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Löwen unterliegen Göppingen

Die starke Phase der Rhein-Neckar Löwen nach Wiederanpfiff reicht nicht aus, um in Göppingen zu punkten.

Den Sieg gegen die HBW Balingen-Weilstetten haben sich die Rhein-Neckar Löwen in der Schlussviertelstunde hart erkämpft. Gerade die Energie, die sie in der SAP Arena im zweiten Durchgang zeigen konnten, will die Mannschaft von Trainer Maik Machulla im Derby gegen Frisch Auf! Göppingen wieder auf die Platte bringen. Denn der Coach warnt bereits vor der Partie: „Wir müssen von der ersten Sekunde an bereit sein“. Am Donnerstagabend ist es aber der Gastgeber, der in den entscheidenden Momenten die Nase vorn hat und sich deshalb die zwei Punkte sichert.

In das Match in Göppingen geht Maik Machulla mit folgender Start-Sieben: David Späth steht im Tor, Tim Nothdurft und Marius Steinhauser kommen über die Außen, Haukur Thrastarson, Dani Baijens und Edwin Aspenbäck bilden das Rückraum-Trio, während Jannik Kohlbacher am Kreis agiert.

Knapper Spielstand nach durchwachsener erster Hälfte

Haukur Thrastarson im Sprungwurf gegen Göppingen.

Frisch Auf! Göppingen, zu Beginn im Ballbesitz, erwischt den besseren Start und führt nach drei Spielminuten mit 2:0. Schöne Kombinationen von Dani Baijens, Haukur Thrastarson und Edwin Aspenbäck lassen kurz darauf aber auch Lücken in der Göppinger Mitte entstehen, welche die Löwen immer wieder zu Torerfolgen nutzen können. Tim Nothdurfts zwischenzeitlicher 5:5-Ausgleichstreffer in der achten Minute ist jedoch nur eine Momentaufnahme. Das Team in Grün erarbeitet sich anschließend erstmals eine Drei-Tore-Führung – zwei Tore von Rutger ten Velde, eine Bude von Erik Persson. Wenig später reißt David Späth bei einem Wurf von Oskar Sunnefeldt blitzartig seine Arme hoch – Parade! Den nächsten Angriff der Göppinger verteidigt dann die Abwehr stark. Bedingt durch die gute Vorarbeit seiner Vorderleute kann Späth das Leder in perfekter Manier auf den vorne freigelaufenen Nothdurft spielen, der für die Löwen auf 8:7 verkürzt.

Die Partie verändert sich in dieser Phase. Auf beiden Seiten beobachten die Zuschauer nun häufiger technische Fehler und freie Würfe, die die Schützen allerdings nicht ausnutzen. So hält sich die Göppinger Führung bis zur 20. Spielminute, in der sich Robert Timmermeister den Ball nach einem Tempogegenstoß schnappt und damit den Angriff einleitet, den Haukur Thrastarson zum 10:10-Ausgleich nutzt. Die Antwort der Löwen weckt sogleich den Göppinger Rückraum wieder auf. 14:12 heißt es nach zwei Fehlwürfen der Gelbhemden und schnellen Toren der Gastgeber. Zum Ende der ersten Hälfte entkräftet David Späth mit einigen Paraden die starke Phase der Matschke-Mannschaft, sodass der letzte Treffer in Halbzeit eins auf das Konto von Tim Nothdurft wandert. Er stellt auf den knappen 15:14-Halbzeitstand.

Stark nach Wiederanpfiff

Dani Baijens übernimmt zum Start des zweiten Durchgangs.

Im zweiten Durchgang stehen sowohl Jacob Lassen, der bereits in der ersten Halbzeit ins Spiel kam, als auch Gino Steenaerts auf der Platte. Zum Start gelingt den Löwen der Ausgleich, doch FRISCH AUF! kontert direkt – 17:15 nach 35 Spielminuten. Bei den Löwen läuft der Ball in dieser Phase nicht flüssig, trotzdem bleibt das Machulla-Team dank zweier wuchtiger Treffer von Baijens in der Partie. Und plötzlich drücken die Gelbhemden aufs Gaspedal. Die Tore fallen in diesen ersten Minuten der zweiten Hälfte ohnehin schneller als noch im ersten Durchgang. Die Partie wird wilder. Das zusätzliche Tempo nutzen die Löwen zu ihren Gunsten. Drei Tore in Folge von Gino Steenaerts bringen die Gelbhemden erstmals in Führung, dann erhöht Baijens sogar auf den zwischenzeitlichen 23:21-Vorsprung.

Doch es bleibt ein bisschen wie verhext. Sobald die Löwen scheinbar den Taktstock übernehmen, kommt die Matschke-Mannschaft wieder besser ins Spiel und zu schnellen Toren. Nicht nur, weil die Löwen ihre Chancen vorne nicht mehr konsequent nutzen, sondern auch weil Frisch Auf! den Ball sauber laufen lässt, treffen die Göppinger zum Ausgleich. Martin Hanne netzt in der 47. Spielminute zum 23:23 ein.

Löwen unterliegen Göppingen nach spannendem Derby

Beim Stand von 25:25 werden die letzten zehn Minuten eingeläutet. Das Spiel bleibt spannend bis zum Schluss. Der nach Wiederanpfiff aufblühende Baijens nimmt den starken Newel nun kurzzeitig in Manndeckung. Dennoch lassen technische Fehler der Löwen mitten in der Crunchtime das Heimteam auf 28:26 wegziehen. Die mitgereisten Fans aus der Rhein-Neckar-Region erleben wieder einen Krimi. Späth zeichnet sich hinten noch einmal aus, aber der Ball findet daraufhin vorne nicht den Weg ins Tor. Sekunden vor Schluss bekommen die Löwen zwar noch einmal den Ball, es reicht aber nur noch für den 29:28-Anschlusstreffer, dann ertönt die Sirene. Womit die knappe Auswärtsniederlage steht.

„Ich finde, wir machen ein gutes Auswärtsspiel. Im Angriff machen wir viel richtig. Leider kriegen wir in der Abwehr keinen Zugriff. Gerade Newel hat uns vor große Herausforderungen gestellt. Ich hadere mit den letzten fünf Minuten. Da gehen wir nicht konsequent Richtung Tor wie wir es uns eigentlich vorgenommen haben“, ordnet Maik Machulla die Niederlage am Dyn-Mikrofon ein.

Schon am Dienstag steht das nächste Pflichtspiel an. Die Rhein-Neckar Löwen reisen dann für die zweite Runde des DHB-Pokals zur MT Melsungen. Am Samstag darauf (26. September) empfangen die Gelbhemden in der Opel HBL ebendiese Nordhessen in der SAP Arena. Tickets gibt es hier online und an der Tageskasse.

Göppingen: Buchele (12/2 Paraden), Sæverås (2), – Neudeck (5), ten Velde (7/4), Klöve (3), Beneke, Goßner, Brodbeck, Persson (2), Schiller, Aström, Sunnefeldt, Lastro (2), Nebel (6), Hanne (4)

Löwen: Jensen, Späth (13 Paraden) – Timmermeister, Nothdurft (3), Lassen (3), Mierzwa, Steenaerts (4), Steinhauser (4/2), Seesing, Thrastarson (3), Mahé (1/1), Ciudad Benitez, Jaganjac, Baijens (7), Aspenbäck (1), Kohlbacher (2)

Trainer: Ben Matschke – Maik Machulla

Schiedsrichter: Tanja Kuttler – Maike Merz

Zuschauer: 4446

Strafminuten: Persson, Aström – Kohlbacher