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K.o. in Halbzeit zwei – HC Erlangen bestraft fahrige Löwen 

Keine Punkte in Erlangen! Die Rhein-Neckar Löwen müssen sich dem HCE geschlagen geben. Die Durchschlagskraft im Spiel der Badener fehlt. 

Die Auswärtspartie gegen den HC Erlangen entwickelt sich am Ostersonntag zur erwartet komplizierten Aufgabe für die Rhein-Neckar Löwen. Die Machulla-Mannschaft findet nur schwer ins Match und kann sich über 60 Minuten nicht freispielen. Anders sieht es beim Heimteam aus, das noch mit einem Rückstand in die Halbzeitpause geht, aber eine überzeugende zweite Hälfte liefert. Am Ende gewinnt der HCE mit 29:27 das Bundesliga-Duell. 

Die Löwen gehen das Match in Nürnberg mit der inzwischen etablierten Startsieben an. Coach Maik Machulla setzt zu Beginn auf David Späth im Kasten, Tim Nothdurft und Patrick Groetzki auf den Außenbahnen, das Trio Haukur Thratarson, Dani Baijens und Edwin Aspenbäck im Rückraum, sowie Jannik Kohlbacher am Kreis. 

Löwen gehen mit Drei-Tore-Vorsprung in die Halbzeit-Pause 

Die Anfangsphase im Bundesliga-Spiel gegen den HC Erlangen gestaltet sich holprig – auf beiden Seiten. Während das Heimteam ihren Spielmacher Viggó Kristjánsson schmerzlich vermisst, der am Ostersonntag mit muskulären Beschwerden ausfällt, kommt auch das Löwen-Spiel lange nicht ins Rollen. Den Vorteil des Anwurfs können die Gelbhemden nicht nutzen. Erst in der vierten Spielminute fällt in der Partie überhaupt das erste Tor – und das vom Siebenmeter-Strich. Haukur Thrastarson überwindet Tin Herceg, der am Sonntagnachmittag in Abwesenheit von Khalifa Ghedbane den HCE-Kasten hütet. Das Spiel bestimmen die Abwehrreihen. Erst in der zwölften Spielminute erzielt die Mannschaft von HCE-Coach Johannes Sellin ihr zweites Tor.

Zwar bleiben die Badener im ersten Spielviertel stets in Führung, doch absetzen können sie sich nicht. Nach einer Auszeit von HCE-Trainer Johannes Sellin in der 16. Spielminute reißt die Heimmannschaft die Partie an sich und geht durch einen 3:0-Lauf erstmals in Führung – 7:6. 

Löwen verlieren in Erlangen.
Jannik Kohlbacher erzielt gegen den HC Erlangen sieben Tore.

Nun liegt es am Löwen-Coach, seinerseits zu reagieren. Nur wenige Minuten nach der Sellin-Auszeit drückt auch Maik Machulla auf den Pausen-Buzzer. Ähnlich wie zuvor beim HC Erlangen zahlt sich die kurze Unterbrechung und die damit verbundene Justierung aus. Die Gelbhemden setzen aufs Sieben-gegen-Sechs-Spiel. Durch die Überzahl auf der Platte finden die Badener immer wieder Jannik Kohlbacher am Kreis, der in der 23. Spielminute die Löwen-Führung wiederherstellt und zum 8:9 einnetzt. 

Im Schlussabschnitt schaffen es die Löwen durch ein weiteres Kohlbacher-Tor, einen Treffer von Haukur Thrastarson, einen Siebenmeter-Erfolg von Tim Nothdurft – insgesamt trifft der Linksaußen in Durchgang eins dreimal vom Strich – und einer Bude von Patrick Groetzki, der an den Kreis eingelaufen ist, eine 13:10-Führung herzustellen. Mit dem hart erarbeiteten Drei-Tore-Vorsprung gehen die Löwen in die Pause. 

K.o. in Halbzeit zwei – HC Erlangen bestraft fahrige Löwen

Doch das Machulla-Team legt einen absoluten Fehlstart in den zweiten Durchgang hin. Nicht nur schrumpft der so hart erkämpfte Vorsprung in Windeseile ein, der HCE nutzt die schwache Löwenphase für einen 5:0-Lauf und geht sogar mit zwei Treffern in Front. Nach 38 Spielminuten steht es in der PSD Bank Nürnberg Arena 15:13. 

Der erste Löwen-Treffer gelingt Haukur Thrastarson, wodurch die Erlanger Führung wieder auf ein Tor zusammenschmilzt. Doch  bereits in der 40. Spielminute zeigt sich ein Bild, das die Badener im zweiten Abschnitt zum Verzweifeln bringt: David Späth pariert, doch der Abpraller landet bei Erlangen – Sander Andreassen Øverjordet nutzt die zweite Chance. Später ergeht es Mike Jensen in den Schlussminuten genauso wie Späth. Der Löwen-Keeper zeigt zwei starke Paraden, doch die HCE-Profis holen sich in beiden Fällen den Abpraller und sind dann eiskalt. 

Löwen verlieren in Erlangen.
Die Löwen verlieren das Auswärtsmatch beim HC Erlangen mit 27:29.

Nach dem verpatzten Start versuchen sich die Gelbhemden zurück ins Spiel zu fighten, doch so wirklich will es nicht gelingen. Vermehrt scheitern die Löwen an einem stark aufgelegten Tin Herceg, der im Match mit neun Paraden überzeugt, und kommen auch in der Crunchtime nicht mehr an die Erlanger heran. Gepusht von den Rängen und mit voller Energie auf dem Spielfeld holt sich das Team von Coach Johannes Sellin den Heimsieg. 

„Es ist ein sehr zerfahrenes Spiel – in beiden Halbzeiten von uns. Wir tun uns sehr schwer, Durchschlagskraft zu entwickeln im Angriff, können uns in den ersten 30 Minuten aber komplett auf unsere Abwehr verlassen. In der zweiten Hälfte verlieren wir total den Kopf. Das kannst du dir in dieser Liga nicht leisten, gegen eine Mannschaft, die viel Kampf und Leidenschaft auf die Platte bringt. Es ist heute eine sehr große Enttäuschung“, zieht ein niedergeschlagener Maik Machulla das Fazit zum Spiel. Für die Löwen geht es nun darum, die Niederlage aufzuarbeiten und den Fokus auf das nächste Heimspiel zu richten. Mit der SG Flensburg-Handewitt gastiert am kommenden Samstag kein minder anspruchsvoller Gegner in der SAP Arena in Mannheim. 

Erlangen: Quenstedt, Herceg (9/2 Paraden) – Rúnarsson (5/3), Kos (2), Nissen (3), Y. Bialowas (2), Andreassen Øverjordet (4), Scheerer (3), Firnhaber (1), L Bialowas, Metzner (4), Lochman (2), Buck, Gebala (1), Sehnke, Gammel (2)

Löwen: Jensen (3 Paraden), Späth (6 Paraden) – Larson, Timmermeister, Nothdurft (4/3), Plucnar, Sandell, Heymann, Steenaerts, Móré, Groetzki (1), Thrastarson (8/3), Ciudad Benitez, Baijens (1), Aspenbäck (6), Kohlbacher (7)

Trainer: Johannes Selin – Maik Machulla 

Schiedsrichter: Tanja Kuttler – Maike Merz 

Zuschauer: 8200

Strafminuten: Y. Bialowas, Gebala  – Kohlbacher (2x)