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Löwen feiern Herzschlag-Sieg gegen Hannover 

Die Rhein-Neckar Löwen gewinnen das letzte Heimspiel der Saison hauchdünn mit 29:28 gegen Hannover. Am Ende zittert die gesamte Arena, ob es für zwei Punkte reicht. 

Es ist das letzte Heimspiel der Saison 2026/27. Die Rhein-Neckar Löwen empfangen die TSV Hannover-Burgdorf. Die Partie bringt einige besondere Konstellationen mit sich. So gastiert mit den Recken der ehemalige Löwe Marius Steinhauser, der im Sommer zu den Badenern zurückkehrt, in der SAP Arena. Gleichzeitig spielt auch Rückraumshooter Sebastian Heymann gegen seinen zukünftigen Klub. Er verlässt die Gelbhemden im Sommer Richtung Hannover. 

Patrick Groetzki während Heimspiel gegen Hannover.
Patrick Groetzki bei seinem letzten Tanz in der SAP Arena.

Emotional ist das Match gegen die Recken vor allem für Löwen-Legende Patrick Groetzki, der sein letztes HBL-Heimspiel bestreitet – und das ausgerechnet gegen einen guten Freund. Den Kasten der Hannoveraner hütet Joel Birlehm, der während seiner Zeit bei den Löwen zu einem engen Vertrauten des Rechtsaußen wurde. „Das ist eine schöne Geschichte, dass wir in meinem letzten Heimspiel gegen Hannover und Joel spielen. Er bedeutet mir sehr viel und ist zu einem guten Freund geworden. Da ist vor allem Vorfreude“, blickte der Captain positiv in Richtung letztes Heimspiel. 

Trotz der emotionalen Rahmenbedingungen gilt für die Mannschaft von Löwen-Coach Maik Machulla am Mittwochabend vor allem eins: Sie will die Partie gewinnen und sich für die Auswärtsniederlage zu Beginn der Saison revanchieren. Die Aufgabe in der SAP Arena geht der Cheftrainer mit David Späth im Tor, Tim Nothdurft und Patrick Groetzki auf den Flügelpositionen sowie Haukur Thrastarson, Dani Baijens und Edwin Aspenbäck im Rückraum an. Am Kreis beginnt Jannik Kohlbacher. 

Löwen gehen mit Zwei-Tore-Führung in die Halbzeit

Die Löwen starten mit Anwurf in die Partie. Der erste Treffer gehört Dani Baijens und auch das zweite Tor im Match wandert auf das Löwen-Konto: Jannik Kohlbacher startet in Durchgang eins in der dritten Spielminute eine Serie. Im Verlauf der ersten Hälfte netzt der Kreisläufer weitere stolze sechs Mal ein. 

Jannik Kohlbacher gegen Hannover.
Jannik Kohlbacher erzielt im Spiel gegen Hannover acht Tore – sieben davon in halbzeit eins.

Doch obwohl die Gelbhemden eine solide Abwehr stellen und Steven Plucnar und Sebastian Heymann als Wand agieren, an der die Recken ein ums andere Mal abprallen, bleibt Hannover über die gesamten 30 Spielminuten an den Badenern dran. Die Löwen schaffen es nach der 2:0-Führung zu Beginn des Spiels erst in der 18. Spielminute, erneut auf einen Zwei-Tore-Vorsprung zu stellen. Wieder heißt der Torschütze Jannik Kohlbacher. 

Wie zuvor lässt sich das Team von Coach Juan Carlos Pastor nicht beeindrucken und bleibt weiter am Ball. Aus einem 9:7 wird durch Tore von Renars Uščins und Marius Steinhauser ein 9:9-Unentschieden. In den Schlussminuten des ersten Durchgangs legen die Löwen noch einmal einen Zahn zu und erspielen sich so die nächste Zwei-Tore-Führung und gehen schließlich mit einem 15:13-Zwischenstand in die Kabine. 

Nervenschlacht in Durchgang zwei – Löwen und Hannover liefern sich harten Kampf 

In die zweite Hälfte geht der Gast mit Ballbesitz, doch die Gelbhemden zwingen die Recken ins Zeitspiel und erobern die Kugel. Im Gegenzug trifft Haukur Thrastarson, womit die Löwen erstmals in der Partie mit drei Toren in Front gehen. Auf den ersten Hannoveraner Treffer in Durchgang zwei findet die Machulla-Mannschaft in Person von Edwin Aspenbäck ebenfalls prompt eine Antwort und hält den Abstand konstant. 

Haukur Thrastarson gegen Hannover.
Haukur Thrastarson ist mit elf Toren bester Torschütze der Partie.

Mit dem Start der 39. Spielminute schickt sich das Pastor-Team an, den Rückstand wieder auf ein Tor zu verkürzen, doch David Späth vernagelt seinen Kasten und pariert gegen Hannovers Kapitän Marius Steinhauser. Dafür bleibt Haukur Thrastarson auf der Gegenseite eiskalt und verwandelt seinen fünften Siebenmeter zum 20:17. 

In der 42. Spielminute wird der Torjubel in der Mannheimer Arena besonders laut. Patrick Groetzki erzielt sein 1655. Tor in der HBL – gleichzeitig den Treffer zum 22:19. Durch die Halle schallen Patrick-Groetzki-Gesänge. Den Pusch nutzt das Machulla-Team direkt aus, erobert in der Defensive die Murmel von Leif Tissier, wodurch Haukur Thrastarson mit einem Treffer ins verlassene Recken-Tor zum 23:19 nachlegen kann. Der frisch eingewechselte Mike Jensen veredelt die erfolgreiche Löwen-Phase durch eine Siebenmeter-Parade gegen Pedersen und bleibt auch im nächsten Angriff gegen Stutzke und Steinhauser der Sieger.

Löwen feiern Herzschlag-Sieg gegen Hannover

In der Schlussviertelstunde verteidigen die Badener ihren Vorsprung hauchdünn. Sie können sich auf einen nervenstarken David Móré verlassen, der doppelt trifft, auf Edwin Aspenbäck, der kurz vor Schluss den entscheidenden Treffer macht, und die gelbe Wand. Geprüft wird mit Ablauf der Zeit, ob Hannover mit der Schlusssirene noch den Ausgleich erzielt hat. Die Entscheidung: indirekter Freiwurf. Das Löwen-Bollwerk steht, die zwei Punkte gehen dank des 29:28-Herzschlag-Siegs an die Badener – und damit beginnt der emotionale Part. Die Zuschauer stehen und feiern die Mannschaft für den Heimerfolg. Ganz besonders sind die Blicke natürlich auf Patrick Groetzki gerichtet, der im Anschluss genauso wie alle anderen Spieler, die die Löwen mit Saisonschluss verlassen, gebührend verabschiedet wird. Lachen, Tränen, emotionale Abschiede. Wie genau der Abend weitergeht? Fortsetzung folgt!

Löwen: Jensen (3 Paraden), Späth (8 Paraden) – Larson, Timmermeister, Nothdurft, Plucnar, Sandell, Heymann, Steenaerts, Móré (3), Groetzki (1), Thrastarson (11/6), Ciudad Benitez, Baijens (1), Aspenbäck (5), Kohlbacher (8)

Hannover: Gade (3), Birlehm (3) – Tissier (5), Poulsen, Uščins (4), Pedersen (11), Steinhauser (4), Dietzsch, Edvardsson (2), Aho, Stutzke (1), Solstad, Fischer (1), Weber, Rodriguez, Wolf

Trainer: Maik Machulla – Juan Carlos Pastor 

Schiedsrichter: Thomas Kern – Thorsten Kuschel

Zuschauer: 7824

Strafminuten: / – Solstad, Stutzke