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Löwen in Hannover – „Eine der härtesten Niederlagen“

Die Rhein-Neckar Löwen verpassen in Hannover Zählbares hauchdünn. Nach 60 Spielminuten steht in der ZAG arena die knappe 31:32-Niederlage. 

Mit viel Vorfreude und einer ordentlichen Portion Motivation im Gepäck machten sich die Badener nach dem Pokal-Erfolg in Kornwestheim auf die Auswärtsreise nach Niedersachsen. In der ZAG arena in Hannover zeigen die Gelbhemden zwei Gesichter und verpassen einen Auswärtssieg in einer umkämpften Partie knapp. Die Löwen verlieren ihr erstes HBL-Match der Saison 2026/27 bei der TSV Hannover-Burgdorf denkbar bitter mit einem Tor Rückstand. 

In das HBL-Duell geht das Machulla-Team am Sonntagnachmittag mit folgender Startsieben: Im Tor beginnt David Späth. Die Flügelzange bilden Tim Nothdurft und Marius Steinhauser, während Haukur Thrastarson, Dani Baijens und Jacob Lassen im Rückraum auflaufen. Die Kreisposition belegt Aron Seesing. Jannik Kohlbacher fehlt in Hannover krankheitsbedingt. 

Löwen kämpfen sich zu knapper Halbzeit-Führung

Der Start in die erste Halbzeit läuft für die Löwen alles andere als perfekt. Die Recken gehen durch Treffer von Renars Uscins und Daniel Weber mit zwei Toren in Führung. Die erste Bude für die Badener erzielt in der sechsten Spielminute Jacob Lassen und verkürzt damit auf 2:1. Doch weiterhin tut sich das Machulla-Team schwer, leistet sich die ein oder andere Ungenauigkeit zu viel, sodass die Heimmannschaft ihre Führung in der 16. Spielminute erstmals auf drei Tore (10:7) ausbauen kann. 

Jacob Lassen in Hannover.
Jacob Lassen erzielt das erste HBL-Tor der Saison 2026/27 für die Löwen.

Daraufhin nimmt der Löwen-Coach seine erste Auszeit und schärft den Fokus seiner Mannschaft: weniger eigene Fehler machen, von denen die Hannoveraner profitieren können. Gleichzeitig gehen die Gelbhemden ins Risiko und stellen offensiv auf Sieben-gegen-Sechs um – David Späth verlässt seinen Kasten für die Angriffsphase. Der Kniff zahlt sich aus, die Löwen finden ihren Flow. Von einem 7:10-Rückstand arbeiten sich die Badener innerhalb weniger Minuten auf ein 11:11‑Unentschieden. Während vorne Haukur Thrastarson und Jacob Lassen Verantwortung übernehmen, steht hinten die Abwehr immer besser und auch David Späth kann mit Paraden überzeugen. 

Erstmals in Führung gehen die Löwen in der 28. Spielminute durch Kentin Mahé, der nach einem Fehlwurf Thrastarsons vom Siebenmeterstrich übernimmt. Der Franzose trifft zum 12:13. Danach netzen noch Vilhelm Poulsen für die Recken und Aron Seesing für die Löwen ein. Dank einer weiteren Späth-Parade 30 Sekunden vor dem Erklingen der Pausensirene halten die Gelbhemden den knappen Vorsprung und gehen mit dem 13:14-Zwischenstand in die Kabine. 

Starker Start, bitteres Ende

In die zweite Hälfte startet die Machulla-Mannschaft stark. In der Abwehr stellen die Badener das Pastor-Team ein ums andere Mal vor eine schwierige Aufgabe und ermöglichen es im Zusammenspiel mit David Späth, der seinen Kasten vernagelt, dem Angriff, in der 37. Spielminute erstmals auf drei Buden davonzuziehen. Marius Steinhauser, der zurück an alter Wirkungsstätte ist, zeigt eine blitzsaubere Leistung und stellt auf 16:19. In der Folgeminute ist es nach einer weiteren Späth-Parade dann Haukur Thrastarson, der zum 16:20 trifft und damit Hannover in die nächste Auszeit zwingt. 

Die höchste Führung im Spiel holen sich die Löwen kurz darauf in der 46. Spielminute durch ein Tor von Dani Baijens. Eine knappe Viertelstunde vor Spielende sieht es für die Gelbhemden damit eigentlich vielversprechend aus, doch die Badener lassen die Recken zurück ins Match. Genauso wie die Machulla-Mannschaft in Halbzeit eins nutzen nun die Hannoveraner das Sieben-gegen-Sechs-Spiel und arbeiten sich über einen bärenstarken Lauf von Leif Tissier wieder an die Löwen heran. In der 59. Spielminute steht erstmals im zweiten Durchgang die knappe Ein-Tor-Führung für Hannover. 

David Späth in Hannover.
David Späth kommt im Auswärtsspiel in Hannover auf zwölf Paraden.

Löwen in Hannover – Machulla: „Eine der härtesten Niederlagen“

Die letzten 90 Sekunden entwickeln sich zu einem Nervenkampf, den schließlich das Heimteam für sich entscheidet. Zwar gleicht Dani Baijens erst noch für die Gelbhemden zum 31:31 aus, doch auch August Pedersen bleibt bei seinem insgesamt achten Siebenmeter cool, hält seine Wurfquote vom Strich bei 100 Prozent und bringt damit seine Mannschaft gleichzeitig wieder in Führung. Die Löwen können die verbleibenden Sekunden nicht mehr erfolgreich gestalten, weshalb am Ende der Partie eine schmerzende 31:32-Pleite steht.

„Wir spielen es nicht konsequent zu Ende. Das tut schon sehr weh. Das waren zwei extrem wichtige Punkte, die wir liegen lassen“, sagt David Späth kurz nach Abpfiff im Dyn‑Interview. Auch Trainer Maik Machulla ist der Schmerz über die Niederlage anzumerken. Auf der Pressekonferenz erklärt der Coach: „Es ist eine der härtesten Niederlagen seit ich Löwen-Trainer bin!“ Schon am Mittwoch geht es für die Badener in der HBL jedoch weiter. Dann empfängt das Machulla-Team im ersten Heimspiel der Saison den VfL Gummersbach zu einem nicht weniger herausfordernden Duell. 

Hannover: Gade (3 Paraden), Birlehm (5/1 Paraden) – Tissier (7), Fielitz, Poulsen (1), Uscins (6), Heymann, Pedersen (10/8), Dietzsch, Michalczik, Kothe, Edvardsson, Stutzke, Fischer (1), Zechen, Weber (7)

Löwen: Jensen, Späth (12 Paraden) – Timmermeister, Nothdurft (3), Lassen (4), Mierzwa, Steenaerts, Steinhauser (4), Seesing (5), Thrastarson (7), Mahé (3/3), Ciudad Benitez, Jaganjac, Baijens (5), Aspenbäck

Trainer: Juan-Carlos Pastor – Maik Machulla 

Schiedsrichter: Robert Schulze – Tobias Tönnies

Zuschauer: 7721

Strafminuten: Michalczik (2x) – Timmermeister