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Trotz Barcelona-Pleite: Rhein-Neckar Löwen mit Vorrunde zufrieden (RNZ)

Die Rhein-Neckar Löwen hatten es sich selbst zuzuschreiben, dass sie fast den ganzen Sonntag warten mussten, bis ihr Gegner im Achtelfinale der Handball-Champions-League feststand. Hätten sie in ihrem letzten Gruppenspiel beim Titelverteidiger FC Barcelona wenigstens ein Remis geschafft, dann wäre sicher gewesen: Als Vierter der Gruppe B würde es gegen HC Zagreb gehen. Doch die Badener verloren mit 20:26 (10:11), daher drohte dem Bundesligisten ein nationales Top-Duell mit Meister THW Kiel. Das entschied sich aber erst in der Partie am Sonntagabend (18.00 Uhr) zwischen KS Vive Kielce und Pick Szeged.

Lust hatte Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen auf Partien gegen Kiel wirklich nicht. «Ich habe jetzt viermal gegen Melsungen gespielt, das hat nicht so viel Spaß gemacht. Insofern fände ich es auch nicht toll, wenn wir in dieser Saison viermal auf den THW Kiel treffen«, sagte der Däne im Palau Blaugrana von Barcelona.

Schon mit einem Punktgewinn hätte der Bundesliga-Tabellenführer seinem Trainer diese Gedanken ersparen können. Doch dazu vergaben seine Spieler zu viele Torchancen. «Ich erinnere mich an mindestens zehn Situationen, in denen wir einen Treffer hätten machen müssen», sagte Rechtsaußen Patrick Groetzki. Bester Torschütze war wieder einmal Andy Schmid, obwohl ihm nur fünf Tore gelangen.

Mit dem bisherigen Abschneiden ist der Spielmacher trotz der Niederlage in Spanien zufrieden. «Wir haben gute und schlechte Seiten gezeigt, besonders in den Heimspielen haben wir uns aber stark präsentiert», sagte Schmid. Vor eigenem Publikum gaben die Löwen nur einen Zähler ab, auswärts waren sie allerdings nur zweimal siegreich. Dennoch sprach auch Groetzki von einer «guten Vorrunde».

Wegen der enormen Belastung und der großen Chance, erstmals Meister zu werden und damit Kiel vom Thron zu stoßen, verteilte Jacobsen die Belastung in der Königsklasse auf viele Schultern. Immer wieder wurden Leistungsträger wie Kapitän Uwe Gensheimer, Stammtorwart Mikael Appelgren und Schmid geschont.

Dennoch habe sein Team mit 17 Punkten eine gute Bilanz in der Vorrunde erzielt, erklärte Jacobsen. Das Achtelfinale geht er daher optimistisch an. «Wir haben Barcelona im Heimspiel geschlagen und gesehen, dass wir mit jeder Mannschaft mithalten können», sagte er.

Von Rudolf Schiffmann