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Olis Optimismus vor „Woche der Wahrheit“

Trainingsstart nach vier Monaten Pause bereitet dem Sportlichen Leiter der Löwen kein Kopfzerbrechen

Oliver Roggisch freut sich auf den Neustart mit Neuzugang Mait Patrail.

Der Neustart rückt näher: Für die Spieler sowie den Trainer- und Betreuerstab der Rhein-Neckar Löwen wird die Kalenderwoche 30 (20. bis 24. Juli) zur „Woche der Wahrheit“. Zum ersten Mal seit dem Einstellen von Trainings- und Spielbetrieb Mitte März trifft sich der komplette Kader, um die Vorbereitung auf die Saison 2020/21 zu beginnen. Dass in Zeiten von Corona alles ein bisschen anders ablaufen wird, versteht sich von selbst. Oliver Roggisch, Sportlicher Leiter der Löwen, geht in jedem Falle zuversichtlich und tatenfroh ans Werk.

Ein Grund für Olis Optimismus heißt Klaus Gärtner. Mit dem gebürtigen Heidelberger, der bereits von 2014 bis 2018 in Löwen-Diensten stand, bekommt der Trainerstab um Chefcoach Martin Schwalb die dringend benötigte Verstärkung in Form des neuen alten Co-Trainers: „Ein großer Vorteil dabei ist, dass Klaus den Verein und die meisten Spieler kennt. Er kennt die Abläufe und die Dinge, die auf ihn zukommen.“ Video-Analyse, Torhüter-Training, Trainingsbeobachtung und -auswertung: Die Aufgabenfelder für den „alten Neuen“ auf der Löwenbank werden genauso vielfältig wie spannend sein. Oli ist sich sicher: „Klaus ist die Idealbesetzung für diesen Posten und wird eine wichtige Entlastung insbesondere für Martin sein.“

Auch was die Verfassung der Mannschaft anbelangt, zeigt sich der Sportliche Leiter zuversichtlich. Seit Mitte März befinden sich die Löwen-Spieler in einer Art Schwebezustand. Trainiert wurde und wird fast ausschließlich auf freiwilliger und individueller Basis. Sorgen um die Fitness seiner Jungs macht sich Oliver Roggisch deswegen aber nicht: „Wie ich gehört habe, sind sie alle recht fleißig und halten sich fit. Ich bin frohen Mutes, dass wir sie demnächst in einem guten Zustand wiedersehen werden.“

Nicht nur die Neuzugänge sind heiß auf den Trainingsstart

Training unter besonderen Bedingungen.

Aufgrund der rund viermonatigen Handball-Auszeit sowie der auf zehn Wochen ausgeweiteten Vorbereitung (regulär sind es zirka sechs Wochen) haben die Löwen ein neues, an die speziellen Umstände angepasstes Trainingskonzept erstellt. „Die ersten Wochen werden wir insbesondere in der Halle nicht Vollgas gehen können und die Jungs Schritt für Schritt an die dort herrschenden Bedingungen wieder neu gewöhnen müssen. Dasselbe gilt für die Belastung im Allgemeinen. Das muss alles mit Augenmaß und Geduld gemacht werden.“

Den Umständen sowie den Planungen entgegenkommen dürfte dabei die professionelle Einstellung eines jeden Löwen: „Wir haben den Jungs immer wieder klargemacht, dass diese Situation auch eine riesige Chance bedeutet, beispielsweise Defizite auszugleichen oder alte Verletzungen und Wehwehchen auszukurieren. Da haben wir Spieler in der Mannschaft, die das Wort Profi wörtlich nehmen und sich entsprechend verhalten.“ Er selbst sei in den vergangenen Wochen bei seinen Besuchen im Kronauer Trainingszentrum immer wieder auf fleißige Löwen-Spieler getroffen, die sich dort in ihrer Freizeit fit hielten.

Seit dem 1. Juli offiziell Teil des Löwen-Kaders und ab diesem Sonntag auch leibhaftig vor Ort ist Albin Lagergren. Der schwedische Nationalspieler freut sich laut seinem Sportlichen Leiter riesig auf seinen neuen Arbeitgeber und steht in Sachen Trainingsfleiß seinen neuen Mannschaftskameraden in nichts nach: „Albin hat in Magdeburg gezeigt, zu was er in der Lage ist. Spielerisch wird er uns auf seiner Position im rechten Rückraum auf ein neues Level bringen.“ Halblinks bekommen die Löwen ebenfalls Zuwachs. Mait Patrail, seit 2011 in der Bundesliga aktiv, soll mithelfen, die Abgänge von Mads Mensah und Steffen Fäth zu kompensieren: „Mait ist unglaublich heiß darauf, mit den Löwen etwas zu erreichen. Er hat seine Stärken in der Abwehr, in der zweiten Welle, aber auch im Kleingruppenspiel mit dem Kreisläufer. Dass er nicht der Allerschnellste ist, macht er mit seiner großartigen Übersicht und seinem Spielverständnis wett.“

Bis auf Jesper Nielsen, der immer noch an den Folgen einer langwierigen Schulterverletzung laboriert, erwartet Oliver Roggisch zum Trainingsstart in etwas mehr als einer Woche einen rundweg fitten und startbereiten Löwen-Kader.