Heidelberg. „Blamage! Katastrophe! Desaster!“ Im Tribünenbereich der Mannheimer SAP Arena schimpften sie am Sonntagnachmittag wie die Rohrspatzen, schüttelten immer wieder die Köpfe. Die Fans der Rhein-Neckar Löwen waren frustriert, bitter enttäuscht von ihrer Mannschaft. Kein Wunder: Handball-Magerkost war’s, was die Stars in der Mannheimer Manege boten. Zu einem Erfolg gegen Hannover reichte es trotzdem. Doch über den freute sich niemand. „Das war ein Dusel-Sieg gegen einen Gegner, der deutlich schlechter besetzt ist als wir.“ Thorsten Storm, der Manager der Löwen, sprach das aus, was alle dachten.
Im Lager der Rhein-Neckar Löwen waren sich nach dem glücklichen 27:26-Erfolg über den TSV Hannover-Burgdorf am Sonntag alle einig: Die Badener hatten eine schlechte Leistung abgeliefert und sind froh, diese Vorstellung nicht eine Woche mit sich herumschleppen zu müssen. Bereits am Dienstag können sie den Eindruck wegwischen, wenn die Truppe von Ola Lindgren gegen den TSV Dormagen antritt. Die Partie in der SAP ARENA beginnt um 20:15 Uhr, es gibt noch Tickets an der Abendkasse.
Einen heißen Mitbewerber um Platz zehn verdrängte die SG Kronau/Östringen II durch einen 27:20-Sieg über die SG Köndringen/Teningen. Nach einer Begegnung, die nur 150 Zuschauer sahen, schoben sich die badener auf den achten Rang in der Regionalliga Süd.
Mannheim. Wenn fünf Sekunden vor Schluss der entscheidende Treffer zum fast schon nicht mehr möglich geglaubten Sieg fällt, ist der Jubel normalerweise grenzenlos. Doch nach dem 27:26 (16:18) gegen den TSV Hannover-Burgdorf hielt sich die Ausgelassenheit bei den Rhein-Neckar Löwen – abgesehen von einer kurzen Freuden-Traube – in Grenzen.
Mannheim. Es sah fast 60 Minuten nach einer Blamage für die Rhein-Neckar-Löwen in der gestrigen Bundesliga-Partie gegen TSV Hannover-Burgdorf aus. Fünf Sekunden vor dem Abpfiff jedoch erzielte Patrick Groetzki den entscheidenden Treffer zum 27:26 (16:18). Glücklicher geht es kaum noch!
Mannheim. Noch lange nach dem Ende der offiziellen Pressekonferenz saßen Ola Lindgren, der Trainer der Rhein-Neckar Löwen, und Manager Thorsten Storm auf dem Podium im Presseraum der Mannheimer SAP-Arena und steckten die Köpfe zusammen. Es herrschte verstärkter Redebedarf beim Geschäftsführer des badischen Handball-Bundesligisten und seinem für die sportlichen Belange verantwortlichen Angestellten. „Das wäre fast ins Auge gegangen. Das war unserer schlechtestes Saisonspiel“, kommentierte Storm die Leistung von Lindgrens Schützlingen im Heimspiel gegen den TSV Hannover-Burgdorf. Zwar durften die Löwen durch den Siegtreffer von Patrick Groetzki zum 27:26-Endstand fünf Sekunden vor der Schlusssirene zwei Zähler auf der Habenseite gutschreiben, überschwänglicher Jubel brach deshalb bei den Badenern aber nicht aus.
Mannheim. Sieben Sekunden vor Schluss schnappte sich Patrick Groetzki den Ball, schaute nach links, schaute nach rechts und gab dann Vollgas, rannte so schnell er konnte. Zwei Wimpernschläge später schepperte es, krachte es im Tor von Hannover-Burgdorf: Groetzki traf, ballte die Fäuste, erzielte den Siegtreffer zum 27:26 (16:18) gegen das Kellerkind. Er war der Held in einem Spiel, das eigentlich keinen Helden verdient hatte. Zumindest keinen, der ein Löwen-Trikot trug. Ein Trauerspiel war’s, was die Gelbhemden in der SAP Arena ablieferten. „Diese Punkte waren ein Geschenk, ganz glücklich“, pustete Trainer Ola Lindgren tief durch.
Zwei Sekunden vor Spielende erlöste Patrick Groetzki die Rhein-Neckar Löwen und die meisten der 8137 Zuschauer in der Mannheimer SAP Arena. Mit seinem Treffer zum 27:26 entschied der Rechtsaußen die Partie der Löwen gegen den Aufsteiger TSV Hannover/ Burgdorf und sorgte so dafür, dass die Lindgren-Truppe in der Handball-Bundesliga weiterhin im Rennen um die Champions League-Plätze bleibt.
Dr. Rolf Brack, Coach des HBW Balingen-Weilstetten, musste am Ende seinen für den TSV Hannover-Burgdorf spielenden Sohn Daniel trösten. Fünf Sekunden trennten den Aufsteiger in der SAP ARENA von der großen Sensation. Dann traf Patrick Groetzki zum 27:26 (16:18) und löste einen Riesen-Jubelsturm auf den Rängen und der eigenen Spielerbank aus. Dank dieses hart erarbeiteten Sieges bleiben die Rhein-Neckar Löwen im Rennen um den dritten Platz.
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„Wir müssen dem Gegner vom Start weg zeigen, dass es bei uns nichts zu holen gibt.“ Ola Lindgren fordert gegen den Außenseiter TSV Hannover Burgdorf von Beginn an eine konzentrierte Leistung seiner Rhein-Neckar Löwen, denn nur mit einem Erfolg am Sonntag in der Mannheimer SAP-Arena (Spielbeginn:15 Uhr) und einem Heimsieg am Dienstag gegen Dormagen bleiben die Gelb-Blauen weiter im Rennen um Platz drei.