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Bittere Niederlage gegen Kiel
Die Rhein-Neckar Löwen starten mit einer denkbar knappen Niederlage in 2026. Gegen den THW Kiel steht nach 60 Spielminuten eine bittere 27:28-Pleite.
Die Löwen sind zurück auf der Platte. Zum Start geht es gegen kein geringeres Team als Rekordmeister THW Kiel. Vor der Partie belegen die Gäste aus dem Norden den fünften Platz, die Löwen reihen sich knapp dahinter auf Rang sieben ein. Nach dem starken Unentschieden im Auswärtsspiel in der Wunderino Arena wollen die Gelbhemden die Leistung aus der Hinrunde bestätigen.
Die Startsieben gegen die Zebras bilden David Späth, Tim Nothdurft, Haukur Thrastarson, Dani Baijens, Edwin Aspenbäck, Patrick Groetzki und Jannik Kohlbacher. Sobald die Gelbhemden in die Defensive geraten und sich Wechselmöglichkeiten ergeben, agieren Steven Plucnar und Sebastian Heymann als starkes Duo im Innenblock. Halil Jaganjac verpasst die Begegnung krankheitsbedingt.
Löwen gehen mit Führung in die Halbzeit-Pause
Mit Elan und Power gehen die Badener vor vollen Rängen in der SAP Arena die Mission Heimsieg an. In den Anfangsminuten überrollt das Machulla-Team den THW, sodass nach fünf Minuten eine 4:0-Führung steht und Kiel-Coach Filip Jicha keine andere Möglichkeit bleibt, als die erste Auszeit zu ziehen. Der Trainer nordet seine Jungs ein. Während für die Löwen bereits Dani Baijens, Jannik Kohlbacher und Doppelpacker Edwin Aspenbäck getroffen haben, gelingt es Eric Johansson nach der Auszeit erstmals, Löwen-Keeper David Späth zu überwinden – der Schlussmann ist heiß und voll im Spiel.

Während die Gelbhemden im Angriff mit Treffsicherheit punkten, bilden Abwehr und Torhüter eine starke Einheit in der Defensive. So kommt es, dass die Kieler nach 15 Spielminuten bei nur vier Toren stehen. Die Löwen haben zu diesem Zeitpunkt bereits acht Mal eingenetzt. Nachlassen ist gegen die Zebras jedoch keine Option, das zeigt sich, als die Badener kurzzeitig etwas vom Gaspedal gehen. In der 20. Spielminute kämpfen sich die Nordlichter bis auf ein Tor an die Löwen heran – Magnus Landin erzielt das Anschlusstor zum 9:8.
Auf die Rückkehr des THW ins Spiel reagieren die Badener souverän und konzentriert. Die Machulla-Mannschaft bleibt bei sich und baut den Vorsprung in den Folgeminuten erneut sukzessive aus, sodass schnell wieder ein Polster von vier Toren Vorsprung steht. Filip Jicha reagiert auf den erneut entstandenen Rückstand mit dem Torwartwechsel. Für den in der SAP Arena über weite Strecken glücklosen Andreas Wolff kommt Gonzalo Pérez de Vargas in den Kasten, der in Halbzeit eins aus Kieler Sicht aber noch nicht den entscheidenden Unterschied machen kann. In die Kabine gehen die Gelbhemden mit einer 15:12-Führung.
Bittere Niederlage gegen Kiel
Im zweiten Durchgang hat der Gast Anwurf. Die Zebras verkürzen durch einen Treffer von Lukas Zerbe auf 15:13. Doch den Löwen gelingt postwendend die Antwort – Tim Nothdurft macht seine insgesamt fünfte Bude. Hendrik Pekeler und Sebastian Heymann legen jeweils nach. Auf beiden Seiten wird jetzt um jeden Zentimeter und jeden Treffer gefightet.
Kiels Keeper Gonzalo Pérez de Vargas kommt genauso wie seine Vorderleute besser und besser ins Match – auch dank des Sieben-gegen-Sechs-Spiels. Gleichzeitig tut sich das Machulla-Team in der Offensive schwer – die Folge: neun Spielminuten ohne Löwentor. Erstmals überhaupt im Duell gehen die Zebras in der 51. Spielminute in Führung. Lukas Zerbe bringt das Jicha-Team mit 23:22 in Front.

Die Löwen-Durststrecke beendet kurz darauf Sebastian Heymann, der sich ein Herz fasst und das Leder in die Maschen hämmert. Der Ausgleich steht. In der Crunchtime bleibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Kiel legt vor, die Löwen ziehen nach. In der Schlussminute macht schließlich Eric Johansson den Unterschied. Er bringt den THW 56 Sekunden vor Schluss in Führung. Nachdem Tim Nothdurft vom Siebenmeter-Strich im Eins-gegen-eins mit Andreas Wolff die Oberhand behält und zum 27:27 ausgleicht, versenkt der Kieler Rückraumshooter mit der Schlusssirene den Ball im Löwen-Tor und lässt Kiel jubeln. Nach 60 intensiven Spielminuten steht die bittere 27:28-Niederlage für die Löwen.
Maik Machulla: „Wir sind brutal enttäuscht“
Obwohl am Ende keine Punkte in Mannheim bleiben, applaudieren die Fans ihrer Mannschaft lautstark. „Das ist brutal ärgerlich. Wir haben relativ viel richtig gemacht. In der Mitte der zweiten Halbzeit haben wir den Flow nicht mehr. Da lassen wir den Killerinstinkt vermissen. Wir holen Kiel zurück. Das ist aus unserer Sicht unnötig. Am Ende sind wir deshalb brutal enttäuscht“, zieht Maik Machulla das Fazit zum Spiel. Der Coach macht aber gleichzeitig deutlich, dass der Fokus ab Donnerstag voll und ganz dem nächsten Gegner GWD Minden gelten muss. Am Samstag treten die Löwen um 20 Uhr in der Kampa-Halle an.
Rhein-Neckar Löwen – THW Kiel
Löwen: Jensen, Späth (10 Paraden) – Larson, Timmermeister, Nothdurft (7/1), Plucnar, Sandell (1), Heymann (3), Steenaerts, Móré, Groetzki (2), Thrastarson (4), Ciudad-Benitez, Baijens (1), Aspenbäck (5), Kohlbacher (4)
Kiel: Pérez de Vargas (6 Paraden), Wolff (3 Paraden) – Duvnjak, Reinkind, Landin (5), Øverby, Laube (1), Johansson (7), Dahmke, Zerbe (7/3), Abdelhak, Bilyk (1), Pekeler (2), Ellefsen á Skipagøtu (4), Imre, Nacinovic (1)
Trainer: Maik Machulla – Filip Jicha
Schiedsrichter: Lucas Hellbusch – Darnel Jansen
Zuschauer: 11.248
Strafminuten: Plucnar, Thrastarson, Kohlbacher – Duvnjak, Laube, Dahmke, Nacinovic (2x)