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Remis nach unterschiedlichen Hälften
In der Buderus Arena teilen sich die Rhein-Neckar Löwen nach einer wilden zweiten Hälfte beim 30:30 mit der HSG Wetzlar die Punkte.
Die Rhein-Neckar Löwen wollten nach dem Erfolg gegen die MT Melsungen an die Heimspiel-Leistung anknüpfen. Zu Beginn sieht man den Badenern Besagtes auch an, im weiteren Verlauf müssen sie dann aber eine Aufholjagd der Gastgeber hinnehmen. In einer packenden Schlussphase kämpft sich das Machulla-Team noch von einem Rückstand zurück, wodurch beide Mannschaften einen Punkt holen.
Maik Machulla stellt für die Auswärtspartie folgende Start-Sieben auf: David Späth steht im Kasten, Tim Nothdurft und Marius Steinhauser beackern die Außen, Haukur Thrastarson, Dani Baijens und Edwin Aspenbäck agieren im Rückraum und Jannik Kohlbacher spielt am Kreis.
Löwen starten überlegen

Die Rhein-Neckar Löwen beginnen in der Buderus Arena an diesem Freitagabend in der Defensive sehr fokussiert. Auch David Späth steht in der Anfangsphase den Gastgebern zweimal im Weg. Im Angriff läuft der Ball bei den Badenern schnell, und so trifft Haukur Thrastarson in der neunten Spielminute zur 7:3-Führung. Nach dem bereits vierten Treffer des Isländers nimmt Rúnar Sigtryggsson seine erste Auszeit. In der Folge spielt sich jedoch erst einmal das gleiche Spiel auf der Platte ab. Die HSG Wetzlar kombiniert sich durch die Abwehr und bringt Ahmed Nafea aus gutem Winkel in Wurfposition. Späth, der am Ende auf 16 Paraden kommt, wehrt mit hochgerissenem Bein bereits den dritten Ball ab.
Dann ein unschöner Moment: Jannik Kohlbacher steigt unglücklich auf den Fuß von Josip Simic und knickt dabei weg. Während er an der Seitenlinie behandelt wird (der Kapitän kommt im Verlauf des Spiels nicht auf die Platte zurück), stellt Aron Seesing auf 12:6. Die Löwen spielen eine starke Anfangsphase geprägt von viel Energie sowohl hinten als auch vorne. In der Endphase von Hälfte eins fällt es den Gelbhemden aber schwerer, das Leder im Netz zu verwandeln, auch bedingt durch die Paraden von Bart Ravensbergen. In Überzahl verkürzt die HSG auf 12:14. Wenig später stellt Dominik Mappes den Fuß raus, über den Marius Steinhauser bei seinem Wurfversuch stolpert. Mappes wird anschließend nach Videobeweis disqualifiziert. Wetzlar hat sogar die Chance, auf einen Treffer zu verkürzen. Unter Zeitdruck fliegt der Ball aber über den Kasten. Späth ist gedankenschnell. Er holt sich schnell das Leder und wirft es bereits zum zweiten Mal ins leer stehende Tor – diesmal zum 13:16-Pausenstand.
Wetzlar dreht das Spiel
Im zweiten Durchgang beginnt Gino Steenaerts für Steinhauser auf Rechtsaußen. Die HSG kommt schwungvoll aus der Kabine. Das Team in Grün kommt auf 18:19 heran. Der doppelte Aspenbäck findet darauf aber schnelle Antworten – 18:21. Beide Seiten sind nicht konsequent im Angriff und so sehen die 3.616 Zuschauer eine immer mehr von den Torhütern geprägte Partie.
Späth zeichnet sich jetzt sogar mit einer Wahnsinns-Doppelparade aus. Aber auch Ravensbergen zeigt sich in bestechender Form und pariert in dieser Phase den vierten Siebenmeter. Ebenso nimmt die Wetzlar-Offensive nun Fahrt auf und geht durch den Ravensbergen-Rückenwind in der 46. Minute zum ersten Mal in Führung und erhöht in der Folge auf 25:22.
Ein Punkt nach wilder zweiter Hälfte

Für einen Siebenmeter der Gastgeber kommt nun Mike Jensen ins Spiel. Der Däne pariert, Baijens nutzt den Ballbesitz vorne aus. Nur wenig später kann auch Späth gleich zwei Würfe in Folge vereiteln. Jacob Lassen tankt sich durch die in Hälfte zwei erstarkte Wetzlar-Defensive. Und das erfolgreich. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende steht es 28:28. Dann kommt Elias Benitez Ciudad für das Sieben-gegen-Sechs auf die Platte. Lassen bringt Steenaerts in freie Position, der Schweizer stellt wieder auf Ausgleich. Es laufen die letzten Sekunden. Die HSG ist in Überzahl, kommt aber nur noch zu einem Freiwurf. Nikolaj Læsø bringt den tatsächlich aufs Tor, aber nicht zwingend genug, um die Badener Nummer 29 zu überwinden. Nach zwei unterschiedlichen Durchgängen teilen sich beide Mannschaften die Punkte.
Maik Machulla: „Wir waren auf einem sehr guten Weg und fangen überragend an. Wir haben die Paraden und spielen vorne mit hohem Tempo. In der zweiten Hälfte ist es ein sehr zerfahrenes Spiel. Ich liebe die Jungs – wir investieren viel, aber wir müssen lernen, dass wir in dieser Liga nichts geschenkt bekommen. Das ist Wahnsinn, was wir an Chancen liegen lassen. So holst du auswärts normalerweise gar keinen Punkt.“
Am Donnerstag geht es in der Opel Handball-Bundesliga weiter. Dann empfangen die Rhein-Neckar Löwen um 19 Uhr den ThSV Eisenach. Tickets für diese Partie gibt es hier. Ob Kreisläufer Jannik Kohlbacher im Heimspiel wieder mitwirken kann, werden die Untersuchungen in den nächsten Tagen zeigen. Die Löwen gehen aktuell aber nicht von einer schwereren Verletzung ihres Kapitäns aus.
Wetzlar: Ravensbergen (17/4 Paraden) Pantel, Bartucz – Kirschner (3/2), Mappes (3), Theiß (9), Simic (2), Øverby, Piroch (1), Mraz, Pehlivan, Akakpo (4), Soler, Læsø, Löwen, Nafea (4)
Löwen: Jensen (1/1 Paraden), Späth (16) – Timmermeister, Nothdurft (2), Lassen (1), Mierzwa, Steenaerts (3), Steinhauser, Seesing (3), Thrastarson (7/1), Mahé, Ciudad Benitez, Jaganjac, Baijens (6), Aspenbäck (6), Kohlbacher
Trainer: Rúnar Sigtryggsson – Maik Machulla
Schiedsrichter: Fabian Baumgart – Philipp Dinges
Zuschauer: 3.616
Strafminuten: Simic, Læsø – Timmermeister, Seesing, Baijens (2x), Aspenbäck