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Pure Willenskraft und Energie – Löwen ringen Lemgo nieder 

Die Rhein-Neckar-Löwen liefern gegen den TBV Lemgo Lippe eine unglaubliche Aufholjagd. Mit Kampfgeist und Willenskraft siegt das Machulla-Team gegen die Kehrmann-Truppe. 

Über 9000 Zuschauer erleben am Freitag zur Primetime einen spannenden, energiegeladenen und für die Löwen vor allem erfolgreichen Handball-Abend. Nach einer schwierigen ersten Halbzeit überzeugen die Badener im zweiten Durchgang mit Beharrlichkeit, Kampfgeist, Toren und Zusammenhalt, sodass am Ende der Partie ein hart erarbeiteter, dafür aber umso emotionalerer 32:30-Sieg steht. 

In die Partie schickt Maik Machulla gegen den TBV David Späth im Tor, die Flügelzange Tim Nothdurft und Gino Steenaerts, im Rückraum beginnen Haukur Thrastarson, Dani Baijens und Lukas Sandell, die Position am Kreis besetzt Jannik Kohlbacher. Die Löwen müssen auf den formstarken Edwin Aspenbäck aufgrund eines Muskelfaserrisses in der rechten Beckenmuskulatur verzichten. Außerdem fällt Robert Timmermeister krankheitsbedingt aus. In den Spieltagskader rutschen dafür Elias Ciudad Benitez und Adam Józsa. 

Löwen legen Fehlstart hin – Lemgo führt zur Halbzeit

Zunächst sieht es nach einem soliden Start der Machulla-Mannschaft ins Spiel aus. Zwar geht Lemgo nach Anwurf durch eine Bude von Niels Versteijnen in Führung, doch die Gelbhemden ziehen nach – Jannik Kohlabcher netzt zum 1:1 ein. Im Anschluss gelingt den Badenern nach einem Fehlwurf von Bobby Schagen sogar der Führungswechsel. Lukas Sandell bringt das Leder zielsicher im Kasten von Constantin Möstl unter. Doch so konstant bleiben die Löwen nicht.

Warnte Maik Machulla im Vorfeld des Spiels noch vor dem langen und durchdachten Angriffsspiel der Lemgoer, sehen sich die Gelbhemden mit genau diesem immer wieder konfrontiert – meist mit dem besseren Ende für die Gäste. Im Gegensatz zum Team von Florian Kehrmann erlauben sich die Badener im Angriff eine Vielzahl von Fehlern. Über zehn Minuten warten die Löwen auf den nächsten Treffer und liegen nach 14 Spielminuten mit sechs Toren zurück – 2:8. 

Lukas Sandell gegen Lemgo
Lukas Sandell erzielt im Spiel gegen den TBV Lemgo starke 13 Tore.

Die Torflaute der Badener beendet Dani Baijens, als er mit purer Willenskraft in Richtung Möstl-Tor geht und den Ball in den Maschen versenkt. Es ist der Beginn einer Aufholjagd, die langsam startet und immer mehr an Fahrt aufnimmt – vor allem dank der Tormaschine Lukas Sandell. Der Schwede erzielt in Durchgang eins fünf Buden, in der zweiten Halbzeit sollen weitere acht Tore folgen. In der 21. Spielminute haben sich die Gelbhemden wieder auf drei Treffer herangekämpft – 9:12. 

Für einen Highlight-Moment sorgt wenig später David Späth. Der Keeper pariert einen Siebenmeter, bereits den zweiten im Spiel, und nimmt auch den Nachwurf der Lemgoer weg. Die Zuschauer in der SAP Arena feiern den Löwen-Schlussmann. Nach intensiven 30 Spielminuten, in denen sich das Machulla-Team zu viele Ungenauigkeiten leistet, gehen die Mannschaften mit einem 13:17-Zwischenstand in die Kabinen. 

Pure Willenskraft und Energie – Löwen ringen Lemgo nieder 

Im zweiten Durchgang wird es heiß in der Mannheimer Arena. Die Stimmung in der Halle ist zum Zerreißen gespannt. Genauso wie die Spieler auf der Platte strahlen auch die Zuschauer von den Rängen volle Energie aus. Als Einheit gehen die Löwen in die zweiten 30 Minuten – und holen direkt zwei Tore auf. 

Noch im Hintertreffen arbeiten sich die Gelbhemden Tor um Tor an den Gegner heran. Nachdem sich Mathias Larson in der 40. Spielminute zum 18:20 durchtanzt, stellt Sebastian Heymann mit seinem Gegenstoßtreffer den Anschluss zum 19:20 her. Die Löwen sind back! 

David Späth jubelnd.
David Späth feiert den Sieg gegen den TBV Lemgo.

Obwohl der TBV den Vorsprung durch ihren besten Torschützen des Spiels, Niels Versteijnen, noch einmal auf drei Tore ausbauen kann, ist spätestens der Treffer von David Späth ins leere Möstl-Tor mit anschließender Parade die klare Kampfansage: Heute bleiben die Punkte in Mannheim! 

Und die Löwen machen ernst, lassen alles auf der Platte, spielen im ungewohnten Sieben-gegen-Sechs und erarbeiten sich in der 57. Minute dank eines Baijens-Treffers das erste Mal seit dem 2:1 in den Anfangsminuten die Führung. Auf den Plätzen hält es in der SAP Arena schon längst keinen mehr. Jetzt heißt es, die Führung ins Ziel bringen – und das gelingt mit der Schlusssirene, stellt Tim Nothdurft auf den Endstand von 32:30. Mit tosendem Applaus belohnen die Fans die Mannschaft und feiern einen wahnsinnigen Kampf – eine Aufholjagd, die es in der SAP Arena so schon länger nicht mehr gab. 

Rhein-Neckar Löwen – TBV Lemgo Lippe 

Löwen: Jensen, Späth (15/3 Paraden – 1 Tor) – Larson (2), Nothdurft (3/1), Plucnar, Sandell (13), Heymann (2), Steenaerts (1), Móré, Józsa, Groetzki, Thrastarson (1), Ciudad Benitez, Baijens (3), Kohlbacher (6)

Lemgo: Möstl (10 Paraden), Kastelic – Hutecek (1), Theilinger, Zehnder (2/2), Mudrow, Simak (1), Schagen (3), Carstensen (4), Nyfjäll, Suton (5), Willecke, Versteijnen (8/1), Wagner (6), Puls 

Trainer: Maik Machulla – Florian Kehrmann 

Schiedsrichter: Christian vom Dorff – Fabian vom Dorff

Zuschauer: 9.408 

Strafminuten: Heymann – Versteijnen