Kassel. Es gibt Tore, die werden frenetisch gefeiert, weil sie einen Sieg bedeuten, weil sie einen Titel bringen. Doch diese Art von Treffer benötigten die Rhein-Neckar Löwen in der zweiten Halbzeit bei der MT Melsungen nicht mehr. Sie führten deutlich, hatten das Spiel entschieden – und trotzdem wurden Jubel und Applaus nach fast 55 Minuten noch einmal ganz laut. Michael Müller hatte getroffen, seine sechsmonatige Leidenszeit war zu Ende. Nach seiner unnachahmlichen Körpertäuschung war der Weg zum Tor frei. Der 26-Jährige fackelte nicht lange, mit Energie und Entschlossenheit donnerte er den Ball in die Maschen und reckte die Siegerfaust. Er strahlte – und wohl selten wurde ein Treffer zum 34:22 so sehr gefeiert. Die Kollegen jubelten mit ihm. Sie gönnten ihm das Erfolgserlebnis von Herzen, fieberten mit und spürten seine Erleichterung. Auf einen Schlag waren die frustrierenden Monate in der Reha vergessen.
Mannheim/Wien. Das Final Four in der Champions League ist für die Rhein-Neckar Löwen zum Greifen nah: Im Viertelfinale der Königsklasse trifft der Handball-Bundesligist auf Montpellier HB um Superstar Nikola Karabatic. Bei der Auslosung gingen die Badener dicken Brocken wie dem THW Kiel und Ciudad Real aus dem Weg, das Kräftemessen mit dem französischen Topverein wird ein Duell auf Augenhöhe.
Karlsruhe/Wien (bin). Eine knifflige aber durchaus lösbare Aufgabe wartet im Viertelfinale der Champions League auf die Rhein-Neckar Löwen. Der badische Handball-Bundesligist fordert in der Runde der besten acht den französischen Meister Montpellier HB heraus. „Das ist eine interessante Aufgabe, denn Montpellier hat eine starke Mannschaft – aber da müssen wir durch“, sagt Löwen-Coach Gudmundur Gudmund-sson, dessen Schützlinge gegen die Auswahl um Superstar Nikola Karabatic zunächst vor heimischer Kulisse (20. bis 24. April) antreten muss. Die Rückspiele finden zwischen dem 27. April und dem 1. Mai statt. In der Neuauflage des Vorjahresfinales treffen der THW Kiel und der FC Barcelona aufeinander. Zudem stehen sich der HSV Hamburg und Medwedi Tschechow sowie die SG Flensburg-Handewitt und Ciudad Real gegenüber.
Heidelberg/Wien. Einen Wunschgegner hatten sie nicht. Zumindest offiziell hielt man sich in den letzten Tagen bedeckt. Bei den Rhein_Neckar Löwen sagte man vielmehr das, was man als Profi eben so sagt, in solch einer Situation. Zum Beispiel: „Leichte Gegner gibt es sowieso nicht mehr.“ Oder: „Wenn man den Titel will, muss man jeden schlagen.“ Seit gestern Abend wissen die Badener nun, wen es im Viertelfinale der Champions League zu schlagen gilt, wenn man beim abschließenden Final-Four-Turnier in Köln (28. und 29. Mai) noch dabei sein möchte: Es ist Montpellier, der Karabatic-Klub.
Der französische Meister Montpellier HB steht den Rhein-Neckar Löwen im Viertelfinale der Champions League gegenüber. Das ergab die Auslosung am Abend in Wien. EHF-Präsident Tor Lian zog die Lose und präsentierte den Badenern einen starken Gegner. Das Hinspiel in der SAP ARENA wird am Osterwochenende stattfinden, eine Woche später steigt schließlich das Rückspiel an der Mittelmeerküste.
„Wir haben sie geklatscht“, sagte Stefan Jochim nach dem 33:24-Derbysieg der SG Kronau/Östringen II gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen. Dieser Ausruf eines sichtlich zufriedenen Stefan Jochim fasste die allgemeine Hochstimmung der Gelben nach dem Spiel kurz und treffend zusammen.
Drei Tage nach dem Einzug ins Viertelfinale der Handball-Champions-League haben die Rhein-Neckar Löwen ihre Pflichtaufgabe in der Liga souverän gemeistert. Beim Tabellen-14. MT Melsungen holte das Team von Gudmundur Gudmundsson einen deutlichen 37:28 (17:8)-Erfolg und verteidigte damit den dritten Platz im Handball-Oberhaus. Dadurch haben die Löwen am Mittwoch im direkten Duell mit dem momentan zweitplatzierten THW Kiel sogar die Möglichkeit, mit den „Zebras“ gleich zu ziehen.
Kassel. Es war noch keine Minute gespielt, doch die Miene von Trainer Gudmundur Gudmundsson verfinsterte sich schon vor dem Spiel der Rhein-Neckar Löwen bei der MT Melsungen. „Bjarte Myrhol fehlt uns weiterhin, Børge Lund fällt auch noch aus“, verkündete der Isländer schlechte Nachrichten, die ihm ein unwohles Gefühl in der Magengegend bereiteten. Gudmundsson schwante Böses: „Das wird hammerhart für uns.“ Ein paar Stunden später drückte das Gesicht des Trainers etwas anderes aus: Freude machte sich breit, der 50-Jährige lachte. Denn auch ohne seine beiden Abwehr-Asse gewann der Handball-Bundesligist gestern beim nordhessischen Abstiegskandidaten deutlich mit 37:28 (17:8).
Heidelberg. Der Energieanbieter Goldgas und die Schmuckfirma Pandora fungieren bei den Rhein-Neckar Löwen als Hauptsponsor. Die RNZ sprach mit Michael Notzon, dem Gründer, Mehrheitsgesellschafter und Geschäftsführer von Goldgas.
Heidelberg. Melsungen, immer wieder Melsungen. Die Rhein-Neckar Löwen und die Nordhessen, das ist eine besondere Beziehung: Gefühlte zehn Mal treffen beide pro Saison aufeinander. Im DHB-Pokal, in der Bundesliga, überall. Dementsprechend viele Erinnerungen hängen an diesem Duell. Gute und schlechte. Zuletzt – vor rund vier Wochen sicherten sich die Gelbhemden ihr Final-Four-Ticket gegen Melsungen – aber eher gute. Und das bleibt vorläufig auch so. Seit gestern, seit dem Schützenfest in Melsungen sowieso. Denn die Löwen jagten nicht nur, sie machten fette Beute: 37:28 (17:8) stand’s am Ende. „Das war heute eine tolle Mannschaftsleistung“, analysierte Manager Thorsten Storm. Und der war richtig gut gelaunt: „Ich kann allen nur zu diesem souveränen Auftritt gratulieren.“
Zwei Punkte und wieder auf Rang drei: Die Rhein-Neckar Löwen haben am Sonntagabend mit einem 37:28 (17:8)-Erfolg bei der MT Melsungen den dritten Platz in der Toyota Handball-Bundesliga zurückerobert. Vor 3410 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle waren Uwe Gensheimer mit acht und Guðjón Valur Sigurðsson mit sieben Treffern die erfolgreichsten Werfer bei den Löwen.
Die Freude über den Einzug ins Viertelfinale wirkt immer noch ein bisschen nach, doch für die Rhein-Neckar Löwen steht bereits die nächste Aufgabe im Fokus. Am Sonntag geht es in der Bundesliga weiter und mit dem Auswärtsspiel bei der MT Melsungen wartet dabei ein unangenehmes Spiel auf die Truppe von Guðmundur Guðmundsson. Anwurf in der Rothenbach-Halle in Kassel ist um 17:30 Uhr.