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Löwen vor hoher Hürde

Kronau/Östringen. An ihren letzten Auftritt in der Aschaffenburger „Frankenstolz-Arena“ erinnern sich die Handballer der Rhein-Neckar Löwen gerne zurück. Vor etwas mehr als einem Jahr entführte der badische Bundesligist in einer dramatischen Partie dort beide Zähler. Uwe Gensheimer erzielte damals sechs Sekunden vor Schluss den 28:27-Siegtreffer.

Ob der Nationalspieler allerdings heute (20.15 Uhr/live in Sport1) mithelfen kann, den achten Sieg in Serie einzufahren, ist fraglich. „Das wird sich wohl erst ganz kurzfristig entscheiden“, sagt Trainer Gudmundur Gudmundsson. Gensheimer hatte sich vor zehn Tagen beim 41:31-Heimsieg gegen die SG Flensburg-Handewitt eine Verletzung an der rechten Wade zugezogen und verpasste deshalb auch die beiden Testspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Norwegen. Aus Verletzungsgründen hatten auch seine Teamkollegen aus Skandinavien, Börge Lund und Bjarte Myrhol (Foto: GES), für diese Partien absagen müssen. Für Lund kommt ein Einsatz gegen den Tabellenzehnten wohl zu früh. „Aber Bjarte wird gegen Großwallstadt wieder dabei sein“, berichtet Gudmundsson, der seine Schützlinge auf ein hartes Stück Arbeit vorbereitet.

„Der TVG ist sehr heimstark und hat zuletzt richtig gut gespielt. Wir müssen aufpassen, sonst kann man dort schnell Probleme bekommen“, erklärt der Löwen-Coach. In der Stimme des Isländers schwingt Respekt mit – immerhin hat das Team seines Trainerkollegen Peter David zuletzt wie auch die Löwen beim THW Kiel gewonnen und auswärts dem HSV Hamburg ein Remis abgetrotzt.

Ob Gudmundsson heute auf Michael Müller, der gerade sein Comeback gefeiert hat, zurückgreifen kann, ist indes ebenfalls fraglich. Der Linkshänder droht gegen seinen Ex-Club wegen Kniebeschwerden auszufallen. Definitiv verzichten müssen die Badener auf Henning Fritz. Der Schlussmann hat sich im Training einen Hexenschuss zugezogen. Der Weltmeister von 2007 wird von Marcus Rominger vertreten, den die Löwen am 15. Februar als dritten Torhüter unter Vertrag genommen haben. Damals sollte der 38-Jährige, der seine Glanzzeiten beim TVG hatte, für den verletzten Slawomir Szmal einspringen und steht seitdem als dritter Schlussmann bereit.

Von Christof Bindschädel

 19.04.2011