Am vergangenen Samstag empfing die SG Kronau/Östringen II in der Baden-Württemberg Oberliga den TSV Altensteig. Und erneut bekamen weder die heimischen Anhänger noch die mitgereisten Gästefans in der Kronauer Mehrzweckhalle einen Leckerbissen vorgesetzt.
Heidelberg. Es ist eine Momentaufnahme. Aber eine schöne, eine, an die sie sich gewöhnen könnten, die Rhein-Neckar Löwen: Das Rudel führt die Vorrundengruppe A der EHF Champions League an. Klar sind erst zwei Spieltage absolviert. Doch wer nach zwei Auswärtspartien, nach zwei ganz dicken Brocken wie Barcelona und Celje verlustpunktfrei an der Spitze steht, der hat alles richtig gemacht, hat sich Respekt erarbeitet. „Die anderen Klubs sehen nun, dass sich bei uns etwas tut, dass es aufwärts geht.“ Sagt Thorsten Storm, der Manager der Löwen. Und fügt an: „Irgendwie wirkten wir in den letzten drei Partien souveräner als davor, zeigen ein ganz anderes Gesicht.“
Mannheim/Nordhorn. Am Mittwoch feiert Thorsten Storm, Geschäftsführer der Rhein-Neckar Löwen, seinen 46. Geburtstag und hat bereits seinen Wunschzettel geschrieben. „Die Jungs sollen mir einen Sieg beim TuS Nettelstedt-Lübbecke schenken, dann wäre ich zufrieden“, sagt Storm und mit Blick auf den Tabellenplatz der Ostwestfalen (12.) könnte man ihm da eine gewisse Bescheidenheit unterstellen. Gerade mal ein Sieg gegen Melsungen steht bisher auf der Habenseite des TuS, vor der Saison musste N.-Lübbecke mit Michal Jurecki auch noch kurzfristig einen ihrer Besten nach Kielce abgeben.
Karlsruhe/Celje. Auch eine große Hunde-Ausstellung mit über 30 000 Vierbeinern und alles andere als optimale Rahmenbedingungen haben die Rhein-Neckar Löwen nicht von ihrem Erfolgsweg in der Champions League abbringen können. Da Celje am vergangenen Wochenende ganz im Zeichen des „besten Freundes des Menschen“ stand, musste der badische Handball-Bundesligist vor dem Auftritt beim slowenischen Meister außerhalb der Stadt Quartier beziehen und konnte zudem sein Abschlusstraining nicht wie gewohnt in einer Handball-Halle absolvieren.
Celje/Heidelberg. Die Vorrundengruppe A der EHF Champions League hat es in sich. Nicht nur Experten bezeichnen sie als Todesgruppe, als gigantische Stolperfalle. Und das kommt nicht von ungefähr. Klangvolle Namen tummeln sich dort. Namen, die für die hohe Handball-Kunst stehen: der FC Barcelona, der THW Kiel, RK Celje, Chambery Savoie und Vive Kielce flößen Respekt ein, verbreiten Angst und Schrecken. Abgerundet wird die Hammergruppe durch die Rhein-Neckar Löwen, die Nachzügler, die sich erst über den Umweg eines Qualifikationsturniers ihr Ticket für das Stelldichein der Besten gesichert haben. Am Samstag haben die Badener nun einmal mehr bewiesen, dass sie zurecht dabei sind.
Zweites Duell in der EHF Champions League Gruppenphase, zweiter Sieg für die Rhein-Neckar Löwen: Die Badener bezwangen am Samstag den slowenischen Vertreter RK Celje Pivovarna Lasko mit 32:28 (14:12). Vor 4500 Zuschauern in der Zlatorog-Halle in Celje avancierte Uwe Gensheimer mit zwölf Treffern zum erfolgreichsten Werfer. „Wir haben diese Aufgabe gut und souverän gelöst und über die gesamte Spielzeit wieder konstanter gespielt“, freute sich Kreisläufer Róbert Gunnarsson. Abwehrspezialist Oliver Roggisch meinte: „Mit diesem Auftritt muss man sehr zufrieden sein. Beim Thema Konstanz haben wir einen Schritt nach vorn gemacht.“
Mannheim. Ivan Cupic sucht noch ein bisschen nach den deutschen Wörtern, dann wird er fündig. „Schnell, ja schnell“, beschreibt der neue Rechtsaußen der Rhein-Neckar Löwen die Art und Weise, wie er die neue Sprache am liebsten lernen würde. Und wenn er dabei eine ähnliche Geschwindigkeit wie auf dem Spielfeld vorlegen sollte, dürfen sich die Fans wohl bald auf druckreife Interviews freuen. Doch aktuell will sich der Neuzugang zunächst einmal auf dem Parkett etablieren und hat zuletzt angedeutet, dass die Badener künftig noch viel Spaß an ihm haben könnten.
Nach dem erfolgreichen Auftritt der Rhein-Neckar Löwen gegen die TSV Hannover-Burgdorf (36:28) am Mittwoch geht es für die Badener erneut auf europäische Reise. In der Champions League sind Guðmundur Guðmundsson und seine Schützlinge bei RK Celje gefordert. Beim slowenischen Meister wollen die Löwen an die tolle Leistung vom 31:30-Auswärtssieg in Barcelona anknüpfen. Die Partie beginnt am Samstag um 20:15 und wird live bei Eurosport 2 übertragen.
Wenn sich am Samstag den 2. Oktober in der Kronauer Mehrzweckhalle neben dem Team der SG Kronau/Östringen II auch der Tabellenneunte TSV Altensteig warm macht, haben die Gastgeber (5:1) bereits eine Partie mehr auf dem Buckel und somit auch auf dem Konto. Das Team von Michael Schilling, dessen Spitzname „Pino“ nicht nur die Heimfans dieser Begegnung an einen ehemaligen Löwen erinnern dürfte, erreichte in den vergangenen drei Jahren in der Baden-Württemberg-Oberliga den 4., 6. und 7. Platze und möchte auch am Samstag ab 20 Uhr in diese Richtung weiter arbeiten.
Mannheim. Nach 38 Minuten war die Messe gelesen, die Rhein-Neckar Löwen führten mit 27:15 gegen einen letztlich überforderten TSV Hannover-Burgdorf. Ein bisschen mehr als 20 Minuten Power-Handball hatte nach dem 8:7 (16.) genügt, um die Nordlichter am Mittwochabend einzutüten, bevor Hannover eine kleine Aufholjagd zum 27:20 gestattet wurde. Der berüchtigte Schlendrian oder doch mehr kontrollierte Effizienz angesichts des terminlichen Champions-League-Sandwiches nach Barcelona und vor Celje (Samstag, 20.15 Uhr)?
Mannheim. Sie drehten sich immer wieder im Kreis. Manche klatschten, andere winkten euphorisiert ins weite Rund der Mannheimer SAP Arena: Am Mittwochabend, unmittelbar nach dem 36:28-Sieg gegen den TSV Hannover-Burgdorf, formierten sich die Rhein-Neckar Löwen zur Ehrenrunde. Die Badener genossen den Moment des Augenblicks. Er zauberte ihnen ein Lächeln ins Gesicht. Eigentlich fehlte nur einer. Einer, der sich fluchtartig verabschiedet hatte. Gemeint ist Olafur Stefansson. Ihm war nicht nach Lachen, nicht nach Jubel, Trubel, Heiterkeit. Der Isländer war der Erste, der in Richtung Kabinentrakt stapfte. Die Schultern hängend, der Kopf gesenkt.
Zwei Tage nach dem Heimerfolg in der Handball-Bundesliga gegen Hannover-Burgdorf starten die Rhein-Neckar Löwen morgen zu ihrem nächsten Auswärtstrip. Ziel ist dann Slowenien, um genauer zu sein Celje, denn dort bestreiten die Löwen am Samstag (20.15 Uhr) ihr zweites Gruppenspiel in der EHF-Champions League. Beim slowenischen Meister, der vom ehemaligen Kieler Erfolgscoach Noka Serdarusic trainiert wird, wollen die Badener an den Erfolg aus dem Barcelona-Spiel anknüpfen.