Veröffentlichung:

Löwen gegen Eisenach – „Um jeden Ball kämpfen“

Am achten Spieltag der Opel Handball-Bundesliga empfangen die Rhein-Neckar Löwen den ThSV Eisenach. Maik Machulla blickt auf die Partie am Donnerstagabend.

Zuletzt haben die Rhein-Neckar Löwen immer wieder gute Momente gehabt, diese aber nicht bis zum Ende auf die Platte gebracht. Maik Machulla blickt vor dem Spiel am Donnerstag um 19 Uhr in der SAP Arena, live bei Dyn und im Ticker in der Löwen-App, auf die vergangene Partie in Wetzlar und auf den kommenden Gegner. Außerdem spricht der Löwen-Chefcoach über Verantwortung und mögliche Veränderungen im Spiel. Wer sich live vor Ort ein Bild machen und die Mannschaft unterstützen möchte, kann sich hier noch online Tickets für die Heimpartie gegen Eisenach sichern.

Maik Machulla über..

.. das Spiel in Wetzlar: „Ich bin in erster Linie enttäuscht darüber, dass wir die Power, die wir am Anfang haben, nicht über den gesamten Zeitraum auf die Platte kriegen. Das nervt mich, weil ich finde, dass wir gerade im Spiel gegen Wetzlar so gut angefangen haben und vieles umsetzen konnten, was wir besprochen hatten. Es ist dann total schwer nachzuvollziehen, wie auf einmal so ein Bruch reinkommt – dass von der ganzen Energie nur noch so wenig zu spüren ist. Wer live dabei war, hätte nach 20 Minuten wohl keinen Cent mehr auf Wetzlar gesetzt. Das ist etwas, was wir uns erarbeitet haben. Genauso sorgen wir dann aber dafür, dass die Halle wieder laut wird und schenken Wetzlar den Glauben an den Sieg. Das nehme ich schon noch ein paar Tage mit und mache mir auch meine Gedanken, wie wir das besser hinkriegen. Dabei haben wir natürlich auch Gedanken zu möglichen Änderungen. Aber wenn du mit 13:7 führst und so ziemlich alles richtig machst, sehe ich die Notwendigkeit dafür nicht. Trotzdem ist das etwas, was uns sehr beschäftigt. Wir reden immer wieder über das Gleiche und deswegen müssen wir etwas verändern. Das wird man auch jetzt gegen Eisenach sehen, weil wir ja nicht einfach immer so weitermachen und hoffen können, dass wir irgendwann den Turnaround hinkriegen.“

Maik Machulla: „Jetzt bekommt jeder mehr Raum und Zeit“

..mögliche Veränderungen: „Wir haben jetzt 15 Siebenmeter in der Liga verworfen. Hätten wir die alle verwandelt, dann hätten wir vielleicht nur zwei Minuspunkte. Dann würden wir in der Tabelle oben stehen und alles wäre super. So einfach ist es aber nicht. Die Siebenmeter tun uns extrem weh, weil die Spiele alle maximal eng waren. Aber wir verlieren auch ein bisschen an Durchschlagskraft im Laufe des Spiels. Um die Energie in der Mannschaft zu halten, wollen wir versuchen, den ganzen Kader noch mehr in seiner Breite zu nutzen. Ich glaube, dass es uns helfen wird, um vielleicht in der 50. Minute noch ein bisschen frischer zu sein. Zudem stellen wir den Gegner natürlich auch vor neue Aufgaben. Wir werden jetzt nicht einfach wild alle reinschmeißen. Aber es ist unser Wunsch, dass wir den ganzen Kader mehr bewegen und da insgesamt einfach in der ganzen Truppe eine neue Energie rein bekommen. Ob das am Ende funktioniert, werden wir sehen. Ich bin eigentlich ein großer Fan davon, eine gewisse Stabilität im Kader und einen Rhythmus zu haben. Wenn man da durch viele Wechsel Unruhe reinbringt, kann es natürlich auch sein, dass die Unsicherheit noch größer wird. Aber ich glaube, dass wir viel Qualität im Kader haben, die wir durchaus auch nutzen dürfen. Ich möchte einfach aktiv werden und der Mannschaft noch mehr Verantwortung geben. Jetzt bekommt jeder mehr Raum und Zeit.“

..Eisenach mit vielen Ex-Löwen: „Es spricht unglaublich für die Jugendarbeit der Rhein-Neckar Löwen, dass es so viele Spieler gibt, die mittlerweile auch in der Bundesliga woanders eine große Rolle haben und ihren Weg gehen. Es kommt auf jeden Fall eine Mannschaft auf uns zu, die zwei ganz große Stärken hat: Emotionalität und unglaubliche Leidenschaft für Abwehrarbeit. Sie kämpfen in jedem Spiel um jeden Ball. Sie sind extrem präsent und feiern jede positive Aktion. Sie werden uns richtig wehtun wollen. Ich kann nur warnen: Wenn wir glauben, jetzt kommt Eisenach zu uns und das machen wir schon irgendwie, dann sind wir schon auf dem verlorenen Posten. Ich glaube, dass wir gerade in unserer Situation auch genau das auf die Platte bringen müssen. Wir müssen für jeden Ball kämpfen, Energie reinstecken und uns gegenseitig maximal helfen. In diesen Bereichen dürfen wir das Spiel nicht verlieren.“

Dani Baijens ist einer der Leader in der Mannschaft.

..Verantwortung und Mentalität: „Ich glaube, diese Mentalitätsdebatte wird immer geführt, wenn es bei Mannschaften nicht optimal läuft. Ich glaube schon, dass wir Spieler im Kader haben, die alle Verantwortung übernehmen wollen, die alle sehr viel investieren und Zeit opfern, um das bestmögliche Ergebnis für uns als Team zu erreichen. Das sehe ich auch in jedem Training. Speziell in den schwierigen Phasen, brauchen wir dann jemanden, der Ruhe in unser Spiel bringt. Da sehe ich als absolute Leader in dieser Mannschaft Dani und Haukur. Das sind diese zwei Spieler, die die Erfahrung haben. Das ist aber auch ein Prozess und eine Entwicklung, die müssen und wollen wir auch angehen. Ich glaube, dass die Spieler das können. Aber ich bin weit weg davon, zu sagen, dass die Mannschaft ein Mentalitätsproblem hat. Das würde ja bedeuten, dass wir nicht alles investieren würden, um die Spiele zu gewinnen. Das sehe ich überhaupt gar nicht.“

.. das Personal: „Bei Kohli können wir noch keine Prognose abgeben. Das wird hoffentlich eine Punktlandung, am Ende macht es aber nur Sinn, wenn er zu 100% fit ist. Haukur hat jetzt zwei Tage nicht trainiert, weil er krankheitsbedingt angeschlagen war. Ich gehe aber davon aus, dass es bei ihm reichen wird, wenn auch nicht für 60 Minuten. Ansonsten sind alle fit und einsatzbereit.“