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Prieto: Ich komme, um zu gewinnen

Mannheim. BM Valladolid, bei diesem Gegner werden Erinnerungen wach – gute und schlechte. Die Rhein-Neckar Löwen verbinden mit dem spanischen Topklub ein positives Erlebnis. In der Saison 2007/2008 erreichte der Handball-Bundesligist nach einem 27:27-Remis in eigener Halle und einem 34:31-Sieg in Valladolid das Endspiel im Europapokal der Pokalsieger. Jetzt kommt es zu einem Wiedersehen: Im Achtelfinale der Champions League treffen die Gelbhemden erneut auf den Tabellendritten der Liga Asobal.

„Das waren damals zwei harte Spiele. Auch diesmal wird es wieder sehr eng zugehen. In Valladolid spielen wir in einem Hexenkessel. Die Chancen aufs Weiterkommen stehen 50:50“, hat Löwen-Geschäftsführer Thorsten Storm Respekt. Der Manager setzt auf das Heimrecht im Rückspiel: „Diesen Vorteil möchten wir gerne nutzen. Das Achtelfinale ist das wichtigste Spiel in der bisherigen Saison.“

Ein Wiedersehen mit seinen ehemaligen Kollegen feiert Löwe Carlos Prieto (Bild). Erst vor dieser Saison war der Kreisläufer vom spanischen Traditionsverein zu den Badenern gewechselt. „Ich freue mich auf meine Rückkehr und komme nach Valladolid, um dort zu gewinnen“, sagt der 30-Jährige. Auch er hat gute Erinnerungen an seinen Ex-Klub, denn Prieto ging als gefeierter Held. Er gewann in der vergangenen Spielzeit mit den Spaniern den Europacup der Pokalsieger – sehr zum Ärger von Löwen-Trainer Ola Lindgren.

Er ist der Einzige, der mit dem spanischen Verein kein positives Erlebnis verbindet. Im Gegenteil: Der Schwede verlor mit der HSG Nordhorn vor neun Monaten das Finale gegen die Mannschaft aus der Region Kastilien-León. Damals ging es verdammt dramatisch zu: Die Nordhorner unterlagen in Spanien knapp mit 23:24 und verpassten nach dem 31:30-Hinspielsieg den Titel nur aufgrund der weniger erzielten Auswärtstore.

„Beide Spiele waren unheimlich eng. Meine Mannschaft hat eine starke Leistung gezeigt. Es war sehr ärgerlich, dass wir den Pokal nicht gewonnen haben“, sagt Lindgren, der glücklich darüber ist, jetzt eine offene Rechnung begleichen zu können: „Ich wollte unbedingt nach Spanien. Jetzt ist es wirklich so gekommen.“

Vor den Duellen in der Königsklasse steht aber erst einmal morgen (20.15 Uhr) in der SAP Arena die Bundesliga-Pflichtaufgabe gegen die MT Melsungen an. Ein Gegner, an den auch Lindgren endlich einmal gute Erinnerungen hat. Das Hinspiel gewannen die Löwen 28:26, im Pokal behielten sie mit 36:31 die Oberhand.

Von Marc Stevermüer

 10.03.2010