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Spektakuläre Aufholjagd beschert Löwen Heimsieg
Nach einer misslungenen ersten Hälfte drehen die Rhein-Neckar Löwen in Durchgang zwei auf und gewinnen in einer stimmungsvollen SAP Arena mit 29:27.
Nachdem die Rhein-Neckar Löwen beim Bergischen HC ihre ersten beiden Punkte der Saison einfahren konnten, wollen sie in der Partie gegen die HBW Balingen-Weilstetten genau daran anknüpfen. Obwohl das in der ersten Halbzeit nicht gelingt – die Badener liegen mit minus fünf Toren zur Halbzeit zurück – zeigen die Löwen nach dem Seitenwechsel ein anderes Gesicht und drehen in einem hochspannenden Krimi das Match in den Schlussminuten.
In der ersten Halbzeit schickt Maik Machulla folgende Startseven auf die Platte: Im Tor steht David Späth, die Flügelzange bilden Marius Steinhauser und Tim Nothdurft, im Rückraum laufen Edwin Aspenbäck, Dani Baijens und Haukur Thrastarson auf, Jannik Kohlbacher beginnt am Kreis.
Balingen kommt besser ins Spiel
In der SAP Arena wirft die HBW an und macht direkt den ersten Treffer der Partie. Zwei frühe Paraden von David Späth, der von seiner Abwehr tatkräftig unterstützt wird, verhindern einen höheren Rückstand zu Beginn der Partie. Tim Nothdurft nutzt nach knapp sechs Minuten den freien Raum zum Ausgleich – 1:1. Weiterhin tun sich die Gelbhemden in der Folge in ihrem Angriffsspiel noch schwer und so gehören die anschließenden Minuten den Gästen. Mit teilweise einfachen Toren bringen sich die Gallier mit 6:2 in Führung. Maik Machulla nimmt die erste Auszeit der Partie. Die Balinger kommen zwar weiter zu ihren Toren, aber auch die Löwen-Offensive wird bissiger.
Nach einem technischen Fehler will Vladimir Cupara den Ball im leeren Löwen-Tor versenken, doch Späth kriegt seine Finger nach einem Hechtsprung noch an den Ball. Lassen bringt die Löwen danach mit zwei Toren auf 6:8 zurück ins Spiel. Es pendelt sich in der Folge eine Zwei- bis Drei-Tore-Führung für die Gäste ein. In dieser Phase sieht Strobel nach einem Foul an Dani Baijens die rote Karte. In der Folge spielen die Gelbhemden einmal groß auf. Mierzwa wirft den Ball in die Mitte, der eingesprungene Lassen verwandelt per Kempa – 8:10. Immer wieder bietet sich der Machulla-Mannschaft, unterstützt von Rängen, die Gelegenheit, zu verkürzen, doch von der Siebenmeter-Linie sind die Löwen heute wackelig und lassen ihre Chancen liegen. Daraus resultiert der 9:14-Halbzeitstand.

Löwen zeigen anderes Gesicht
Nach Wiederanpfiff steht Aron Seesing in der Offensive mit am Kreis. Die Löwen agieren im Sieben-gegen-Sechs und treffen gleich durch Haukur Thrastarson. Zwei Fehler der Gäste nutzen die Löwen in Folge schnell und stellen auf 15:17. Doch nach dem schnellen Beginn wird das Balinger Defensivspiel erneut zur Herausforderung für das Machulla-Team. Späth sorgt derweil immer wieder mit Paraden dafür, dass die Löwen im Spiel bleiben. Der Nationalkeeper signalisiert seinen Vorderleuten nach kämpferischen Defensiv-Aktionen „weiter machen“. Die Zuschauer auf den Rängen, die über die komplette Spielzeit voll da sind, peitschen ihre Mannschaft an. Hinten bekommen die Löwen in Folge den nötigen Zugriff, um weitere, schnelle Gegentreffer zu verhindern. Lassen übernimmt an seinem Geburtstag in der Offensive die Verantwortung, schraubt sich zweimal hoch und lässt den Ball beide Male im Netz zappeln – Ausgleich!
Spektakuläre Aufholjagd beschert Löwen zweiten Sieg in Folge

Das Momentum liegt nun bei den Gastgebern. Jensen kommt für den Siebenmeter rein, pariert und bringt die Zuschauer zum Toben. Im Folgenden stellt Seesing die erste Löwen-Führung des Spiels her – in der 52. Minute. Wahnsinn! In der Löwenhöhle sitzt jetzt niemand mehr. Viel aufregender könnte die Crunch-Time nicht sein. Steinhauser bricht den Siebenmeter-Fluch endgültig und die Löwen-Defensive steht erneut wie eine Wand. Späth wirft schnell auf den nach vorne sprintenden Seesing, der cool vor dem Tor bleibt – 26:23.
Doch Balingen lässt sich auch nun nicht abschütteln und holt sich wieder den Ausgleich. Die Stimmung in der Halle ist zum Zerreißen gespannt. Beim Stand von 28:27 und noch 15 Sekunden auf der Uhr decken die Balinger offensiv. Und tatsächlich scheint sich der Kampf der Gäste auszuzahlen, wäre da nicht Steinhauser, der sich das Leder zurückholt. Im Stolpern kommt die Nummer 19 noch zum Wurf und lässt diese spektakuläre Aufholjagd endgültig glücken.

„Wir sind extrem happy und erleichtert“
Zusammen mit den Fans feiert die Mannschaft den hart erkämpften Willenssieg. Den Abend krönen die Löwen-Anhänger mit einem Ständchen für Geburtstagkind Lassen. Durch die SAP Arena schallt es „Happy Birthday“.
„Wir sind extrem happy und erleichtert, dass wir das Spiel noch drehen konnten und diese Energie auf die Platte gebracht haben. Das war extrem wichtig für uns. Dieser Sieg wird uns als Gruppe sehr guttun – einfach zu sehen, was wir imstande sind zu leisten, wenn wir auf dieses emotionale Niveau kommen“, zieht Maik Machulla das Fazit zum Spiel.
Löwen: Jensen (1 Parade), Späth (16 Paraden) – Timmermeister, Nothdurft (1), Lassen (6), Mierzwa (1), Steenaerts, Steinhauser (7/5), Seesing (3), Thrastarson (5), Mahé (1/1), Ciudad Benitez, Jaganjac, Baijens (3), Aspenbäck, Kohlbacher (2)
HBW:: Rebmann, Cupara (10/3 Paraden) – Raguse (2), Grupe (1), Strobel, Fuß (1), Locher (4), Wente, Fügel (1), Heinzelmann (3), Pfattheicher (7), Dayan (5), Zacharias, Leimeter (1), Pöhle (2), Bauer
Trainer: Maik Machulla – Matthias Flohr
Schiedsrichter: Leonard Bona – Malte Frank
Zuschauer: 4513
Strafminuten: Timmermeister, Lassen, Seesing (2x), Thrastarson, Kohlbacher – Grupe, Heinzelmann, Pöhle, Bauer
Rote Karte: Strobel