kurzen Augenblick zur EHF-Cup-Auslosung nach Wien schauen.

Von Marc Stevermüer