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Mit 23 Späth-Paraden ins Glück und in die Play-Offs der European League

Die Löwen zeigen ein eindrucksvolles Auswärtsspiel und gewinnen 24:32 in Hannover

David Späth steuert unfassbare 23 Paraden zum Sieg bei

Im dritten Hauptrundenspiel der EHF European League sind die Löwen bei den Recken aus Hannover gefordert. Für die Mannschaft von Sebastian Hinze geht es darum, dass Ergebnis aus dem Hinspiel, in welchem die Löwen mit 27:26 als Sieger vom Spielfeld gehen, zu bestätigen. Im Falle eines erneuten Sieges über den HBL-Konkurrenten, könnten die Löwen bereits frühzeitig den Einzug in die Play-Offs klar machen. Ein Vorhaben, welches das Team optimal in die Tat umsetzt und sich, mit einem überragenden David Späth zwischen den Pfosten und dem 24:32-Auswärtserfolg, das Ticket für weitere europäische Duelle sichert.

Im Vergleich zum Hinspiel vor einer Woche gehen die Rhein-Neckar Löwen mit unverändertem Kader und identischer Startsieben in die Partie. Der erste Löwen-Treffer der Partie geht auf das Konto des formstarken Gustav Davidsson, der sich über die Mitte durchsetzt und aus circa acht Metern den 1:1-Ausgleich besorgt (3. Minute). Man merkt direkt zu Beginn, dass es für beide Mannschaften um viel geht. Dementsprechend nervös zeigen sich die Teams. Während den Löwen in den Anfangsminuten drei technische Fehler unterlaufen, nehmen sich die Hannoveraner teilweise schwierige Würfe aus dem Rückraum, welche für David Späth ein gefundenes Fressen sind. In der sechsten Minuten rücken die Keeper beider Mannschaften in den Fokus. Erst ist Simon Gade mit einer Doppelparade spektakulär zur Stelle, daraufhin nimmt David Späth den Tempogegenstoß der Recken weg. Dennoch sind es die Hausherren, die es schaffen, die Unkonzentriertheiten der Anfangsphase früher abzustellen und, begünstigt durch eine Zeitstrafe gegen Jannik Kohlbacher, mit 3:1 in Führung gehen (7. Min).

Stark, wie die Löwen darauf reagieren. Schlagwurf Juri Knorr, Parade David Späth und Treffer Tobias Reichmann – binnen siebzig Sekunden gleichen die Spieler von Sebastian Hinze den Spielstand wieder aus (3:3 / 9. Minute). Dass die Recken in der 13. Spielminute mit 7:4 in Führung gehen – es liegt aus Löwen-Sicht vor allem an der Chancenverwertung in der Offensive, in welcher die „Männer in Blau“ das ein ums andere Mal am stark aufgelegten Simon Gade scheitern, welcher seine Fangquote zwischenzeitlich auf 55% schraubt. Ganz, ganz wichtig, dass David Späth kurz darauf den Vier-Tore-Rückstand verhindert, einen weiteren Tempogegenstoß der Hannoveraner reflexartig pariert. Es ist ein 4:0-Lauf, der die Löwen in Führung bringt (8:9 / 19. Minute). Eine fantastische Phase, in der die Defensive nun einen deutlich besseren Zugriff auf die Hannoveraner-Angriffsreihe findet und die Torchancen in der Offensive konsequent genutzt werden. Das 10:11 ist ein Rückraum-Kracher von Niclas Kirkelokke, der per Unterarmwurf das Spielgerät in die Maschen knallt (24. Minute). Jetzt ist auch David Späth so richtig drin in dieser Partie, landet, nachdem Jannik Kohlbacher das 11:12 erzielt, eine sensationelle Doppelparade. Weltklasse, was der junge Keeper erneut auf die Platte bringt, binnen weniger Sekunden die Paraden 11, 12, 13 und 14 folgen lässt und auf eine Quote von über 56% kommt. So gehen die Löwen wenig später mit 11:14 in Führung, zeigen einen genialen Schlussspurt in Hälfte eins. In die Kabinen geht die Mannschaft von Sebastian Hinze mit einer 13:15-Führung.

Mit 23 Späth-Paraden ins Glück und in die Play-Offs der European League: Das Löwen-Bollwerk macht die Räume eng

Jannik Kohlbacher beim Torwurf

Klasse, wie Juri Knorr hellwach ist, den Ball in der Defensive abfängt und die Löwen mit 14:17 in Führung bringt (33. Minute). Generell zeigt die Löwen-Abwehr um Jannik Kohlbacher, Ymir Gislason und Olle Forsell Schefvert eine hervorragende Leistung, ackert um jeden Zentimeter Hallenboden und macht es den Hausherren unfassbar schwer, zu klaren Torchancen zu gelangen. Wichtig, dass Tobias Reichmann an diesem Abend erneut sehr sicher vom Siebemeterstrich ist, mit seinem dritten erfolgreichen Strafwurf die Löwen mit 17:20 in Front wirft (38. Minute).

Und auch David Späth macht da weiter, wo er aufgehört hat. In der 38. Minute steuert der Nationaltorwart seine 18! Parade bei. Kurz darauf ist es Gustav Davidsson, der die Löwen in Unterzahl mit +4 in Front bringt (17:21). Die Mannen von Coach Sebastian Hinze überzeugen durch einen leidenschaftlichen Auftritt, legen alles in dieses Spiel und opfern sich in jeder einzelnen Aktion auf. Einen Schwung, den Hannover-Coach Christan Prokop mit seiner zweiten Auszeit zu unterbrechen versucht (42. Minute) – ein taktisches Mittel, von welchem sich die Löwen allerdings nicht beirren lassen. Es ist David Móré, der die Löwen 15 Minuten vor Ende der Partie erstmals mit +5 in Führung wirf, von Außen gegen Dario Quenstedt cool bleibt.

Rückraum-Kracher Nummer zwei von Niclas Kirkelokke besorgt das 21:26 – bereits das siebte Tor des furios aufspielenden dänischen Weltmeisters (51. Minute). Treffer Nummer acht lässt er im darauffolgenden Angriff folgen und stellt die Weichen allmählich auf Auswärtssieg. Kurz darauf bringt Jannik Kohlbacher, nach einem technischen Fehler der Hausherren, den Ball im verwaisten Recken-Tor unter, macht das 22:28 (53. Minute). Das 23:29 von Niclas Kirkelokke, fünf Minuten vor Ende, ist die Vorentscheidung. Und auch David Späth darf sich tatsächlich noch einmal auf die Torschützenliste eintragen, tut es seinem Teamkollegen Jannik Kohlbacher gleich und trifft ins leere Hannover-Gehäuse (23:30 / 56. Minute). Diesen Vorsprung geben die Löwen nicht mehr ab, verwalten ihre Führung, lassen die über 3000 Zuschauer verstummen und krönen sich, mit einer ebenso kämpferischen wie spielerischen überragenden Manier, zum völlig verdienten Sieger. Dass David Späth nach Schlusspfiff noch einen Siebenmeter der Hannoveraner hält – die Kirsche auf der Löwen-Torte. So steht am Ende ein fantastischer 24:32-Auswärtserfolg zu Buche.

Da sich Nantes erwartbar gegen Górnik Zabrze durchsetzt, ist den Löwen als Tabellenzweiter der Einzug in die Play-Offs der European League bereits vor dem abschließenden Hauptrundenspiel nicht mehr zu nehmen. Die Franzosen wiederum stehen vorzeitig im Achtelfinale.

TSV Hannover-Burgdorf Rhein-Neckar Löwen 24:32 (13:15)

Löwen: Späth (23 Paraden), Birlehm – Kirkeløkke (9), Plucnar, Knorr (2), Móré (5), Ahouansou, Davidsson (2), Gislason, Lindenchrone, Kohlbacher (4), Reichmann (9), Schefvert, Jensen, Zacharias

Hannover: Quenstedt (4 Paraden), Gade (8 Paraden) – Vujovic, Nyfjäll, Uscins (1), Steinhauser (5), Michalczik, Kulesh (2), Strmljan, Edvardsson (5), Gerbl (2), Hanne (2), Brozovic (1), Fischer (2), Feise, Büchner (4)

Trainer: Christian Prokop – Sebastian Hinze

Schiedsrichter: Aleksandar Jovic & Nedim Arnautovic