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Löwen on Tour – Auswärtssieg in Kriens
Beim HC Kriens-Luzern sammeln die Löwen weiter Selbstvertrauen. Die Badener gewinnen das Gastspiel vor über 3000 Zuschauern deutlich mit elf Toren Vorsprung.
Die Rhein-Neckar Löwen sind in ihre erste offizielle Pflichtspielwoche gestartet. Doch bevor am Sonntag im DHB-Pokal die Auftakthürde erfolgreich genommen werden soll – die Badener sind zu Gast bei den Lurchis in Kornwestheim –, stehen noch zwei Testspiele auf dem Programm. Am heutigen Mittwoch die Partie beim HC Kriens-Luzern und am Freitag das Match gegen Alpla Hard in Kronau.
Ein straffes Programm, das sich die Badener aber bewusst so gelegt haben. „Wir haben genau den Rhythmus, den wir die Woche darauf in der Bundesliga bekommen. Wir haben drei Spiele in sechs Tagen. Das ist ein hartes Brett, das wir bohren müssen. Deswegen wollten wir am Ende der Vorbereitung genau diesen Rhythmus haben – mit einer Auswärtsreise, zwei Tests und dem Pokalspiel“, erklärte Löwen-Coach Maik Machulla die Planung im Trainingslager der Gelbhemden. Entsprechend motiviert und zielstrebig gehen die Löwen das Testspiel in der Pilatus Arena an.
Bevor allerdings auf der Platte der Kampf um Tore und Paraden entbrennt, wird es für einen Löwen besonders emotional. Gino Steenaerts wird im Rahmen des Schweiz-Ausflugs von seinem Heimatverein offiziell verabschiedet. Ein paar Umarmungen später, fliegt der Ball dann aber wirklich.
Auszeit als Wendepunkt – Drei-Tore-Führung zur Halbzeit
In die Partie startet der Löwen-Chefcoach mit David Späth im Tor, Tim Nothdurft und Heimkehrer Gino Steenarts auf den Außenbahnen, Haukur Thrastarson, Dani Baijens und Edwin Aspenbäck im Rückraum sowie Aron Seesing am Kreis, der das erste Tor für die Gelbhemden erzielt. Obwohl wenig später das zweite Löwen-Tor auf Dani Baijens’ Konto wandert und David Späth doppelt pariert, spielt der HC Kriens-Luzern auf Augenhöhe mit. Vor allem Jerome Müller präsentiert sich in Torlaune und trifft innerhalb weniger Minuten dreimal.

Bei seiner Rückkehr in die Pilatus Arena muss aber auch Gino Steenaerts nicht lange auf seinen ersten Treffer warten. In der siebten Spielminute versenkt der Rechtsaußen das Leder zum 4:4 in den Maschen. Nur wenige Minuten später legt er Bude Nummer zwei nach und auch Haukur Thrastarson trägt sich mit einem sehenswerten Heber in die Torschützenliste ein – einziges Manko zu diesem Zeitpunkt: Noch führen die Schweizer. In der 18. Spielminute steht es 11:9 für das Heimteam, weshalb Maik Machulla seine erste Auszeit nimmt.
Die Ansprache und die Justierungen des Trainers zeigen Wirkung. Im Innenblock bilden Robert Timmermeister und Aron Seesing ein starkes Duo, sodass David Späth seine nächste Parade einfahren kann. In der Offensive drückt Dani Baijens aufs Tempo und stellt in der 22. Spielminute auf die erste Löwen-Führung – 13:14. In der Schlussphase des ersten Durchgangs bauen die Badener ihren Vorsprung bis auf drei Tore aus. Elias Ciudad-Benitez, der sich zusammen mit Aron Seesing in Abwesenheit von Jannik Kohlbacher (pausiert weiterhin aus Vorsichtsmaßnahme mit leichten Fußproblemen) die Spielzeit am Kreis teilt, trifft zum Halbzeitstand von 16:19.
Testspiel in Luzern: Mit veränderter Sieben in die 2. Halbzeit
In die zweite Hälfte gehen die Löwen mit Niclas Mierzwa und Marius Steinhauser auf den Flügelpositionen, sowie Haukur Thrastarson, Kentin Mahé und Jacob Lassen im Rückraum. Am Kreis und im Tor beginnen zunächst wie zu Beginn des ersten Durchgangs David Späth und Aron Seesing. Ebenfalls eine Parallele zur ersten Halbzeit: Wieder eröffnet den Torreigen der Löwen der junge Kreisläufer – 16:20.

In einen Flow spielt sich im Kasten außerdem in den zweiten 30 Minuten David Späth. Der Keeper pariert zunächst in der 34. Spielminute vom Siebenmeter-Strich und besticht danach auch weiter mit packenden Paraden. Die Badener nutzen die Glanzleistung ihres Schlussmanns aus und bauen ihren Vorsprung aus. 17 Minuten vor Schluss führt das Machulla-Team mit fünf Toren (21:26), weshalb sich Andy Schmid – langjähriger Spielmacher der Löwen und heute Schweizer Nationalcoach und Cheftrainer des HC Kriens-Luzern – zu einer Auszeit gezwungen sieht.
Die kurze Pause bringt die Badener jedoch nicht aus dem Takt. Während Haukur Thrastarson per Siebenmeter einnetzt, nutzt Niclas Mierzwa ein langes Zuspiel von David Späth in der 49. Spielminute, um auf 24:29 zu stellen. Und weil das Ganze so schön war, wiederholen die beiden Protagonisten das Schauspiel direkt ein zweites Mal – Späth-Parade, langer Pass übers Spielfeld, Tor Mierzwa!
Löwen on Tour – Auswärtssieg in Kriens
In den Schlussminuten drücken die Löwen weiter aufs Gaspedal, was sich kurz vor Ende der Partie auch im Zwischenstand bemerkbar macht. Per Strafwurf holt Haukur Thratsarson in der 54. Spielminute die erste 10-Tore-Führung heraus – 24:34. Drei Luzerner und vier Löwen-Buden später – den letzten Treffer in der Partie erzielt Niclas Mierzwa, getoppt von einer abschließenden Späth-Parade – steht der Endstand von 27:38.
„Ich fand das Spiel gut. In der ersten Halbzeit hat Kriens super dagegengehalten. Dass wir trotzdem mit einer Drei-Tore-Führung in die Halbzeit gegangen sind, war super. Dann sind wir mit sehr viel Elan rausgekommen, waren bissiger in der Abwehr und sind extrem hohes Tempo gegangen. Wir haben vieles richtig gemacht“, zeigt sich David Späth nach Abpfiff zufrieden. Mit einem überzeugenden Sieg im Gepäck treten die Löwen die Heimreise noch am Mittwochabend an, denn bereits am Freitag geht es bekanntermaßen weiter – dann in der Mehrzweckhalle in Kronau. Tickets gibt es ab 17:30 Uhr an der Tageskasse.
Jensen, Späth (1) – Timmermeister (1), Nothdurft (3), Lassen (3), Mierzwa (3), Steenaerts (3), Steinhauser (3), Seesing (6), Thrastarson (5), Mahé (2), Ciudad Benitez (4), Jaganjac, Baijens (2), Aspenbäck (2)