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U17 im Halbfinale – 27:25 nach dramatischem Last-Second-Finish

Im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft der B-Jugend setzen sich die Löwen im Rückspiel mit 27:25 (13:12) in der Trainingshalle Kronau gegen den 1. VfL Potsdam durch und ziehen aufgrund der mehr erzielten Auswärtstore (Hinspiel: 32:34) ins Halbfinale ein.

Was für ein Abend. Was für ein Spiel. Und was für ein Finale einer Viertelfinalserie, die an Dramatik kaum zu überbieten war. Vor ausverkaufter Halle in Kronau sichern sich die U17-Junglöwen mit einem hart erkämpften Erfolg den Halbfinaleinzug.

Schon das Hinspiel hatte mit der knappen 32:34-Niederlage einen Vorgeschmack auf dieses Rückspiel gegeben – doch was die beiden Teams nun aufs Parkett brachten, war ein echter Handballkrimi. 60 Minuten lang lieferten sich beide Mannschaften ein intensives Duell auf Augenhöhe, geprägt von kompromissloser Abwehrarbeit, vielen Eins-gegen-eins-Aktionen und einer Spannung, die in jeder Phase spürbar war.

Abwehrreihen prägen das Spiel

Von Beginn an war klar: Dieses Spiel würde über die Defensive entschieden werden. Beide Teams agierten hochkonzentriert und mit großem Einsatz. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen, das Spiel blieb jederzeit offen. Die Badener fanden offensiv zunächst nur schwer ihren Rhythmus und mussten sich jeden Treffer hart erarbeiten. So ging es mit einer knappen 13:12-Führung in die Halbzeitpause.

U17 zieht ins Halbfinale ein
In letzter Sekunde: Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft fix.
Foto: Tanja Sommer

Auch im zweiten Durchgang setzte sich dieses Bild fort. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, verteidigten leidenschaftlich und hielten das Spiel auf Messers Schneide.

DHB-Talentcoach Carsten Klavehn ordnete die Partie nach dem Spiel ein: „Das sind natürlich Spiele, in denen die Jungs unglaublich viel lernen. Die Fehler, die gerade in den letzten Minuten auf beiden Seiten passieren, werden sie so schnell nicht wieder machen. Insgesamt haben wir ein sehr intensives Spiel gesehen – viel Eins gegen Eins, unterschiedliche Abwehrsysteme. Am Ende war es ein echtes Abwehrspiel, ein 27:25 ist für die B-Jugend kein hohes Ergebnis.“

Vier-Tore-Lauf bringt Kronau zum Beben

Die entscheidende Phase folgte in der zweiten Hälfte: Die Junglöwen zündeten den Turbo und setzten sich mit einem 4:0-Lauf erstmals auf vier Tore ab. Die Halle stand Kopf.

Doch Potsdam zeigte Moral und kämpfte sich zurück. Kurz vor Schluss stand es 26:25 – ein Ergebnis, das den Gästen zum Weiterkommen gereicht hätte.

Finale in letzter Sekunde

Die Schlussphase entwickelte sich zum Nervenspiel:
58:21 – Potsdam trifft zum 26:25. 59:06 – Auszeit Junglöwen. 59:49 – Potsdam kommt nach Ballgewinn noch einmal in Ballbesitz.

Tim Löhr mit dem entscheidenden Tor
Tim Löhr mit dem Tor in letzter Sekunde.
Foto: Tanja Sommer

Dann der Moment des Spiels: Die Junglöwen verteidigen weit vor dem eigenen Tor, erobern den Ball – und schalten blitzschnell um. Levin Droll behält die Übersicht und spielt auf Tim Löhr. Der Rechtsaußen bleibt eiskalt und trifft zum 27:25.
Die Entscheidung. Die Halle explodiert.

„Absolute Willensleistung“

Trainer Tobias Scholtes zeigte sich nach dem Spiel selbstkritisch, aber stolz: „Im Angriff war das heute sicher nicht unsere beste Leistung. Zu viele technische Fehler und vergebene Chancen – wir hätten das Spiel früher entscheiden können. Aber was die Jungs in der Defensive geleistet haben, war überragend. Ein unglaublicher Kampf. Das war eine absolute Willensleistung bis zur letzten Sekunde.“

Auch die Unterstützung von den Rängen hob der Trainer hervor: „Die Zuschauer haben uns nach vorne getragen. Das war heute ein entscheidender Faktor. Am Ende ist es vielleicht auch ein etwas glücklicher, aber absolut verdienter Sieg.“

Ausblick auf das Halbfinale

Neben der sportlichen Leistung bleibt vor allem die Atmosphäre in Erinnerung. Die Trainingshalle Kronau verwandelte sich in einen echten Hexenkessel – getragen von Fans, Familien und zahlreichen Jugendmannschaften.

Im Halbfinale wartet nun die nächste Herausforderung: Das Spiel findet am Samstag, 25. April 2026, um 17:30 Uhr in der Stadthalle Östringen statt.

Ein Vorverkauf ist für Donnerstag, 23. April 2026, ab 19:00 Uhr in der Trainingshalle Kronau geplant. Die Eintrittskarten gelten sowohl für das U17-Halbfinale als auch für das anschließende Spiel der 3. Liga.

Ein Spiel, das in Erinnerung bleibt – und Lust auf mehr macht.

Stimmen zum Spiel

Direkt nach dem Last-Second-Sieg gegen Potsdam – Die Stimmen zum Halbfinal-Einzug mit Carsten Klavehn (DHB-Talentcoach), Tim Löhr (Matchwinner) und Tobias Scholtes (Trainer).

Statistik

Rhein-Neckar Löwen – 1. VfL Potsdam 27:25 (13:12)

Rhein-Neckar Löwen: Eric Susemichel, Daniel Hainz – Can Lauren Akkoc (4), Maximilian Hofmann, Levin Droll (2/1), Emilian Schwalb, Lian Samuel Rivera Weyhrauch, Raphael Schmitt, Matteo Kalvelage (7), Julian Steinert (6), Moritz Müller, Tim Löhr (7/1), Avid Machulla, Elias Bukaty, Noah Rieth, Patrick Ehrgott (1). Trainer: Tobias Scholtes

1. VfL Potsdam: Raphael Dähn, Samuel Jona Ehmig, Ferdinand Batzdorf – Vincent Paul Berlin (4), Florian Udhardt, Theo Hermann Winkler (7/5), Phillip Rusic, Badreddin Bougarn, Franz Motoki Röding, Fabius Kahl (3), Oscar Schley (6), Edgar Kapust, Erik Schwan, Luca Max Grundmann (4), Emil Schley (1), Alexander Bleich. Trainer: Uwe Kalski

Schiedsrichter: Lucas Hellbusch / Darnel Jansen

Zuschauer: 450 (Trainingshalle Kronau)

Siebenmeter: Rhein-Neckar Löwen 3/2 – 1. VfL Potsdam 5/5

Zeitstrafen: Rhein-Neckar Löwen 4×2 Min. – 1. VfL Potsdam 6×2 Min.

Disqualifikation: Akkoc (56.)

Spielfilm: 1:0, 3:5, 5:5, 7:7, 10:9, 10:12, 13:12 (HZ), 15:13, 17:15, 20:17, 22:18, 24:21, 24:22, 25:23, 26:24, 26:25, 27:25.