Heidelberg. Es sollte ein gemütlicher Abstecher in den Süden werden. Einfach mal abschalten, die Seele baumeln lassen. Kent-Harry Andersson (Foto: vaf), der Sportliche Berater der Rhein-Neckar Löwen, flog während der Länderspielpause zu seiner Tochter nach Marbella. Am Samstag wollte der Schwede zurück in Kronau sein. Doch da hatte der Handball-Fuchs die Rechnung ohne Eyjafjallajökull, den Asche spuckenden Inselberggletscher gemacht: „Der nächste Flieger wäre erst am kommenden Sonntag gegangen“, schmunzelt der 60-Jährige, „dann habe ich mich um ein Zugticket bemüht, doch da war alles ausgebucht.“
Eine ideale Vorbereitung sieht anders aus, aber die Rhein-Neckar Löwen wollen sich auf dem Weg zum dritten Platz in der Bundesliga nicht beirren lassen und peilen gegen GWD Minden deshalb einen Heimsieg ein. Am Mittwoch, 20:15 Uhr, sollen in der SAP ARENA zwei Punkte her – ganz unabhängig davon, dass die Nationalspieler der Badener nur vereinzelt zum Team zurückkehren.
Höchst gefährdet ist seit dem Sonntag die SG Kronau/Östringen II in der Regionalliga Süd, denn mit der deutlichen 25:32 (16:16)-Niederlage in Ulm-Söflingen hat sich die Armbruster Mannschaft einen Bärendienst erwiesen und eine große Möglichkeit verpasst, die Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt weiter unter Druck zu setzen. Damit ist die Mannschaft von Trainer Christof Armbruster in den beiden ausstehenden Begegnungen nun selbst mächtig unter Zugzwang. „Wir haben es bisher in der Hand gehabt, selbst unseren Kopf aus der Schlinge zu ziehen, nun sind wir auf die Hilfe anderer Mannschaften angewiesen“, sagte der Sportliche Leiter der SG, Rolf Bechtold, enttäuscht.
Heidelberg. Die meisten wollten nur noch weg, andere wirkten wie gelähmt, konnten sich kaum noch bewegen. Es waren Bilder, die unter die Haut gingen, jeden berührten. Bilder der Enttäuschung, des totalen Frusts. Wieder einmal hatte es für die Rhein-Neckar Löwen nicht gereicht, wieder einmal schnappte ein Konkurrent den Hauptpreis weg. Der HSV Hamburg wurde Pokal-Sieger, erntete den Ruhm, stemmte im heimischen „Wohnzimmer““ den Pott. Die Löwen standen daneben, schauten fassungslos zu, leckten ihre Wunden. „Wir wollten in den ersten drei Jahren den ersten Titel“, betont Manager Thorsten Storm, „und nun waren wir so nah dran. Es fehlte nur das Quäntchen Glück, das man eben braucht. Aber auch das werden wir irgendwann haben.“
Mit einem 27:26 (14:12)-Erfolg über Dänemark hat sich die deutsche Nationalmannschaft vom Bring-Cup in Norwegen verabschiedet. Damit sicherte sich die DHB doch noch den Turniersieg vor den Dänen, Norwegen (mit Bjarte Myrhol) und Schweden (mit Trainer Ola Lindgren).
Die isländische Nationalmannschaft hat im ersten von zwei Testspielen in der berüchtigten Laugardalshöll in Reykjavík dem Welt- und Europameister Frankreich ein 28:28 (17:12) abgetrotzt.
Am zweiten Tag des Bring-Cup in Norwegen musste die deutsche Nationalmannschaft eine 22:25 (13:10)-Niederlage gegen Schweden hinnehmen. Damit hat die DHB-Auswahl nur noch geringe Chancen auf den Turniersieg. Nach einer schwachen zweiten Hälfte verloren die Deutschen die Partie verdient. Von den Rhein-Neckar Löwen kamen Uwe Gensheimer (2 Tore), Patrick Groetzki (1) sowie Oliver Roggisch zum Einsatz. Auch die deutsche B-Nationalmannschsft verlor ihr zweites Spiel – diesmal mit 23:25 gegen Norwegen, Michael Müller blieb dabei ohne eigenen Treffer.
Große Ehre für die Rhein-Neckar Löwen und Sławomir Szmal. Der Keeper der Badener wurde für die Wahl zum Welthandballer 2009 nominiert. Von heute und bis zum 22. Mai kann im Internet unter www.ihf.info abgestimmt werden, neben Szmal sind der frühere Kieler Nikola Karabatić (jetzt Montpellier HB) und Igor Vori (HSV Hamburg) nominiert. Die Vorauswahl traf eine internationale Fachjury, jetzt können die Handballfans wählen.
Mit einem Erfolg ist die deutsche Nationalmannschaft in den Bring-Cup in Norwegen gestartet. Am Donnerstag schlug die DHB-Auswahl im ersten Spiel Gastgeber Norwegen mit 28:27 (14:16). Mit dabei waren auch die Löwen Oliver Roggisch als Abwehrchef sowie Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki, die jeweils drei Mal trafen. Bei den Norwegern trug sich Bjarte Myrhol zwei Mal in die Torschützenliste ein. Am Freitag treffen die Deutschen auf Schweden (17 Uhr, Eurosport), die mit Löwen-Coach Ola Lindgren an der Seitenlinie die erste Partie des Vier-Nationen-Turniers gegen Dänemark mit 27:29 verloren haben.
Das so unglücklich verlorene Finale beim Final Four in Hamburg wirkt immer noch nach, auch wenn ein großer Teil der Spieler im Moment mit den jeweiligen Nationalmannschaften unterwegs ist. Im Interview verrät Löwen-Manager Thorsten Storm seine Sicht der Dinge und sagt, warum er sich auf die Champions-League-Duelle gegen den THW Kiel freut.
Mannheim. Beim Final Four um den DHB-Pokal spielte Goran Stojanovic noch gegen die Rhein-Neckar Löwen. Doch vielleicht steht der Torwart des Handball-Bundesligisten VfL Gummersbach schon bald im Kasten der Badener. „Er hat in seinem bis 2014 laufenden Vertrag eine Ausstiegsklausel. Wenn Goran diese Option bis zum 30. April zieht, kann er Gummersbach schon zur nächsten Saison für eine festgeschriebene Ablösesumme verlassen. Und für einen Torwart seiner Klasse ist dieser Betrag nicht gerade hoch“, sagt Sascha Bratic, der Berater des VfL-Torhüters. Fakt ist, dass die Löwen spätestens 2011 einen Nachfolger für Slawomir Szmal benötigen. Der Pole wechselt nach Kielce und kann die Gelbhemden vorher verlassen, wenn diese einen Ersatz finden.
Hamburg. Sie sind und sie bleiben vorerst die Jäger des verlorenen Pokals, die Rhein-Neckar Löwen. Unfassliche Szenen spielten sich in der Color Line Arena am Sonntag ab. Da musste der sonst zurückhaltende, stets besonnen wirkende Schwede Ola Lindgren von einer Schimpfkanonade auf das schwäbische EHF-Schiedsrichter-Duo Holger Fleisch und Jürgen Rieber abgehalten werden. Da saß Löwen-Identifikationsfigur Uwe Gensheimer gesenkten Hauptes auf einer Werbebande und wollte nicht begreifen, dass sich Sportgeschichte wiederholt. Da wurde Patrick Groetzki von Abwehr-Hüne Oliver Roggisch wie ein kleiner Bub getröstet, dem sein erster großer Bagger für den Sandkasten geklaut wurde.