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Abwehr, Torwart, Tempo, Tore: Löwen zeigen komplette Leistung zum Jahresabschluss

RNL zeigen sich von Kiel-Pleite gut erholt und geben Aufsteiger Coburg keine Chance

Andreas Palicka machte ein Riesenspiel.

Im letzten Heimspiel des Jahres 2020 haben die Rhein-Neckar Löwen noch einmal richtig Gas gegeben und ihren Fans zum Jahresabschluss einen überzeugenden Sieg geschenkt. Gegen Aufsteiger HSC 2000 Coburg gelang am Sonntagabend vor allem dank einer überzeugenden Abwehrarbeit ein klares 39:24 (19:8). Nach dem 16. Spieltag der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga stehen die Löwen mit 23:7 Punkten auf Rang zwei, allerdings mit fünf Minuspunkten mehr auf dem Konto als der THW Kiel (22:2). „Wintermeister“ ist die SG Flensburg-Handewitt mit 25:3 Punkten. Fortgesetzt wird die Meisterrunde im Februar des kommenden Jahres.  

Auf der Platte legen die Löwen ohne den kurzfristig am Sprunggelenk verletzten Romain Lagarde sowie Mikael Appelgren und Albin Lagergren im letzten Heimspiel 2020 los wie die Feuerwehr. Niclas Kirkeløkke zieht mit allem, was er hat in den Zweikampf, macht das 1:0 (1.). Ilija Abutovic angelt sich den ersten Ball in der Abwehr, Uwe Gensheimer hämmert den Gegenstoß an die Latte (2.). Coburgs Routinier im Tor, Jan Kulhanek, stellt sich dem Löwen-Express nun erfolgreich in den Weg. Lukas Nilsson bedient Jannik Kohlbacher traumhaft: Kulhanek hält (4.). Nach Andy Schmids 2:0 versucht es der Löwen-Spielmacher erneut: Kulhanek ist zur Stelle (6.). Wieder findet Nilsson Kohlbacher: wieder Kulhanek!

Es ist der HSC-Keeper, der seine Vorderleute zunächst rettet. Die tun sich im Angriff enorm schwer, kommen kaum in Abschlüsse, sehen sich mit einer überragenden Löwen-Abwehr konfrontiert. Die Jungs in der 6-0-Abwehr um den Innenblock aus Jesper Nielsen und Abutovic zeigen sich von ihrer besten Seite, mit vorzüglicher Beinarbeit, entschlossenem Herausrücken. In der 9. Minute sorgt Niclas Kirkeløkke bereits für den dritten Steal. Nach dem vierten und dem 5:1 durch Gensheimer nimmt HSC-Trainer Alois Mraz die erste Auszeit (10.).

Löwen-Express läuft wieder

Bremsen kann er damit die Löwen nicht. Torwart Andreas Palicka profitiert von der Abwehrarbeit, landet nun Parade um Parade. Zur Halbzeitpause werden es zehn sein! Vorne zeigen sich die Löwen zielsicherer, ziehen über das 6:1 durch Nilsson (11.), das 8:2 von Kirkeløkke (13.), das 10:4 durch Gensheimer immer weiter weg (18.). Zwischen dem 11:6 und dem 16:6 bleiben die Franken sechs Minuten ohne Tor und verlieren so komplett den Anschluss. Der Pausenstand fällt mit 19:8 entsprechend deutlich aus.

Den Zwischenstand und die rundweg stabile Leistung nimmt Löwen-Trainer Martin Schwalb zum Anlass, nun auch die Bank ins Spiel zu bringen. Das Motto: einmal fast alle raus und frische Kräfte rein! Ymir Örn Gislason zum Beispiel darf sich gleich wieder setzen, kassiert direkt eine Zeitstrafe. Coburg nutzt die Überzahl zum 19:9 und 19:10 (33.). Näher heran kommen sie aber zumindest für den Moment nicht mehr. Viel zu konzentriert und willig sind die Löwen auch in veränderter Besetzung. Mait Patrail feuert zum 20:10 (33.), danach legt Palicka den nächsten Zwischensprint hin, bringt mit drei Paraden drei schnelle Tore auf den Weg. So steht es nach 38 Minuten und dem fünften Tor des starken Patrick Groetzki 25:13 (39.).

Mit 14 Paraden und einer Mega-Quote von über 46 Prozent übergibt Palicka an Kollege David Späth im Tor (41.). Vorne wird weiter produziert: Kohlbacher stellt auf 27:14 (42.), Patrail auf 28:16, der hoch motivierte Alexander Petersson auf 29:16 (45.). Obwohl die Partie entschieden ist, die Löwen werfen weiter vorne wie hinten alles rein. Philipp Ahouansou nimmt eine Zwei-Minuten-Strafe, um kurz darauf selbst eine zu ziehen. Patrail mit seinem vierten Tor erhöht mit dem 34:18 auf 16 Treffer Vorsprung (51.), Petersson bedient Gislason am Kreis wie aus dem Lehrbuch: 36:20 (54.). Am Ende steht ein 39:24-Kantersieg zum Jahresabschluss.

Rhein-Neckar Löwen – HSC 2000 Coburg 39:24 (19:8)

Löwen: Palicka (1), Katsigiannis, Späth (ab 41.) – Schmid (1), Gensheimer (7/1), Kirkeløkke (2), Patrail (4), Tollbring (1), Ahouansou (2), Abutovic, Groetzki (5), Petersson (5), Gislason (2), Nielsen (1), Nilsson (5), Kohlbacher (3)

Coburg: Kulhanek (1.-30., 51.-57.), Poltrum (31.-51.), Apfel (ab 57.) – Pouya, Spross (2), Kelm, Nenadic (1), Billek (9/2), Zetterman (1), Varvne (2), Dettenthaler, Kurch, Zeman (4), Grozdanovic (2), Neuhold (3)

Trainer: Martin Schwalb – Alois Mraz

Schiedsrichter: Christian und David Hannes

Strafminuten: Gislason (2), Ahouansou (2) – Varvne (4), Billek (2), Grozdanovic (2)

Siebenmeter: 1/1 – 2/3

Coburg: Grozdanovic wirft Siebenmeter neben das Tor (17.)

Spielfilm: 2:0, 2:1, 6:1, 6:2, 8:3, 9:4, 10:5, 11:6, 16:6, 17:7, 18:8, 19:8 (HZ), 19:10, 23:10, 26:13, 27:16, 29:16, 32:18, 34:18, 35:20, 36:21, 38:21, 39:24 (EN)

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