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„Unsere Zeit rückt immer näher“

Manager Thorsten Storm im Interview

Für die Rhein-Neckar Löwen steht nach dem Ausscheiden gegen den THW Kiel in der Champions League nun am Sonntag das nächste Endspiel um den dritten Tabellenplatz in der Bundesliga  an. Vor dieser Partie in der Flensburger Campushalle sprachen wir mit Manager Thorsten Storm, der zunächst allerdings noch einmal auf die beiden Viertelfinal-Spiele gegen die Kieler Zebras blickte.

Zwei Niederlagen mit jeweils einem Tor gegen den deutschen Meister THW Kiel bedeuteten das Aus in der Champions League. So knapp war es noch nie für die Löwen gegen die Kieler.

Ich bin sehr stolz auf dieses Team. Wir haben uns als Mannschaft und als Verein sehr positiv entwickelt. Am Ende waren es wie beim Final Four in Hamburg Kleinigkeiten, die den Ausschlag gegeben haben. Es hätte auch in Kiel durchaus andersherum laufen können. Der Unterschied war sportlich vielleicht die Torwartleistung von Thierry Omeyer. Aber unsere Zeit rückt immer näher.

Wo war der Knackpunkt beim Rückspiel am Sonntag?

Ich denke, dass wir bereits im Hinspiel eine bessere Ausgangslage verspielt haben. Aber genau wie in Kiel am Sonntag muss man die hundertprozentigen  Chancen besser nutzen. Wir haben uns klare Möglichkeiten erspielt, sogar mehr als der Gegner und sind dann im Eins-gegen-Eins an Omeyer gescheitert. Bei unseren jungen Spielern sind das Erfahrungswerte. Sie werden daraus lernen und es beim nächsten Mal schon besser machen. Wir sind mittlerweile auf Augenhöhe, aber eben noch nicht besser als die beiden Mannschaften aus Kiel und Hamburg.

Ein Ausblick in die nahe und ferne Zukunft. Was werden die Löwen in den nächsten Monaten tun, um den nächsten Schritt zu schaffen?

Zunächst einmal werden wir uns jetzt eine Woche auf das nächste Endspiel vorbereiten und da aller guten Dinge drei sind, hoffe ich in Flensburg auf einen Auswärtssieg von uns. Aber das wird verdammt schwer in der Campushalle. Wenn wir allerdings weiterhin so konzentriert auf unserem Weg bleiben, müssen wir uns vor keiner anderen Mannschaft fürchten. Wir können dann überall gewinnen – auch in Flensburg. Insgesamt werden wir versuchen, das jetzige  Gerüst der Mannschaft langfristig an uns zu binden. Mit Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki, Bjarte Myrhol oder Karol Bielecki sind wir in sehr guten Gesprächen, die ohnehin noch laufenden Verträge vorzeitig zu verlängern. Auch mit unserem Kapitän „Goggi“ Sigurdsson werden wir demnächst sprechen.

Krzysztof Lijewski und die Löwen – das ist zurzeit das große Thema in der Handball-Bundesliga. Was ist an diesem Gerücht dran?

Krzysztof ist wohl einer der talentiertesten Linkshänder der Welt. 26 Jahre alt und zudem abwehrstark. Er hat sich mit dem HSV nach fünf Jahren dort nicht über einen neuen Vertrag einigen können und nachdem wir das erfahren haben, sind wir wie der THW Kiel auch mit einem Angebot auf ihn zugegangen. Die Zahlen, die in diesem Zusammenhang durch Hamburger Medien genannt werden, gehören allerdings ins Reich der Fabel und Krzysztof hat bei uns auch keinen Vertrag unterschrieben. Wir hoffen allerdings, dass er sich ab 2011 für die Löwen entscheidet. Mit Karol Bielecki spielt einer seiner besten Freunde bei uns und Lijewski sieht natürlich auch die Altersstruktur und die Verpflichtungen bei den Löwen und somit ein gutes sportliches Konzept für diese Zeit ab 2011. Diese Topspieler bekommen immer gute Angebote, aber sie wollen möglichst auch Titel gewinnen. Man muss abwarten, wie er sich entscheidet.