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· Löwen-News

„Im Spiel spüre ich keine Schmerzen“

Goran Stojanović trotzte einer langen Verletzung

Unmittelbar vor dem Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen (Samstag, 15 Uhr, SAP ARENA) äußert sich der Löwen-Keeper zu seiner aktuellen persönlichen Situation – und zum Duell mit dem Tabellenelften.

Lange Wochen während der Vorbereitung gehörte Goran Stojanović zu den Sorgenkindern von Trainer Guðmundur Guðmundsson. Der Neuzugang der Rhein-Neckar Löwen hatte mit den Folgen einer Bandscheiben-Operation zu kämpfen und eine Zeit lang drohte sogar ein erneuter Eingriff am lädierten Rücken. Erst unmittelbar vor dem Auftaktmatch in Großwallstadt kehrte der Montenegriner ins Mannschaftstraining zurück und zeigte danach seine Klasse auch ohne Vorbereitung. Schnell zeigte sich, dass die Löwen mit dem langjährigen Keeper des VfL Gummersbach einen guten Griff machten, denn in vielen Partien gehörte der 34-Jährige zu den besten Cracks. Da sich die Familie des Torhüters ebenfalls gut in der neuen Umgebung eingelebt hat, schaut Stojanović positiv in die Zukunft, wie er im Interview verrät.

Hallo Goran, zunächst die Frage: Wie geht es Dir und Deinem Rücken?

Es ist insgesamt in Ordnung. Ich habe immer wieder Rückenschmerzen, aber damit kann man klar kommen.

Wie wirst Du behandelt?

Zunächst arbeiten unsere Physiotherapeuten sehr ausführlich mit mir. Manchmal nehme ich auch Medikamente, aber eigentlich möchte ich darauf verzichten.

Behindern Dich die Schmerzen bei den Spielen?

Nein, das passiert nicht. Einerseits bereite ich mich gut auf die Partien vor und der Rücken wird von den Physios gut mobilisiert. Andererseits habe ich während der 60 Minuten so viel Adrenalin im Körper, dass ich keine Schmerzen mehr spüre.

Du musstest lange pausieren und kehrtest danach fast ohne Training ins Tor zurück. Wie war das möglich?

Es ist nicht einfach, nach fünf Monaten ohne Handball nach nur vier Trainingstagen wieder in den Kasten zu gehen. Eigentlich geht das nicht, aber bei mir hat es funktioniert, deshalb kann ich sehr zufrieden sein. Aber auf lange Sicht wird es sicher schwer, eine gute Form aufzubauen, wenn man keine Vorbereitung absolviert hat.

Wie würdest Du Deine aktuelle Form einordnen?

Ich bin ziemlich zufrieden, wenn man mal von dem Spiel gegen Melsungen absieht, da war es wirklich nichts. Es ist für einen Torhüter aber auch einfach, wenn die Abwehr gut funktioniert und wir haben in vielen Spielen eine richtig gute Deckung hingestellt.

Du spielst erst seit einigen Wochen mit Deinen neuen Kollegen zusammen, können die Abwehr und der Torhüter da schon perfekt aufeinander abgestimmt sein?

Nein, wir sind noch nicht richtig aufeinander eingestellt, es gibt Fehler von mir und Fehler von meinen Kollegen. Aber wir arbeiten daran, dass es besser wird. Jeden Tag im Training.

Wie arbeitet Ihr daran?

Es gibt viele Spielformen, in der sich die Abwehr gut aufeinander einstellen kann. In diesen Einheiten gewöhnen wir uns aneinander und das hilft uns dann bei den Spielen.

Wie beurteilst Du den bisherigen Saisonverlauf?

Die Mannschaft hat Ambitionen, leider fehlte uns bisher die Konstanz. Das ist das alte Problem der Rhein-Neckar Löwen. Wir müssen versuchen, das abzustellen.

Du bist neu im Klub, hast Du eine Idee, wie die schwankenden Leistungen abgestellt werden können?

Wir wissen, dass wir fast jedes Spiel gewinnen müssen, um unsere Ziele zu erreichen. Vielleicht ist die Mannschaft deshalb nervös. Nach ein paar guten Spielen folgt eine Begegnung wie gegen Hannover oder Melsungen. Fakt ist aber auch, dass wir uns in der stärksten Liga der Welt bewegen, in der auch jeder Gegner gut Handball spielen kann. Die Lösung des Problems mit der Konstanz muss die Mannschaft allerdings für sich alleine finden.

Hast Du Dich eigentlich privat schon eingelebt?

Ja, ich habe mit meiner Frau und unserer Tochter ein Haus in Heidelberg-Rohrbach gefunden. Wir wohnen ganz in der Nähe von Ivan Čupić. Wir fühlen uns rundherum wohl und haben die richtige Entscheidung getroffen. Wir hatten ein paar Möglichkeiten für unser Haus, wollten aber möglichst nah an Heidelberg sein.

Also rundum zufrieden?

Ja, das ist so. Beim Verein habe ich ideale Bedingungen, mit der Familie fühle ich mich wohl. Ich würde sogar sagen: Es ist perfekt!

Du warst lange im Tor der montenegrinischen Nationalmannschaft. Warum ist das mittlerweile nicht mehr so?

Ich habe abgesagt, weil ich mich stärker auf den Verein konzentrieren möchte. Ich hatte zuletzt außerdem nicht den Eindruck, dass der Verband den richtigen Weg geht. Wir haben immer verloren, mit fünf oder zehn Toren, weil die Strukturen nicht gepasst haben. Darauf hatte ich keine Lust mehr. Und zu guter Letzt bin ich inzwischen 34 Jahre alt und muss auch mal auf meinen Körper hören.

Das nächste Duell gegen Frisch Auf Göppingen steht an. Was denkst Du über diesen Kontrahenten?

Ich habe schon mitbekommen, dass dieses Spiel ein Derby ist. Wir haben in der Vorbereitung bei einem Turnier gegen Göppingen gespielt und deutlich verloren. Damals waren die Frisch-Auf-Spieler sehr motiviert. Sie wollen uns besiegen und darauf müssen wir vorbereitet sein.

In der Tabelle steht die Truppe von Velimir Petković nicht so gut da …

Ja, das stimmt, aber davon darf man sich nicht blenden lassen. Göppingen hatte ein kleines Tief und ist jetzt nach meiner Meinung auf dem Weg nach oben. Allerdings spielen wir in der eigenen Halle und wollen uns keinen Punktverlust erlauben. Wir werden alles für einen Sieg tun.

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