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Handball-Pokal: Auf ein Neues für die Rhein-Neckar-Löwen (RNZ)

Am Mittwoch steigt in der SAP Arena das Pokal-Wiederholungsspiel gegen Melsungen

Nachsitzen statt Regeneration in einer eigentlich spielfreien Woche, heißt es für die Rhein-Neckar Löwen am Mittwoch (19 Uhr), wenn das Pokal-Viertelfinalspiel gegen MT Melsungen in der SAP Arena wiederholt wird.

Weil den Schiedsrichtern beim 22:21-Sieg im Dezember in der Ludwigshafener Eberthalle ein entscheidender Fehler unterlaufen war und sie nach einer Regel, die nur für die Bundesliga, nicht aber für den Pokalwettbewerb gültig ist, entschieden hatten. Nach einer Unsportlichkeit des Melsungers Timm Schneider sah dieser die Rote Karte und die Löwen erhielten zusätzlich einen Siebenmeter zugesprochen, den Uwe Gensheimer zum 22:21-Sieg verwandelte. Melsungens Trainer Michael Roth war entsprechend sauer und fühlte sich verschaukelt. Melsungen legte umgehend Protest ein, dem stattgegeben wurde.

Nun also müssen die Löwen noch einmal ran, immerhin in einer gut gefüllten SAP Arena, denn Dauerkarteninhaber erhalten als Ersatz für das ausfallende Heimspiel gegen den insolventen HSV Hamburg kostenfreien Zugang zum Wiederholungsspiel. Als „Glück im Unglück“ bezeichnet Löwen-Geschäftsführer Lars Lamadé diese Situation, die der treuen Kundschaft immerhin einen Ausgleich für das Spiel gegen den HSV bietet. „Aber schöner wäre es, wir wären bereits für das Final Four qualifiziert.“ Denn eine leichte Aufgabe ist trotz der Unterstützung durch das Heimpublikum nicht zu erwarten.

„Das ist ein schwerer Brocken, eine gute Truppe“, sagt Lamadé. „Die haben bisher eine gute Saison gespielt.“ Mit nur zehn Minuspunkten liegen die Nordhessen in der Bundesliga-Tabelle immerhin auf Platz vier und in Lauerstellung hinter dem Spitzentrio mit den Löwen, Meister THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt. Und die Löwen hatten mit dem Team von Coach Michael Roth ja nicht nur im Pokalspiel, das morgen wiederholt wird, große Probleme, sondern auch in der Vorrunde bei MT Melsungen verloren.

„Die haben eine sehr gute Abwehr, gegen die spielt keiner gerne.“ Besonders der ehemalige Löwen-Rückraumspieler Michael Müller ist gegen seinen Ex-Verein immer besonders motiviert. „Es ist ein harter Kampf, gegen Michael Müller zu spielen“, sagt Lars Lamadé.

Gefährlich als Torjäger ist Rechtsaußen Johannes Sellin. Der Europameister hat zuletzt am vergangenen Sonntag beim klaren 31:22-Sieg in Lemgo elf Tore beigesteuert. Die Melsunger scheinen also noch immer mit guten Leistungen unterwegs zu sein.

Aber auch die Löwen haben zuletzt überzeugt und sich durch die Punktspielniederlage beim Verfolger SG Flensburg-Handewitt nicht irre machen lassen. Beim europäischen Spitzenteam KS Vive Kielce verkaufte sich der Bundesliga-Spitzenreiter teuer und obwohl Trainer Nikolaj Jacobsen seine erste Garnitur weitgehend schonte, verlor seine Mannschaft nur mit einem Tor Unterschied.

Die Löwen scheinen also gerüstet für den Kampf um den Einzug ins Final Four – und sie können schon einmal Maß nehmen, denn bereits nächste Woche am Donnerstag (3. März) kommt Melsungen erneut in die SAP Arena: Zum Bundesliga-Punktspiel.

Von Hasso Waldschmit