Kronau/Östringen. Für Konrad Hoffmann, seit vielen Jahren Betreuer und gute Seele bei den Rhein-Neckar Löwen, wird die Zeit knapp – obwohl die Uhr im Videoraum der Kronauer Trainingshalle noch auf Sommerzeit eingestellt ist. Der 55 Jahre alte Östringer muss bis zum Heimspiel des badischen Handball-Bundesligisten heute Abend um 20.15 Uhr gegen die MT Melsungen dringend eine kurze Torwart-Hose auftreiben. In der Mannheimer SAP-Arena wird Chrischa Hannawald im Duell mit dem Bundesliga-Schlusslicht auf der Auswechselbank der Löwen Platz nehmen und den verletzten Schlussmann Henning Fritz (Muskelfaserriss) ersetzen. Und ein Markenzeichen des früheren Nationalkeepers ist es nun einmal, in kurzen Hosen seinen Kasten sauber zu halten.
Letzte Woche noch beim Zweitligisten Bergischer HC als Co-Trainer und Torwarttrainer an der Seitenlinie und schon morgen in der SAP Arena bei den Rhein-Neckar Löwen zwischen den Pfosten. Der ehemalige Nationalkeeper Chrischa Hannawald wird den Löwen in den nächsten Wochen als Ersatz zur Verfügung stehen, bis Henning Fritz seinen Muskelfaserriss auskuriert hat und wurde für diese Aufgabe vom Bergischen HC spontan freigestellt.
Die Rhein-Neckar Löwen haben auf die Verletzung ihres Torhüters Henning Fritz, der sich einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zugezogen hat, reagiert und Chrischa Hannawald unter Vertrag genommen. Der 39-jährige Hannawald ist als Co- und Torwarttrainer beim Zweitligisten Bergischer HC tätig und wird nun für die nächsten Partien zum Backup für die Nummer eins der Rhein-Neckar Löwen, Sławomir Szmal. „Wir freuen uns, dass Chrischa uns in den nächsten Spielen gegen Melsungen, Großwallstadt und Flensburg unterstützen wird. Zudem bedanken wir uns auf diesem Wege beim Bergischen HC, dass er Hannawald für diese Aufgabe freigestellt hat “, sagt Löwen-Manager Thorsten Storm.
Der 15. September 2010 war für die Rhein-Neckar Löwen kein guter Tag. Nicht allein die 29:33-Niederlage beim SC Magdeburg – die einzige Pleite im bisherigen Saisonverlauf – verhagelte den Badenern die Stimmung, hinzu kam auch noch die Verletzung von Michael Müller. Der Linkshänder verdrehte sich in der Bördelandhalle unglücklich das rechte Knie, musste mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Feld und erhielt einen Tag später die erschütternde Diagnose: Kreuzbandriss. Es wird noch einige Monate dauern, ehe er aufs Handballfeld zurückkehrt, so dass er auch die Partie gegen Melsungen (Mittwoch, 20:15 Uhr, SAP ARENA) hinter der Bank sitzend verfolgen muss. Wie er über seine Verletzung denkt, wann er wieder fit sein will und was er den Löwen in dieser Saison zutraut, verrät er im Interview.
Mannheim/Melsungen. Als unbedarfter Beobachter der Handball-Bundesliga musste man am vorletzten Oktober-Wochenende schon zweimal hinschauen. Da wechselte mitten in der Saison – es war nicht mal ein Drittel der Spiele absolviert – Trainer Michael Roth von der HSG Wetzlar den Verein. Ihn zog es – noch verwunderlicher – ausgerechnet zum punktlosen Schlusslicht MT Melsungen, wo der Trainerposten aufgrund der sportlichen Misere gerade erst frei geworden war. Hat hier jemand ein besonderes Faible für Himmelfahrtskommandos?
Heidelberg. Es war eine Pause, die eigentlich gar keine war. Denn Zeit zum Beine hochlegen hatten sie nicht, die Rhein-Neckar Löwen. Im Gegenteil: Es hieß Nationalmannschaft statt Verein, EM-Qualifikation statt Handball-Bundesliga. Die Stars des badischen Handball-Flaggschiffs schwitzten in unterschiedlichen Trikots. Weiße, rote, blaue. Selbst Gudmundur Gudmundsson, der Trainer der Löwen, war ausgeflogen. Er ging seinem „Nebenjob“ nach, rückte für eine Woche auf die Kommandobrücke der isländischen Auswahl. Letztlich war’s ein frustrierender Abstecher für „Gudmi“. Einer zum Vergessen. Am Samstag blamierte sich Island, der Olympia-Zweite (2008), der EM-Dritte (2010), nämlich bis auf die Knochen: Gegen Österreich setzte es eine 23:28-Pleite.
Die deutsche Nationalmannschaft hat sich mit einem Kantersieg an die Spitze ihrer EM-Qualifikationsgruppe gesetzt. Das Team von Heiner Brand siegte am Sonntag mit 36:18 (17:8) in Lettland und rehabilitierte sich damit für den durchwachsenen Auftritt am Mittwoch beim 26:26-Remis gegen Österreich. Mit von der Partie waren auch die drei Löwen Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki und Oliver Roggisch.
Siege für das Polen-Trio und Ivan Čupić: Zum Abschluss des ersten Spieltags zur EM-Qualifikation in Serbien 2012 fuhren sowohl die Auswahl Polens als auch die Kroaten klare Siege ein.
Zwei Siege und eine Niederlage gab es am Mittwochabend für die ausländischen Löwen-Spieler mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften. Während Island und Norwegen ihren Favoritenrollen gerecht wurden, unterlag Andy Schmid mit der Schweiz in Russland denkbar knapp und vor allem sehr umstritten.
Mit einem Kraftakt hat die deutsche Nationalmannschaft einen Fehlstart in die EM-Qualifikation abgewendet. In Göppingen schaffte die Sieben von Heiner Brand fünf Sekunden vor dem Ende gegen Österreich wenigstens noch den Treffer zum 26:26-Ausgleich. Nach 30 Minuten lag die DHB-Truppe sogar mit 8:14 in Rückstand.
Innerhalb des Sponsoring-Konzept „Rent a Friend“ der Rhein-Neckar Löwen hat sich die TTM GmbH Internationale Spedition aus Edingen-Neckarhausen einen Platz auf dem Trikotärmeln bei Bjarte Myrhol und Alexander Petersson gesichert und intensiviert mit dieser Partnerschaft die Zusammenarbeit nicht nur mit den Rhein-Neckar Löwen sondern nun auch aktiv mit einem Teil der Mannschaft.
Am 21. November 2010, dem fünften Spieltag der VELUX EHF Champions-League-Gruppenphase, treffen die Rhein-Neckar Löwen auf den THW Kiel (17:15 Uhr). Die Löwen gegen die Zebras in der Königsklasse!