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Alle Neune (BNN)

Löwen erreichen über Wiederholungsspiel das Final Four

Von Genugtuung wollte Patrick Groetzki nichts wissen nach dem verspäteten Einzug der Rhein-Neckar Löwen ins Final Four des DHB-Pokals. „Aber für uns fühlt es sich so deutlich besser an“, gab der Rechtsaußen des Handball-Bundesligisten zu, der mit sechs Treffern bei sechs Versuchen den Löwenanteil hatte am verdienten 26:23(12:11)-Sieg im Viertelfinal-Wiederholungsspiel gegen die MT Melsungen. Zum neunten Mal erreichten die Löwen damit das Endturnier in Hamburg, das sie schon Mitte Dezember gebucht zu haben glaubten. Doch wegen eines Regelverstoßes der Schiedsrichter war der 22:21-Sieg annulliert worden.

Die Neuauflage erwies sich als das erwartete Kampfspiel. Doch diesmal waren die Badener die leidenschaftlichere der beiden Mannschaften. „Der Wille war heute entscheidend“, sagte Andy Schmid. Trainer Nikolaj Jacobsen machte außerdem die bessere Leistung von Löwen-Torwart Mikael Appelgren im Vergleich zu Johan Sjöstrand nach der Pause als Erfolgsfaktor aus.
Zu Beginn waren sich die beiden schwedischen Schlussmänner in nichts nachgestanden. Erst lag in diesem Spezialvergleich Sjöstrand vorne. Der Melsunger Keeper parierte gleich den ersten Siebenmeter von Uwe Gensheimer. Appelgren holte danach mächtig auf im Privatduell mit seinem Landsmann. „Wahnsinn, was beide Torhüter in den ersten zehn Minuten weggenommen haben“, sagte Groetzki. Ein 5:0-Lauf der mit ganz schwacher Wurfquote gestarteten Gastgeber machte aus einem 2:4-Rückstand binnen vier Minuten eine 7:4-Führung. Einen Ein-Tor-Vorsprung retteten die Gastgeber in die Pause.
Bei der Rückkehr aus der Kabine brachten die Löwen mehr Treffsicherheit mit. In der 40. Minute war das Drei-Tore-Plus beim 17:14 durch Schmids zweiten verwandelten Siebenmeter wiederhergestellt. Die Hausherren dominierten nun ihre Gäste, bei denen sich der ehemalige Löwe Michael Müller mit provokanten Aktionen den Unmut des Großteils der 8 903 Zuschauer zuzog. „Wir haben kühlen Kopf bewahrt und uns nicht provozieren lassen“, sagte Groetzki. Ein erfolgreich abgeschlossener Tempogegenstoß durch Alexander Petersson brachte beim 22:17 in der 51. Minute einen Fünf-Tore-Vorsprung und damit schon die Gewiss-heit, wieder das Halbfinale erreicht zu haben.
Von Reinhard Sogl