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Große Moral trotz Ausfällen: Löwen II erkämpfen Punkt gegen Balingen
Die Rhein-Neckar Löwen II haben sich im Drittliga-Heimspiel gegen HBW Balingen-Weilstetten II nach großem Kampf ein 30:30 (12:15)-Unentschieden gesichert. In einer intensiven Partie zeigte die junge U23 viel Moral und belohnte sich in der Schlussphase mit dem verdienten Ausgleich durch Youngster Jan Day, der insgesamt 15 Treffer erzielte.

Foto: Tanja Sommer
Die Ausgangslage war dabei alles andere als einfach. Die Löwen mussten auf weitere wichtige Spieler verzichten: Die Karrenbauer-Brüder standen nicht zur Verfügung, zudem fehlte Elias Ciudad-Benitez gesperrt. Dennoch stellte sich die Mannschaft der Aufgabe und hielt gegen einen robust spielenden Gegner dagegen.
Der Start in die Begegnung verlief allerdings schwierig. Balingen dominierte die Anfangsphase, gewann nahezu jeden Zweikampf und setzte sich schnell mit 5:0 ab. Erst nach siebeneinhalb Minuten gelang den Löwen der erste Treffer. Co-Trainer Steffen Christmann ordnete diese Phase offen ein: „Wir haben überhaupt nicht in diese Partie gefunden und zunächst keine Zweikämpfe gewonnen. Es hat minutenlang bis zum ersten Torerfolg gedauert.“
Wichtige Phase vor der Pause
Auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit blieb der HBW zunächst spielbestimmend, verteidigte sehr dominant und stellte die Löwen vor große Probleme. Kurz vor der Pause gelang den Gastgebern jedoch ein wichtiger Positivlauf. Mit einer Umstellung im Angriffsspiel und mehr Bewegung lief es nun deutlich besser. „Wir kämpfen uns noch in der ersten Halbzeit mit einem Positivlauf wieder heran. Wäre das nicht gelungen, hätte das Spiel schon weg sein können“, so Christmann. Mit einem 12:15-Rückstand ging es in die Kabine.
HBW-Trainer Micha Thiemann machte diese Phase ebenfalls als richtungsweisend aus: „Vom Spielverlauf her war die Phase kurz vor der Halbzeit entscheidend. Wir sind gut im Spiel und decken sehr dominant. Dann kommt die Umstellung der Löwen mit dem siebten Feldspieler. Kurz darauf geraten wir mit dem Negativlauf in ein gefährliches Fahrwasser.“
Dramatische Schlussphase und Ausgleich im Gegenstoß
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offenes Spiel. Balingen konnte sich erneut leicht absetzen, doch die Löwen blieben dran, steigerten sich kämpferisch und hielten die Partie bis in die Schlussphase offen. In den letzten Minuten legten die Gäste mehrfach vor, die Löwen antworteten immer wieder.
In der Schlussminute lag der HBW nochmals mit zwei Toren in Führung. Die Junglöwen warfen alles nach vorne, zwangen Balingen zu einem Fehler und schalteten schnell um. U19-Spieler Jan Day blieb im Tempogegenstoß eiskalt und erzielte mit seinem 15. Treffer den umjubelten Ausgleich zum 30:30. Der 17-Jährige war bester Werfer der Löwen.
Christmann hob nach der Partie besonders die mentale Stärke hervor: „Es ist eine ganz tolle Charakterleistung der Mannschaft. Es ist absolut ungewöhnlich und nicht selbstverständlich für eine so junge Mannschaft, wie sie mit Rückständen umgeht und Spiele aufholt. Besonders loben möchte ich unsere A-Jugendlichen – sie haben alle einen großen Teil zu diesem Ergebnis beigetragen.“
Auf der Gegenseite überwog trotz Enttäuschung der Respekt. Thiemann sagte: „Hintenraus fühlt es sich eher an wie ein Punktverlust. Wir haben phasenweise sehr dominant verteidigt und den Ball gut laufen lassen, machen dann aber zu viele Fehler. Nichtsdestotrotz muss man bei den Löwen, auch unter diesen Voraussetzungen, erst einmal einen Punkt holen.“
Rhein-Neckar Löwen II – HBW Balingen-Weilstetten II 30:30 (12:15)
Rhein-Neckar Löwen II: Oskar Knudsen, Luca Zapp, Maximilian Herb – Jakob Baumgärtner, Mark Hartmann (4), Matej Alexander Simicic (3), Noah Oremek (1), Theo Sommer, Jan Day (15/7), Lucas Pabst (1), Matthis Krauth, Ádám Vincent Jòzsa (1), Philipp Alt (2), Artur Usatiuc (2), Jan Kraft (1).
Trainer: Holger Löhr
HBW Balingen-Weilstetten II: Nikolas Hajdu, Magnus Bierfreund (1) – Magnus Grupe (4), Daniel Flad (2), Merlin Fuß (3), Daan van Vliet (2), Tim Römer (5/1), Bennet Strobel (1), Felix Eisele, Denis Milosavljevic (1), Lars Bänsch (2), Sem Banzhaf (1/1), Mischa Locher (8), Louis Mann, David Selinka.
Trainer: Micha Thiemann
Schiedsrichter: Tobias Hägele / Stefan Schmid-Denzinger
Zuschauer: 150
Siebenmeter: RNL 8/7 – HBW 2/2
Zeitstrafen: RNL 5×2 Min. – HBW 4×2 Min.
Spielfilm: 0:5, 2:6, 3:9,5:10, 8:13, 12:15 (HZ), 17:20, 19:20, 21:23, 23:24, 26:26, 27:29, 29:30, 30:30.