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Die stoische Ruhe des Darko Stanic (RP)

Torhüter der Rhein-Neckar-Löwen in Magdeburg mit der Matchwinner – Morgen kommt Göppingen

Die besondere Faszination der Sportart Handball sahen 6515 Zuschauer am Sonntag in der Magdeburger Getec-Arena mit eigenen Augen. Da wurde Darko Stanic für die Rhein-Neckar-Löwen mit einer gelungenen Aktion zum Helden und bescherte den Löwen den 24:23-Sieg im Spitzenspiel – beinahe wider Willen.

Der serbische Torhüter, im Sommer neu zum Team gekommen, hatte das Spiel beim SC Magdeburg zwischen den Pfosten begonnen, in den ersten zehn Minuten aber keinen Ball gehalten und musste folgerichtig danach wieder auf die Bank. Stanic, der den Ruf eines Einzelgängers hat, wirkte anschließend wie ein teilnahmsloser Beobachter der Partie, ehe 75 Sekunden vor Schluss beim Stand von 23:23 ein Siebenmeter gegen die Löwen verhängt wurde.

„Ich muss Andy Schmid loben, er hatte zuerst die Idee mit Darko“, sagte Nikolaj Jacobsen später. Der Trainer der Löwen verwies auf den Spielmacher, der darauf drängte, Stanic ins Tor zu schicken. Jacobsen fand Gefallen am Vorschlag und Stanic wehrte kurz darauf den Wurf von Robert Weber ab.

Dabei hatte Darko Stanic nicht so ausgesehen, als brenne er auf die Möglichkeit, aufs Spielfeld zurückzukehren. Alexander Petersson traf anschließend wenige Sekunden vor dem Ende zum 24:23 für die Löwen und der Sieg im Topspiel war perfekt.

„Darkos Ausstrahlung und seine Erfahrung ist in so einer Situation wichtig“, sagte Schmid. Außerdem, das sei nicht zu unterschätzen, habe der Wechsel im Tor den Schützen ins Überlegen gebracht. „Ich habe darauf spekuliert, dass Weber es so versucht wie beim ersten Siebenmeter des Spiels“, sagte Stanic. Der Torwart blieb bei der Analyse so ruhig, eigentlich schon stoisch, wie er es auf dem Feld auch war. Ob es an der Nervosität von Weber lag, oder an der Klasse von Stanic, war letztlich egal, das Ergebnis war entscheidend – eine drohende knappe Niederlage wandelte sich in einen Sieg. „Wir haben zwei richtig gute Torhüter, und das ist ein wichtiger Fakt“, erklärte Schmid den Vorteil, zwei Spieler mit ähnlich hohem Niveau im Kader zu haben. In Magdeburg zahlte sich dieser Umstand schon einmal aus, denn Mikael Appelgren hatte zwischen seiner Auswechslung und bis zum Siebenmeter kurz vor Schluss viele wichtige Paraden gezeigt.

Das soll morgen möglichst auch so sein, denn die Terminhatz in der Liga hat begonnen und mit Frisch Auf Göppingen kommt ein gefährlicher Gegner in die SAP-Arena. „Die haben nur Nationalspieler in ihren Reihen, das wird sehr schwer“, sagte Jacobsen vor dem Duell gegen Frisch Auf, das um 19 Uhr beginnt. Der Coup von Magdeburg entfaltet nur dann seinen kompletten Wert, wenn die Löwen in den kommenden Partien nicht unerwartet straucheln. „Ich habe den Jungs gesagt, dass die nächsten drei Spiele für uns sehr wichtig sind“, erklärte der Löwen-Coach nicht nur die Begegnung gegen Göppingen, sondern auch die darauf folgenden Auswärtspartien bei der TSV Hannover-Burgdorf und dem Bergischen HC zur Standortbestimmung.