Veröffentlichung:

Löwen starten in 4-Spiele-Woche: „Werden nicht jammern“

Gastspiel am Sonntag in Göppingen ist Auftakt für Mammutprogramm mit zwei HBL- und zwei Euro League-Partien

Zwischen Göppingern und Löwen geht es körperlich zur Sache.

Es geht wieder los. Seit dem 27. Dezember 2020 haben die Rhein-Neckar Löwen kein Spiel mehr bestritten in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga. Am Sonntag um 16 Uhr bei FRISCH AUF! Göppingen steht direkt eine knifflige Aufgabe auf dem Programm für die Jungs von Trainer Martin Schwalb. „Das ist eine sehr stabile Truppe“, sagt der Löwen-Coach über die Schwaben, die in der Tabelle sechs Punkte und fünf Plätze hinter den Löwen rangieren (Platz 8, 17:13 Punkte).

Das Wichtigste vorab: Während der bisherige Saisonverlauf von schier zahllosen Verletzungen geprägt war, werden die Löwen am Sonntagmittag mit Ausnahme des Langzeitverletzten Mikael Appelgren und kurzfristig ausfallenden Romain Lagarde wohl vollzählig in den Bus zur kurzen Fahrt nach Göppingen steigen. Die eine oder andere Blessur, die insbesondere die bis zum finalen Turnierwochenende aktiven WM-Fahrer mitgebracht haben, soll genauso wenig als Ausrede gelten wie das bevorstehende Mammutprogramm mit vier Partien in acht Tagen.

„Wir haben uns mit den Spielern darauf verständigt, dass wir nicht jammern werden. Wir nehmen das so an, wie es kommt, und werden, wie bisher auch, die Kräfte gut verteilen“, gibt der Coach die Richtung vor. Göppingen am Sonntag, Tatabanya am Dienstag, Trebnje am Donnerstag, Berlin am Sonntag in einer Woche: Beim Blick auf den Terminplan könnte einem schwindlig werden. Doch wer kennt schon einen Löwen, der beim Blick auf große Herausforderungen den Schwanz einzieht?

Martin Schwalb rechnet mit größtmöglicher Gegenwehr

Wollen auch am Sonntag jubeln: die Rhein-Neckar Löwen.

„Die vielen Spiele machen mir keine Sorgen. Die Jungs kennen das und haben alle ein gewisses Grundvertrauen“, sagt Schwalbe und verweist dabei auf die Spielanteile, die er in den zurückliegenden Wochen und Monaten klug und umsichtig vergeben hat. Am meisten freut ihn die Entwicklung der jungen Wilden wie David Späth und Philipp Ahouansou, die beide nicht nur feste Bestandteile des Kaders geworden sind, sondern Woche für Woche ihre Leistung auf höchstem Niveau abrufen.

Nicht nur das lernwillige und -fähige Personal, sondern auch das Umsetzen der taktischen Vorgaben in den ersten drei Euro League-Spielen nach der Winterpause lassen den Löwen-Trainer optimistisch auf die zweite Saisonhälfte blicken. Aggressiv und clever in einer beweglichen Abwehr, bedingungslos schnell und effizient im Gegenstoß: So haben sich die Mannheimer in den ersten drei Pflichtspielen 2021 5:1 Punkte und jede Menge Selbstvertrauen geholt. Dass es im Positionsangriff hier und da noch stockt, macht deshalb niemanden nervös – und soll auch beim Gastspiel in Göppingen nicht zum entscheidenden Faktor werden.

„Wir wissen, was auf uns zukommt. Göppingen stellt eine physisch starke Mannschaft, da denke ich an Jungs wie Kozina, Heymann und Bagersted. Diese Truppe ist auf allen Positionen gut besetzt, am Kreis wie auf der Mitte und auf den Außen“, sagt Martin Schwalb und rechnet mit der größtmöglichen Gegenwehr. Namen wie die von Linksaußen Marcel Schiller und Torwart Daniel Rebmann stehen für höchste Bundesliga-Qualität und können selbst einer Löwen-Mannschaft in Bestbesetzung das Leben schwermachen.

Umgekehrt gilt selbstverständlich dasselbe, zumal ein Blick auf die letzten Vergleiche beider Teams ganz klar für die Löwen spricht. Der letzte Bundesliga-Sieg Göppingens datiert auf den 23. November 2017. Davor gab es sieben Löwen-Siege am Stück, danach immerhin vier. Sieg Nummer fünf am Sonntag wäre der ideale Wiedereinstieg der Rhein-Neckar Löwen in die LIQUI MOLY HBL.