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Zwischenspurt vor der Pause

Karlsruhe/Aschaffenburg (bin/ug). Auch der TV Großwallstadt hat die Rhein-Neckar Löwen nicht stoppen können. Im Duell der beiden Kiel-Bezwinger setzte sich der badische Handball-Bundesligist bei den Mainfranken überraschend deutlich mit 34:24 (17:12) Toren durch und feierte den achten Sieg in Serie. Damit hat die erneut furios aufspielende Mannschaft von Trainer Gudmundur Gudmundsson nach Punkten wieder zum zweitplatzierten THW Kiel aufgeschlossen und darf weiter von der Vizemeisterschaft träumen. Der Rekordmeister, der zuletzt gegen die Löwen und den TVG zwei empfindliche Heimpleiten hinnehmen musste, bittet heute Abend (20.15 Uhr/live in Sport1) den Spitzenreiter HSV Hamburg zum Tanz in der Sparkassen-Arena.

Die Löwen ließen sich derweil auch vom Favoritenschreck aus Großwallstadt, der zuletzt auch den Hamburgern auswärts ein Remis abgetrotzt hatte, nicht von der Erfolgsspur abbringen. Nach einer zehnminütigen Abtastphase übernahmen die Badener in der Aschaffenburger „Frankenstolz-Arena“ das Kommando. Auf der Spielmacherposition glänzte Zarko Sesum, Grzegorz Tkaczyk präsentierte sich erneut treffsicher und stellte die TVG-Abwehr immer wieder vor unlösbare Probleme. Zudem war auf Torhüter Marcus Rominger Verlass. Der 38-Jährige, eigentlich die Nummer drei bei den Gästen, löste nach gerade einmal 13 Minuten den glücklosen Slawomir Szmal zwischen den Pfosten ab und hatte später mit unzähligen Paraden gegen seine Ex-Kollegen großen Anteil am 22. Saisonsieg der Löwen, die als Kollektiv überzeugten.

In der 20. Minute brachte Sesum die Auswahl von Gudmundsson beim 10:9 erstmals in Führung – und durch einen famosen Zwischenspurt bis zum Seitenwechsel stellten die Gäste bereits früh die Weichen. Zwar gaben sich die Hausherren noch nicht geschlagen, doch gegen die souverän auftretenden Badener hatte der TVG letztlich keine Chance. „Wir waren die effektivere Mannschaft und haben zudem die taktischen Vorgaben sehr gut umgesetzt“, sagte Torwart Rominger, der an alter Wirkungsstätte vor der Partie zunächst in die falsche Umkleidekabine marschiert war. „Wir haben verdient gewonnen“, meinte der Löwen-Schlussmann.

Vor dem heutigen Bundesliga-Gipfeltreffen in Kiel hat indes Alfred Gislason, der Trainer des Titelverteidigers, den Hamburgern bereits zur Meisterschaft gratuliert. „Wer nur vier Minuspunkte hat, der ist einfach sehr gut. Der HSV hat den Titel verdient. Für die Liga ist es gut, wenn auch mal eine andere Mannschaft Meister wird“, sagte der THW-Coach, der mit seinen Schützlingen sieben Zähler hinter dem Nord-Rivalen liegt, aber die Revanche für die unglückliche 25:26-Niederlage aus dem Hinspiel anpeilt. Gislasons Gegenüber auf der HSV-Trainerbank, Martin Schwalb, nahm diese Worte zwar zur Kenntnis, betonte aber: „Es ist eine schöne Konstellation, jetzt beim THW anzutreten. Wir wollen deutscher Meister werden – aber wir sind es noch nicht.“

TV Großwallstadt: Weinhold 6, Kneer 4, Schäpsmeier 3, Larsson 3, Kunz 2, Köhrmann 2, Spatz 2/2, Tiedtke 1, Kossler 1.

Rhein-Neckar Löwen: Tkaczyk 6, Gunnarsson 6, Groetzki 6, Sesum 5, Sigurdsson 5, Gensheimer 4/4, Stefansson 1, Müller 1.

 20.04.2011