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Löwen verlieren Pokalfight in der Verlängerung
Die Rhein-Neckar Löwen müssen sich nach 70 Minuten hochspannendem Handball gegen die MT Melsungen mit 35:33 geschlagen geben.
Der erste Pflichtspielsieg der Saison beim SV Salamander Kornwestheim hat die Rhein-Neckar Löwen in die zweite Runde des DHB-Pokals gebracht. In der Rothenbach-Halle sehen die 1.955 Zuschauer am Dienstagabend gegen die MT Melsungen einen Pokalkrimi, der erst in der Verlängerung einen Sieger findet.
In die DHB-Pokal-Partie schickt Maik Machulla folgende Start-Sieben auf die Platte: David Späth beginnt zwischen den Pfosten, im Rückraum laufen Dani Baijens, Haukur Thrastarson und Edwin Aspenbäck auf, Niclas Mierzwa und Marius Steinhauser agieren auf den Außenpositionen und Jannik Kohlbacher steht am Kreis.
Knappe Pausenführung nach starkem Beginn
Die MT Melsungen eröffnet die Partie mit dem ersten Angriff, doch die Löwen zeigen sich in der Abwehr von Beginn an fokussiert und kombinieren sich im eigenen Spiel zu schönen Toren. Immer wieder zwingen die Badener den Gastgeber zu schwierigen Würfen und können in der achten Spielminute dadurch einen Tempogegenstoß fahren, den Dani Baijens zur 5:2-Führung verwandelt. Danach wird nun aber auch die MT in der Offensive sicherer. Die Löwen kombinieren zwar weiterhin solide, lassen jedoch vorne die ein oder andere Chance liegen, wodurch es den Nordhessen in dieser Phase gelingt, die Führung wieder an sich zu reißen – 8:7.

Davon lassen sich die heute in Blau auflaufenden Löwen aber nicht beirren. Die Partie bleibt heiß umkämpft. Die Badener schaffen es, die MT wieder vor Schwierigkeiten zu stellen. Das Ergebnis pendelt zwar zunächst noch hin und her, doch die defensive Kompaktheit und der mittlerweile zwischen den Pfosten stehende Mike Jensen leiten eine starke Löwen-Phase ein, die Jacob Lassen mit dem Treffer zum 13:16 belohnt. Die letzten zwei Minuten der ersten Hälfte muss das Machulla-Team in Unterzahl bestreiten. Das nutzen die Roten aus und kommen bis auf 16:17 heran. Unter lautstarken „Löwen“-Rufen der zahlreich mitgereisten Fans geht es in die Kabine.
Heißumkämpfte Partie geht in die Verlängerung

Die Intensität ist weiterhin hoch. Auf beiden Seiten werden lange Angriffe gespielt, weil die Defensiven hart arbeiten. Lassen sorgt in der 34. Minute mit dem 16:18 für den ersten Treffer im zweiten Durchgang, Marius Steinhauser legt kurz danach mit einem verwandelten Siebenmeter nach. Ähnlich wie noch vor dem Seitenwechsel spielen beide Teams aber immer wieder ihre Stärken aus. So gelingt es der MT Schritt für Schritt Druck zu machen. Vom Strich stellt Florian Drosten auf den 22:22-Ausgleich. Die Pokalspannung ist auf den Rängen und auf der Platte deutlich zu spüren.
Es zeigt sich ein ähnliches Bild wie in Halbzeit eins, zwar kommt Melsungen heran, doch die Badener finden schnell zurück in die Spur und erarbeitet sich den nächsten Vorsprung. Aron Seesing und Robert Timmermeister bilden einen starken Innenblock. Baijens lässt den Ball zum 23:25 im Netz zappeln. Das komplette Löwenrudel auf der Tribüne steht. Den zwischenzeitlichen Ausgleich machen die Löwen mit einer Jensen-Parade und einem Thrastarson-Treffer wett. Sinnbildlich für die umkämpfte Partie muss Kohlbacher sein zerrissenes Trikot tauschen. Zum 25:28 wenige Momente später verwandelt der Kapitän dann höchstpersönlich.
Löwen müssen sich in letzter Minute geschlagen geben

Die Partie wird hitziger. Zwei unglückliche Ballverluste lassen die Heimmannschaft zwei Minuten vor dem Ende ein weiteres Mal zurückkommen – 28:28. Aufregender könnte dieser Pokalkrimi nicht sein. Kentin Mahé kommt an den Strich. Sein erster Ballkontakt. Und der Franzose hebt das Leder in frecher Manier über Nebojsa Simic. Auch Drosten trifft vom per Siebenmeter, die MT erkämpft sich danach den Ball und findet noch einmal den Abschluss. Jensen pariert. Verlängerung – es gibt zweimal fünf Minuten obendrauf!
Die ganze Arena steht. Die Spannung ist kaum zum Aushalten. Thrastarson dreht sich schnell um seinen Gegenspieler und hebt den Ball zum 32:31-Pausenstand aus spitzestem Winkel über Simic. Weltklasse! Im zweiten Durchgang der Verlängerung kann die MT ihre Möglichkeiten dann aber besser ausspielen und geht selbst in Führung. Den anschließenden Siebenmeter verwerfen die Löwen und verlieren am Ende den Pokalfight unglücklich mit 35:33.
Melsungen: Simic (10/3 Paraden), Palasics (4) – Marchan (5), Balenciaga (1), Mandic (2), Sipos, Ignatow, Golla (3), Drosten (6/5), Stefansson (6), Dujshebaev, Schefvert (2), Sigrist (2), Rivera, Mensing (7)
Löwen: Jensen (12 Paraden), Späth (2) – Timmermeister, Nothdurft, Lassen (4), Mierzwa (1), Steenaerts, Steinhauser (5/2), Seesing, Thrastarson (5), Mahé (1/1), Ciudad Benitez, Jaganjac, Baijens (5), Aspenbäck (4), Kohlbacher (8)
Trainer: Roberto Garcia Parrrondo – Maik Machulla
Schiedsrichter: Marcus Hurst – Mirko Krag
Zuschauer: 1955
Strafminuten: Ignatow, Stefansson – Lassen, Jaganjac