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Starker Beginn reicht nicht: Junglöwen verpassen Finaleinzug in Kiel

Im Halbfinal-Rückspiel der Deutschen Meisterschaft unterliegen die Junglöwen dem THW Kiel nach zwischenzeitlicher Vier-Tore-Führung mit 37:43 (18:18) und scheiden aus dem Wettbewerb aus.

Der Traum vom Finaleinzug ist für die U17 der Junglöwen geplatzt. Im Halbfinal-Rückspiel der Deutschen Meisterschaft unterlag das Team von Trainer Tobias Scholtes beim THW Kiel mit 37:43 (18:18). Nach einem über weite Strecken starken Auftritt in der ersten Halbzeit und einer zwischenzeitlichen Vier-Tore-Führung fehlte den Junglöwen in entscheidenden Phasen die Konstanz, um das Spiel über 60 Minuten auf diesem Niveau zu halten.

U17 scheitert an Kiel im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft
Nach einer starken Anfangsphase hat es leider nicht fürs Finale gereicht.

Dabei waren die Voraussetzungen vielversprechend. Die Junglöwen hatten sich intensiv auf die Partie vorbereitet, reisten bereits am Vortag an und gingen bei sommerlichen Temperaturen in Kiel mit voller Konzentration in das Spiel. Rund 70 mitgereiste Löwen-Fans sorgten zudem für eine starke Atmosphäre in der Edgar-Meschkat-Halle und unterstützten die Mannschaft lautstark über die gesamte Spielzeit.

Dominante Anfangsphase wird nicht belohnt

Die Junglöwen erwischten einen hervorragenden Start und präsentierten sich in den ersten 25 Minuten auf hohem Niveau. Mit Tempo, klaren Entscheidungen im Angriff und einer stabilen Defensive erspielte sich das Team eine verdiente Führung und setzte sich zwischenzeitlich auf 18:14 ab.

Auch Trainer Tobias Scholtes sah in dieser Phase die Kontrolle klar auf Seiten seiner Mannschaft: „Wir haben in der ersten Halbzeit an die 25 Minuten wirklich einen tollen Handball geboten. Wir hatten den THW im Griff und haben gute Lösungen gefunden.“

Der Bruch vor der Pause

Doch nach der Vier-Tore-Führung folgte der Bruch im Spiel der Junglöwen. Technische Fehler, fehlende Klarheit in den Entscheidungen und ein nachlassender Zugriff in der Abwehr ermöglichten es dem THW Kiel, das Momentum zu drehen und bis zur Pause auf 18:18 auszugleichen .

„Nach der 18:14-Führung sind wir plötzlich nervös geworden und haben technische Fehler gemacht“, erklärte Kapitän Julian Steinert. „Mit dem Unentschieden zur Halbzeit können wir leben, aber die Phase davor war einfach ärgerlich.“

Auch Löwen-Linksaußen Levin Droll ordnete diese entscheidenden Minuten ein: „Wir waren zwei Mal mit vier Toren vorne und schaffen es nicht, den Deckel draufzumachen. In Unterzahl kassieren wir dann den 0:4-Lauf vor der Pause – das war extrem bitter.“

Kiel nutzt die Schwächephase konsequent

Nach dem Seitenwechsel fanden die Junglöwen zunächst nicht zurück zu ihrem Spiel. Der THW Kiel übernahm zunehmend die Kontrolle und setzte sich in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit entscheidend ab.

Vor allem zwei Akteure bekamen die Junglöwen in dieser Phase kaum in den Griff: Julius Eisend (13 Tore) und Henrik Rohver (10 Tore) prägten das Kieler Angriffsspiel maßgeblich und nutzten die sich bietenden Räume konsequent aus . Immer wieder fanden sie Lösungen gegen die Defensive der Junglöwen und sorgten dafür, dass sich der THW entscheidend absetzen konnte.

Scholtes fand deutliche Worte für diesen Abschnitt: „Bis zur Pause und auch die Viertelstunde danach haben wir unirdisch gespielt. Wir haben keine guten Entscheidungen mehr getroffen, Kiel hat das genutzt – auch dank der starken Torhüterleistung.“

Hinzu kam, dass die Junglöwen defensiv zunehmend den Zugriff verloren und einfache Gegentore kassierten: „Wir haben keinen Zugriff mehr in der Abwehr gefunden und einfache Gegentore gefangen. Das war am Ende der Unterschied“, so Scholtes weiter.

Moral gezeigt – Hypothek zu groß

Trotz des deutlichen Rückstands gaben sich die Junglöwen nicht auf und kämpften sich im weiteren Spielverlauf noch einmal heran. Mit großem Einsatz verkürzte das Team den Abstand, doch die zuvor aufgebaute Hypothek erwies sich als zu groß.

„Wir sind nicht gut aus der Kabine gekommen und der Rückstand war dann einfach zu groß“, analysierte Steinert. „Natürlich sind wir jetzt enttäuscht, aber wir haben auch eine sehr gute Saison gespielt und uns als Mannschaft weiterentwickelt.“

Droll ergänzte: „Ab Mitte der zweiten Halbzeit haben wir es wieder besser gemacht. Aber wenn wir offensiv aus der eigenen Abwehr herausgehen, bieten sich dem Gegner Räume dahinter an. Kiel hat gute individuelle Spieler, die sich solche Gelegenheiten dann nicht nehmen lassen.“

Am Ende stand eine 37:43-Niederlage, die das Aus im Halbfinale bedeutete . Der THW Kiel trifft im Finale auf den Sieger der Partie zwischen Berlin und Essen, die ihr Rückspiel am Sonntag austragen.

Großer Rückhalt von den Rängen

Trotz der sportlichen Enttäuschung bleibt die Unterstützung der Fans ein prägender Faktor. Rund 70 Löwen-Anhänger hatten den Weg nach Kiel auf sich genommen und sorgten für eine beeindruckende Atmosphäre.

U17: Starker Rückhalt von den Fans in Kiel
Starker Support von den Rängen.

„Wir wurden von unseren Fans überragend unterstützt – nicht nur heute, sondern über die gesamte Saison hinweg“, betonte Scholtes. Auch Droll hob die Bedeutung der Unterstützung hervor: „Ein Riesendank für diese tolle Unterstützung.“

Blick nach vorne

Auch wenn das Halbfinale das Ende der Titelträume bedeutete, bleibt eine starke Saisonleistung der Junglöwen. Die Mannschaft hat sich über Monate hinweg konstant auf hohem Niveau präsentiert und sich sowohl mannschaftlich als auch individuell deutlich weiterentwickelt.

Kapitän Julian Steinert richtete den Blick bereits nach vorne: „Unser Trainer hat in der Kabine gesagt, dass wir heute noch enttäuscht sein sollen – aber ab morgen nach vorne schauen und wieder angreifen.“

THW Kiel – Rhein-Neckar Löwen 43:37 (18:18)

THW Kiel: Tobias Leuchtl, Noah Levermann, Ole Emil Graßhoff – Maximilian Naumann (3), Mika Lieberherr (4/3), Kjell Thore Suhr (2), Luke Dumont (2), Henrik Rohver (10), Jonas Kroll (4), Julius Eisend (13), Moritz Völker (5), Dominik Schweichler, Jannik Wimmel, Bent Dabović, Niklas Jäschke, Daniel Passlack. Trainer: Hendrik Hell

Rhein-Neckar Löwen: Eric Susemichel, Daniel Hainz – Can Lauren Akkoc (5), Levin Droll (7), Raphael Schmitt (1), Matteo Kalvelage (5), Julian Steinert (8), Tim Löhr (8/2), Noah Rieth (1), Patrick Ehrgott (2), Maximilian Hofmann, Emilian Schwalb, Lian Samuel Rivera Weyhrauch, Moritz Müller, Avid Machulla, Elias Bukaty. Trainer: Tobias Scholtes

Schiedsrichter: Pelin Odabas / Lynn van Os

Zuschauer: 425 (Edgar-Meschkat-Halle)

Siebenmeter: THW 3/3 – RNL 2/2

Zeitstrafen: THW 4×2 Min. – RNL 4×2 Min.

Spielfilm: 2:5, 5:7, 10:13, 14:18, 18:18 (HZ), 22:19, 27:22, 32:23, 36:30, 40:34, 43:37