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U19 dreht Neun-Tore-Rückstand und gewinnt 35:31

Von 6:15 auf 35:31: Die Rhein-Neckar Löwen U19 zeigt gegen die JSG Balingen-Weilstetten eine beeindruckende Reaktion und feiert in der 1. Liga Süd der Jugendbundesliga den zweiten Sieg in Folge.

Es war ein Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten. Zunächst lief bei den Junglöwen kaum etwas zusammen, nach der Pause riss die Mannschaft von Martin Berger die Trainingshalle Kronau mit einer starken Aufholjagd mit. Aus einem zwischenzeitlichen 6:15 machte die U19 am Ende einen 35:31-Erfolg und bestätigte damit den Aufwärtstrend nach dem deutlichen Sieg in Budenheim.

Balingen zieht davon

Martin Berger lobt den gegnerischen Torhüter nach seinem Beginn.

Bis zum 2:2 hielten die Junglöwen mit, anschließend übernahm Balingen zunehmend die Kontrolle. Vor allem Lenn Strobel und Laurin Warncke bereiteten der RNL große Probleme, während auf der anderen Seite zahlreiche klare Möglichkeiten ungenutzt blieben. „Der Balinger Torhüter hat uns in der ersten Halbzeit wirklich zehn freie Bälle abgenommen. Da waren freie Kreisbälle und freie Durchbrüche dabei. Das war eine Wahnsinnsleistung von dem Jungen“, lobte Berger den gegnerischen Schlussmann. Nach knapp zehn Minuten lagen die Löwen mit 3:7 zurück, wenig später stand es 3:10. Als Strobel in der 23. Minute zum 6:15 traf, war der Rückstand auf neun Tore angewachsen.

„Wir waren überhaupt nicht da. Das war wirklich schade“, sagte Berger über die schwache Phase seiner Mannschaft. Noch vor der Pause gelang jedoch ein wichtiges Lebenszeichen. Tarik Cem Graf und vor allem Matteo Kalvelage brachten die Junglöwen wieder etwas näher heran, Levin Droll verkürzte unmittelbar vor dem Seitenwechsel zum 12:17. „Es war unglaublich wichtig, dass wir von minus neun noch einmal vier Tore abbeißen konnten und zur Pause nur noch fünf hinten lagen. Das hat uns Auftrieb und Mut gegeben, in der zweiten Halbzeit noch einmal alles reinzuwerfen.“

Löwen kämpfen sich zurück

Levin Droll verkürzt nach dem Seitenwechsel.

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein völlig anderes Bild. Kalvelage, Fabio De Marco und Droll verkürzten schnell auf 15:18. Gleichzeitig stellte das Trainerteam die Abwehr um und nahm Strobel deutlich enger aus dem Spiel. „Der Junge ist einfach richtig gut. Durch die Umstellung sind dann aber mehr und mehr Fehler passiert und wir konnten uns Schritt für Schritt heranrobben.“

Die Junglöwen waren nun endgültig im Spiel. Graf übernahm Verantwortung, Jan Day sorgte für wichtige Treffer und auch defensiv gewann die RNL zunehmend Zugriff. Beim 20:21 war der Rückstand erstmals auf einen Treffer geschmolzen. Besonders Graf hob Berger nach der Partie hervor: „Tarik hat ein sehr, sehr starkes Spiel gemacht. Er hat die Mannschaft emotional und spielerisch geführt, seine Nebenleute in Aktion gebracht und hinten in der Abwehr einen Bombenjob gemacht.“ Beim 24:24 durch Fabio De Marco war der Neun-Tore-Rückstand in der 46. Minute schließlich vollständig aufgeholt.

U19 dreht Neun-Tore-Rückstand und gewinnt 35:31

Balingen legte noch einmal vor, doch die Junglöwen ließen sich nicht mehr abschütteln. Kalvelage traf zum 26:26, Day zum 27:27 und Noah Oremek zum 28:28. Dann kippte die Partie endgültig. Kalvelage erzielte das 29:28 – die erste Führung der Löwen in diesem Spiel. Day erhöhte auf 30:28 und später auf 31:29, ehe Kalvelage mit dem 32:29 für die erste Drei-Tore-Führung sorgte.

Auch das 32:30 brachte die Gastgeber nicht mehr aus dem Konzept. Day traf zum 33:30, Kalvelage zum 34:31 und Noah Gonzalez Doblado setzte mit dem 35:31 den Schlusspunkt unter eine bemerkenswerte Aufholjagd. Mit zwölf Toren war Kalvelage der erfolgreichste Werfer der Junglöwen. Day steuerte sieben Treffer bei, Graf kam auf sechs.

Kalvelage mit zwölf Treffern

Matteo Kalvelage erzielt zwölf Treffer.

„Unsere Torhüter sind gekommen, Matteo hatte viele wichtige Aktionen und Tore. Von minus neun auf plus vier – das tut hoffentlich gut. Daran können wir uns hochziehen“, sagte Berger. Mindestens ebenso wichtig wie die beiden Punkte war für den Trainer die Reaktion seiner Mannschaft nach der schwachen ersten Halbzeit. „Das war ein wichtiges Spiel und eine wichtige Reaktion, denn das ist nicht der Handball, den wir zeigen wollen. Aber in der zweiten Halbzeit konnten wir in Kronau richtig Begeisterung entfachen. Da haben uns die Zuschauer super geholfen.“

Nach dem 43:25 in Budenheim gewinnen die Rhein-Neckar Löwen damit auch das zweite Spiel in Folge. „Vielleicht ist der Sieg am Ende einen Tick zu deutlich ausgefallen. Aber ich denke, er war verdient. Die Mannschaft hat sich das verdient.“

Rhein-Neckar Löwen U19: Eric Susemichel, Constantin Mader – Tarik Cem Graf (6/4), Fabio De Marco (2), Manuel Finneiß, Noah Oremek (2), Levin Droll (2), Emilian Schwalb, Lian Samuel Rivera Weyhrauch, Jan Day (7), Matteo Kalvelage (12), Moritz Müller (1), Elias Alexander Bukaty, Noah Gonzalez Doblado (2), Noah Rieth (1), Patrick Ehrgott – Trainer: Martin Berger

JSG Balingen-Weilstetten: Ben Böhler (1), Jannik Fischer – Nico Zimmer (3), Tobias Esslinger (2), Hannes Bosch (1), Elias Haug, Julian Kromer (2/2), Lenn Strobel (7/1), Lasse Beck (2), Laurin Warncke (5), Joel Magnus Szabo, Niaz Parlak, Friedrich Henselek (8/2), Florian Müller – Trainer: Adrian Fuladdjusch

Schiedsrichter: Jule Fichtner / Lia Fichtner (Münster/Münster)
Zuschauer: 130 (Trainingshalle Kronau)
Siebenmeter: RNL 7/4 – JSG 8/5
Zeitstrafen: RNL 6×2 Min. – JSG 2×2 Min.