In der Vorwoche hatte die SG Kronau/Östringen noch eine starke Leistung beim Tabellendritten in Hochdorf abgeliefert und unglücklich verloren. Am Freitagabend lief es umgekehrt. Die Gärtner-Sieben spielte schwach und holte am Ende gegen den Tabellenvorletzten aus Kornwestheim ein glückliches 29:29 (14:16)-Unentschieden.
Erst der Pokal-Coup in Kiel, dann eine Klatsche im Bundesliga-Topspiel beim HSV Hamburg. Die Rhein-Neckar Löwen verlieren bei den Hanseaten nach einer schwachen Leistung mit 25:38.
(ad) Dem Pokaljubel am Mittwoch in Kiel folgte heute die Ernüchterung in Hamburg- die Rhein- Neckar Löwen haben in der Handball- Bundesliga zum Abschluss der Vorrunde das Duell gegen den Tabellennachbarn HSV Handball deutlich mit 25:38 (13:19) verloren und müssen damit auch den vierten Tabellenplatz an die Hanseaten abgeben. Erfolgreichster Werfer für die Löwen war Bjarte Mryhol mit acht Treffern.
32:30 und 25:38: Die Rhein-Neckar Löwen verabschieden sich mit gemischten Gefühlen aus dem Norden der Republik. Zunächst warfen sie mit einem historischen Sieg in Kiel den Titelverteidiger aus dem DHB-Pokal-Wettbewerb, dann unterlagen sie im Spitzenspiel der DKB Handball-Bundesliga in Hamburg. Am Samstag verloren die Badener beim HSV Handball und rutschten mit der dritten Saisonniederlage auf Platz fünf in der Tabelle ab. Nach den 60 Minuten vor 10251 Zuschauern in der O2-World stand ein deutliches und bitteres 25:38 (13:19) zu Buche. Erklärungen? „Der HSV hat heute überragend gespielt in allen Bereichen. Wir hatten heute keine Chance, waren nicht schnell und spritzig genug. Über die Art und Weise wie wir gespielt haben, bin ich sehr enttäuscht. Aber das schwere Spiel in Kiel steckte uns noch in den Knochen, wir waren einfach zu langsam“, sagte Löwen-Trainer Gudmundur Gudmundsson. Manager Thorsten Storm bilanzierte: „Bei uns stand heute genau die gleiche Mannschaft wie in Kiel auf der Platte, aber wir haben ein anderes Gesicht gezeigt. Wir sind gar nicht ins Spiel gekommen, weder in der ersten noch in der zweiten Halbzeit. So gut wie wir am Mittwoch agiert haben, so haben wir heute leider unter unseren Möglichkeiten gespielt. Obwohl wir genau wussten, was mit dem HSV auf uns zukommt und was Hamburg machen wird. Aber das war heute ein gebrauchter Tag. Trotzdem: Die Runde ist noch lang, es ist noch alles offen.“
HAMBURG. Baustelle statt Ball. Es gibt eine Zeit in der nicht ganz alltäglichen Karriere von Marcus Cleverly, in der er sich ein paar Euros nebenher verdient. Der Däne ist 23 Jahre jung, als er 2005 zum damaligen Handball-Zweitligisten TV Emsdetten wechselt und ein Gewerbe anmeldet. Als Fliesenleger. „Das habe ich mal gelernt.“
Das zweite Spiel ihrer Nordtour wartet auf die Rhein-Neckar Löwen. Nach dem Pokal-Coup am Mittwoch in Kiel treffen die Gelbhemden am Samstag (15 Uhr, live auf Sport1) zum Bundesliga-Spitzenspiel auf den HSV Hamburg.
Dreher, Leger, volles Rohr. HSV-Rechtsaußen Hans Lindberg (32) und Uwe Gensheimer (27), Linksaußen der Rhein-Neckar Löwen. Die Weltstars bringen mit ihren Handgelenken alle Torhüter zur Verzweiflung. Morgen „drehen“ sie gegeneinander. Der HSV empfängt den Kiel-Killer, die Rhein-Neckar Löwen (15 Uhr, o2 World).
KIEL. Er wollte viel – und verlor das Spiel. Zumindest fühlt sich Alexander Petersson so an jenem 6. November. Vor fünf Wochen schleicht der Isländer bedröppelt durch die Arena des THW Kiel, übernimmt die Verantwortung für die 28:31-Niederlage der Rhein-Neckar Löwen im Bundesliga-Topspiel. Sein Comeback nach monatelanger Verletzungspause, es geht daneben.
Hamburg/Kiel. Große Siege haben ihren Ursprung meist an einem ganz anderen, zuweilen unscheinbaren Ort. Dazu zählt auch der 32:30-Erfolg der Rhein-Neckar Löwen beim THW Kiel im Achtelfinale des DHB-Pokals. Dass die Badener den Cupverteidiger und Dominator des deutschen Handballs der jüngeren Vergangenheit in dessen Wohnzimmer besiegten und jetzt die große Chance haben, selbst Pokalsieger zu werden, hat auch mit einer langen und öden Reise in die Ukraine zu tun. Während des Auswärtsfahrt in der Champions League nach Saporoschje wurde Ende November der Geist geboren, mit dem sich die Badener zu einer Glanzleistung aufschwangen.
Die Handballer des THW Kiel verlieren im Viertelfinale des DHB-Pokals gegen die Rhein-Neckar-Löwen. Ein wahrhaft historisches Ereignis. Oder wie ein Gästespieler jubelte: „Eine Sensation.“
Kiel. Als die historische Tat vollbracht war, brauchten die Rhein-Neckar Löwen erst ein paar Sekunden, ehe sie in kollektiven Jubel ausbrachen. Zu sehr hatte sie die Schlussphase angespannt, als dass sie gleich hemmungslos diesen 32:30(16:14)-Triumph im Achtelfinale des DHB-Pokals beim THW Kiel gefeiert hätten. Dann aber war die Freude darüber, dem Titelverteidiger die erste Heimniederlage im Pokalwettbewerb seit 23 Jahren zugefügt zu haben, umso größer. „Ich bin einfach überwältigt, dass wir das hier geschafft haben“, sagte Kapitän Uwe Gensheimer nach dem Einzug ins Viertelfinale.